Praxen der Anerkennung

"Das ist unser Geschenk an die Gesellschaft". Vereine von Jugendlichen mit Migrationshintergrund zwischen Anerkennung und Exklusion

von
Birgit Jagusch

Jugendverbände sind wichtige Sozialisationsarenen für Jugendliche. Wie und wo aber engagieren sich Jugendliche mit Migrationshintergrund, die bisher in den anerkannten Jugendvereinen seltener vertreten sind? Die empirische Studie fragt erstmals nach der Bedeutung von Vereinen von Jugendlichen mit Migrationshintergrund (VJM). Sie untersucht anhand von drei VJM die Wünsche, Hoffnungen und Forderungen, die Jugendliche mit Migrationshintergrund mit den Vereinen, aber auch mit dem Leben in Deutschland verbinden. Dabei kann gezeigt werden, dass VJM keine Arenen des ‚entweder-oder’, sondern der kont…

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Bestellnummer: 40260
EAN: 9783734402609
ISBN: 978-3-7344-0260-9
Reihe: Wochenschau Wissenschaft
Erscheinungsjahr: 2011
Auflage: 1
Seitenzahl: 472
Produktinformationen

Jugendverbände sind wichtige Sozialisationsarenen für Jugendliche. Wie und wo aber engagieren sich Jugendliche mit Migrationshintergrund, die bisher in den anerkannten Jugendvereinen seltener vertreten sind? Die empirische Studie fragt erstmals nach der Bedeutung von Vereinen von Jugendlichen mit Migrationshintergrund (VJM). Sie untersucht anhand von drei VJM die Wünsche, Hoffnungen und Forderungen, die Jugendliche mit Migrationshintergrund mit den Vereinen, aber auch mit dem Leben in Deutschland verbinden. Dabei kann gezeigt werden, dass VJM keine Arenen des ‚entweder-oder’, sondern der kontingenten Gleichzeitigkeit verschiedener Relevanz- und Bezugssysteme für die Jugendlichen sind. Durch die Synthese verschiedener Praxen der Anerkennung, die auf adoleszenzspezifischen und gleichzeitig migrations- bzw. diskriminierungsrelevanten Faktoren beruhen, können die Vereine den Jugendlichen Räume bereit stellen, die es ihnen ermöglichen, selbstbewusst in der Gesellschaft zu partizipieren.

Inhaltsübersicht

Kapitel 1 Jugendvereine und Vereine von Jugendlichen mit Migrationshintergrund in Deutschland
1.1 Begriffsdefinitionen
1.2 Typologisierung des Untersuchungsgegenstandes: Jugendvereine – Jugendverbände – Vereine von Jugendlichen mit Migrationshintergrund (VJM)
1.2.1 Entstehung und Entwicklung von Jugendvereinen
1.2.2 Entstehung und Entwicklung von Vereinen von Jugendlichen mit Migrationshintergrund (VJM)
1.2.3 Jugendvereine im Blick der Wissenschaft
1.2.4 Forschungen über Vereinsengagement von Jugendlichen mit Migrationshintergrund
 Exkurs: Migrantenorganisationen im Spiegel der Wissenschaft
 Studien zu Interkultureller Öffnung der anerkannten Jugendvereine
1.3 Die drei analysierten VJM: Porträts
1.3.1 BDAJ  - Bund der alevitischen Jugendlichen in Deutschland
 Vereinsinhalte des AAGB
 Vernetzung und Kooperation
 Exkurs: Das Alevitentum
1.3.2 DIDF-Jugend
 Vereinsinhalte
 Vernetzung und Kooperation
1.3.3 Deutsche Jugend aus Russland – DJR
 Vereinsinhalte
 Kooperation und Vernetzung
1.4 Gesellschaftspolitische Rahmungen
 Gesellschaftliche Positionierung von Jugendlichen mit Migrationshintergrund
Kapitel 2 Anerkennungstheorien als Referenzrahmen für das Verständnis von Vereinen von Jugendlichen mit Migrationshintergrund
2.1 Anerkennungstheorien zwischen Multikulturalismus und Gesellschaftstheorie
2.2 Der Kampf um Anerkennung
 Anerkennung durch Liebe
 Rechtliche Anerkennung
 Das Ausländervereinsrecht als Manifestation fehlender rechtlicher Anerkennung
 Anerkennung durch Solidarität
 Anerkennungskämpfe im Kontext der Migrationsgesellschaft
 Intersubjektive Anerkennung in asymmetrischen Beziehungen – eine (Un)Möglichkeit?
2.3 Partizipationsgerechtigkeit und Anerkennung als Statusmodell
 Partizipationsgerechtigkeit
 Repräsentation als dritte Dimension einer globalen Gerechtigkeitstheorie
 Wer sind die BürgerInnen im bürgerschaftlichen Engagement?
 Heuristische oder empirische Relevanz? Zur Binarität von Anerkennung und Umverteilung
2.4 Anerkennung im Kontext von Konzepten der sozialen Gerechtigkeit
 Formen der Unterdrückung
 Gruppen und Identitätskonzepte
 Subjekte als Akteure
 Das Gruppenessentialisierungsdilemma
 Repräsentationspolitiken im Kontext von Social Justice
Kapitel 3 Positionieren und positioniert werden – Repräsentationstheorien als Schlüssel zum Verständnis von Rassismus und Widerstand
3.1 Postkoloniale Theorie im deutschen Kontext
 (Post)koloniale Theorien und Praxen in Deutschland
 Repräsentationspraxen und postkoloniale Theorie im Kontext von minorisierten Jugendlichen in der Bundesrepublik Deutschland
3.2 Placing the Black – Hegemoniale Repräsentation als Depersonalisierung
 Praxen der Deplatzierung im deutschen Alltag
3.3 Subalterne Repräsentationen – Die Stimme der Minorisierten
 Subalternität und Repräsentation
 Repräsentation von wem und für wen? Kritische Interventionen und token victims
3.4 Hybride Repräsentationen und Mimikry
 Hybridität und Mimikry als Akte der Irritation
 Ambivalenzen des Widerstands: Reproduktion von Ausgrenzung durch Mimikry
 ‚Mimikry’ bei Vereinen von Jugendlichen mit Migrationshintergrund?
3.5 Vereine von Jugendlichen mit Migrationshintergrund und postkoloniale Kritik – Fazit
Kapitel 4 Methodenwahl und methodologische Fundierung der Forschungsstrategie
4.1 Dokumentenanalyse
 Entwicklung der Dokumentenanalyse und methodische Herangehensweise
 Die Dokumentenanalyse in der vorliegenden Arbeit
4.2 Expertinnen- und Experteninterviews: Methodische Begründung und Vorgehensweise
 ExpertInnen als TrägerInnen von Deutungswissen
 Setting – Rahmenbedingungen
 Auswahl der Expertin und Experten und Durchführung der Interviews
 Porträts der Teilnehmenden der ExpertInneninterviews
4.3 Gruppendiskussionen
 Entstehung und methodologische Einordnung
 Methodologische Charakteristika der Gruppendiskussion
 Was ist eine Gruppe?
 Gruppendiskussionen in der vorliegenden Arbeit
 Porträts der Teilnehmenden der Gruppendiskussionen
4.4 Auswertungsstrategie – Die Dokumentarische Methode
 Methodologische Begründung
 Standortgebundenheit
 Interpretationsschritte der Dokumentarischen Methode
4.5 Feldzugang und Samplingstrategie der vorliegenden Untersuchung
 Erhebungsphasen und Sampling
 Forschungspraktische Erfahrungen
 Räumliche und zeitliche Kapazitäten
 Gruppenzusammensetzung und Teilnehmende
 Thematische Schwierigkeiten der Diskussionen
4.6 Methodische Hinweise auf die Präsentation der empirischen Ergebnisse
Kapitel 5 Rassismus und Ausgrenzungserfahrungen im Leben von minorisierten Jugendlichen: „Sie merken, ich bin nicht gleichgestellt“
5.1 Rassismuserfahrungen und Widerstandsstrategien in Publikationen der Vereine
 ‚Engagement’ und ‚Demaskierung’
 ‚Demaskierung’ als Handlungsstrategie gegen Diskriminierung
 ‚Engagement’ von Minorisierten gegen diskriminierende Praxen
 Zwischenresümee
5.2 Ausgrenzung als alltägliches Phänomen: Perspektiven der Expertin und Experten auf Rassismus und Diskriminierung
 ‚Othering’: Das Gefühl ‚anders’ zu sein
 Mangelndes Selbstwertgefühl durch die Erfahrung der ‚Missachtung’
 ‚Sprachlos-Sein’
 Zwischenresümee
5.3 Praxen der Minorisierung, Akte des Widerstands – Manifestationen von Rassismuserfahrungen in den Gruppendiskussionen
 Die ‚Janusköpfigkeit’ von Ausgrenzung
 Religiöse Ausgrenzungserfahrungen
 ‚Rhetorische Ausweisung’ und Chancenungleichheit
 Zwischenresümee
5.4 Perspektiven auf Rassismus – Fazit
Kapitel 6 Vereins-Stimmen – Repräsentationsstrategien
6.1 Repräsentation als Strategie der Inklusion
 Gelegenheitsstrukturen und Zugänge zu Repräsentationsstrategien
 Repräsentationsstrategien durch Ikonographie
 ‚Affirmation kollektiver Differenz’
 ‚Verschiebung gesellschaftlicher Parameter’ als inklusive Repräsentationsstrategie
 ‚Affirmation subjektiver Kompetenz’
 Zwischenresümee
6.2 „Wir sind eine Familie“ – Repräsentationsstrategien in den Gruppendiskussionen
 Repräsentation als Strategie der Gewinnung von ‚Autonomie’
 ‚Partizipation und Bildung’ durch Vereinsengagement
 Die Symbiose aus ‚Spaß und Bildung’
 ‚Der Verein als Familie’
 Zwischenresümee
6.3 Ambivalente Repräsentationspraxen: Konkurrenz und Abgrenzung
 ‚Konkurrierende Mimikry’: Abgrenzung durch Negativattribuierung
 ‚Suspendierung binärer Kategorisierungen’ als Strategie der Repräsentation
 Zwischenresümee
6.4 Der Verein als Möglichkeitsraum mit pluralen Funktionen – Fazit
Kapitel 7 Praxen der Anerkennung: „Damit sie endlich wieder mal an sich glauben“
7.1.1 Wiederentdeckung von Selbstvertrauen durch Vereinsengagement
 Der Glaube an sich selbst
 ‚Vertrauen in die eigenen Fähigkeiten’ durch Wertschätzung
 Zwischenresümee
7.1.2 Intersubjektive Anerkennung innerhalb der Gruppendiskussionen
 Geteilte Überzeugungen als ‚Gemeinsames Fundament’
 ‚Bedingungslose Unterstützung’
 ‚Anerkennung durch Dritte’
 ‚Selbstvertrauen durch Erfolg’
 ‚Antriebsquelle Solidarität’
 Zwischenfazit
7.1.3 Der Verein als Ort der Emergenz migrations- und adoleszenzspezifischer Anerkennungspraxen - Fazit
7.2 Das Verhältnis zwischen den Generationen – Praxen der Anerkennung und Missachtung in Vereinen von Jugendlichen mit Migrationshintergrund
7.2.1 Zwischen Rat und Autonomie: Anerkennungspraxen zwischen Jugendlichen und Erwachsenen aus der Perspektive der Expertin- und Experteninterviews
 ‚Weitblick’: Übereinstimmung von Einstellungen zwischen den Generationen
 Die ‚Basis der Zusammenarbeit’: wechselseitige Anerkennung
 ‚Ressourcenaktivierung’ im Generationenverhältnis
 Wer entscheidet in einem Jugendverein? ‚Entscheidungskompetenz’ und ‚Skepsis’
 ‚Skepsis’ in Bezug auf die Fähigkeiten der Jugendlichen
 Zwischenresümee
7.2.2 Von den Erwachsenen lernen: Intergenerationelle Anerkennung aus Sicht der Gruppendiskussionen
 Respekt vor den ‚Lebens-Leistungen’
 ‚Gegenseitige Unterstützung’ als Signifikant gelungener Generationenbeziehungen
 ‚Ignoranz’ - die Erfahrung, nicht ernst genommen zu werden
 ‚Andere Interessen’ zwischen den Generationen
 Zwischenresümee

7.2.3
Gegenseitige Wertschätzung im Generationenzusammenhang – Fazit der empirischen Befunde
7.3 Perspektiven auf Kooperationen zwischen Vereinen – Anerkennung und Repräsentation als Motoren der Zusammenarbeit
7.3.1 Kooperationen nicht um jeden Preis – Perspektiven aus den Expertin- und Experteninterviews
 ‚Gleichberechtigung’ und Wertschätzung’ als Beurteilungskriterium für Kooperationen
 Kooperation als Beweis der Legitimität
 ‚Teilhabe’ durch Kooperationen
 ‚Souveränität’ als Maxime von Kooperationen
 Zwischenresümee
7.3.2 Verletzungen und Brückenbildung – Perspektiven auf Kooperationen der Gruppendiskussionen
 ‚Isolation und Verletzungen’ als Folge fehlender Zusammenarbeit
 Anerkennung durch ‚legitimierende Dritte’
 ‚Gehör’ und Selbstdarstellungsmöglichkeiten finden durch Kooperationen
 ‚Gleichberechtigte Autonomie’ und ‚Brückenbildung’: Der Spagat zwischen Individualität und Gemeinsamkeit
 ‚Gleichberechtigte Autonomie’ in der Zusammenarbeit
 ‚Brückenbildung’ durch Kooperationen zwischen Vereinen
 Zwischenresümee
7.3.3 Varianten der Perspektiven auf Kooperation - Fazit
Kapitel 8 Zwischen Anerkennung und Exklusion  - Schlussdiskussion

Autor*innen
Birgit Jagusch ist Sozialwissenschaftlerin,arbeitet derzeit im Institut für Sozialpädagogische Forschung Mainz und als Lehrbeauftragte an der FH Köln und hat an der Universität Siegen im Fachbereich Soziologie promoviert. Zu ihren Lehr- und Arbeitsschwerpunkten gehören die Themen rassismuskritische Bildungsarbeit, Migrationssoziologie, Jugendforschung, Anerkennungstheorien und Soziale Ungleichheit.

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Wie können tiefgreifende Lernprozesse im Fach Geschichte und insbesondere an außerschulischen historischen Lernorten gefördert werden? Wie kann historische Kompetenz sichtbar gemacht und bewertet werden? Diese und weitere Fragen stehen im Zentrum des Buchs. Ein neu entwickeltes Führungskonzept für das ehemalige Konzentrationslager Osthofen wurde in mehreren Studien evaluiert. Es zeigt exemplarisch, dass gerade die Verknüpfung fachlicher, sprachlicher und inhaltlicher Methoden in selbstregulierten Lernumgebungen tiefgreifende Lernprozesse fördert. Ebenso liefert das Buch die Validierung eines Leitfadens zur Bewertung historischer Kompetenz in Form der sogenannten Sachfachliteralität.
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29,99 € - 32,90 €
Bildung Macht Zukunft
Lernen für die sozial-ökologische Transformation?
Vielfältige Krisenprozesse machen deutlich, dass die Rückkehr zur gewohnten Tagesordnung keine Zukunft hat. Gegen die Rede von Alternativlosigkeit werden Forderungen nach einer breiten sozial-ökologischen Transformation laut, bei der die Frage nach einem guten Leben für alle im Mittelpunkt steht. Welche Rolle kann und sollte Bildung dabei spielen? Nicht selten wird sich von Bildung eine Krisenbewältigung versprochen. Dabei ist auch Bildung in jene Macht- und Herrschaftsverhältnisse verstrickt, die in die Krise geführt haben. Der vorliegende Band diskutiert Möglichkeiten und Grenzen einer kritischen transformativen Bildung aus Perspektiven von Bildungspraxis, Wissenschaft und sozialen Bewegungen.
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31,99 € - 34,90 €
DDR-Geschichte im Klassenzimmer
Deutung und Wissensvermittlung in Deutschland und Frankreich nach 1990
Die DDR ist nach 1990 zu einem Gegenstand von Geschichtsunterricht geworden, der für viele Schülerinnen und Schüler so fern ist wie jeder andere. Zugleich aber ist die DDR für manche Lehrkräfte und Eltern gelebte Erinnerung. Was im Unterricht über sie gelernt werden soll, ist allerdings das Ergebnis gesellschaftlicher Debatten um Aufarbeitung und Erinnerung. In diesen dominiert ein „Diktaturgedächtnis“, das den Erzählungen in Familie und Medien vom Alltag in der DDR häufig widerspricht. Anhand einer Analyse von konkretem Geschichtsunterricht, Lehrplänen, Schulbüchern, Geschichtsausstellungen und Interviews untersucht die vorliegende Studie, welche Erzählungen über und Deutungskonflikte um die DDR im Unterricht auftauchen und wie diese verhandelt werden. Der Unterrichtsvergleich zwischen Leipzig, Frankfurt am Main und Paris zeigt die Standortgebundenheit mancher Debatten, aber auch Anschlussmöglichkeiten für DDR-Geschichte an europäische Geschichte und die Geschichte der Arbeiterbewegung.
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35,99 € - 44,00 €
Politische Bildung als politisches Engagement
Überzeugungen entwickeln – sich einmischen – Flagge zeigen
Der Band versammelt Beiträge, die sich mit dem Leben, dem Engagement, dem Werk und dem Wirken des Fachdidaktikers Frank Nonnenmacher auseinandersetzen. In seinem Werk und Wirken in der politischen Bildung steht dieser dafür, dass Lehrpersonen selbst Überzeugungen entwickeln, sich einmischen und Flagge zeigen. Nonnenmacher wendet sich dadurch direkt und radikal gegen die Forderung nach Neutralität in der politischen Bildung, die aktuell wieder an Bedeutung zu gewinnen scheint. Die Beiträge fokussieren sowohl biographisch-historische Fragen, als auch konzeptionelle, theoretische und bildungspraktische Aspekte politischer Didaktik.
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23,99 € - 24,90 €
Urteilspraxis und Wertmaßstäbe im Unterricht
Ethik, Englisch, Geographie, Geschichte, politische Bildung, Religion
Fachliches Lernen im Unterricht verlangt von Lernenden und Lehrenden auf vielen Ebenen Urteilsvermögen, um streitbare Positionen verhandeln und bewerten zu können. Fraglich ist, wie Urteilsbildung jenseits der Beliebigkeit von Meinungen oder des machtvollen Besserwissens gelingen kann. „Das wird man ja noch sagen dürfen!“ ist ein Satz, der immer wieder zu hören und zu lesen ist. Statt einem anything goes das Wort zu reden, regt dieser Band über Fächergrenzen hinweg zu einer neuen Verständigung über eine derzeit wenig reflektierte Urteilspraxis an: Worüber wird in den jeweiligen Fächern geurteilt? Welche Rolle spielen Emotionen angesichts einer seit Kant stark kognitiv geprägten Vorstellung von Urteilsfähigkeit? Wie sind relevante Bewertungsmaßstäbe für „richtiges“ Urteilen und/oder Handeln zu gewinnen? Welche didaktisch-methodischen Konzepte sind geeignet, eine Provokation sozial erwünschter Antworten oder einen unfruchtbaren Schlagabtausch von Meinungen zu vermeiden?
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18,99 € - 22,90 €
Politische Bildung und Flucht – ein Paradigmenwechsel?!
Die deutsche Migrationspolitik ist nach 2015/16 nicht mehr die gleiche wie zuvor. Auch in der politischen Bildung zeigt sich ein Paradigmenwechsel. Es haben sich Ansätze einer politischen Bildung für und mit Geflüchteten entwickelt, die die Perspektive der Rechte in den Mittelpunkt stellen. Die versammelten Fachbeiträge und Projektbeschreibungen widmen sich unter anderem dieser Entwicklung.
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26,99 € - 28,00 €