Politische Bildung als lebenslanges Lernen

herausgegeben von
Dirk Lange, Tonio Oeftering

.Demokratie, so Oskar Negt, ist die einzige Staatsform, die gelernt werden muss. Und dieses Lernen endet keineswegs mit dem Abschluss der Schule. Politische Bildung in der Demokratie ist und bleibt eine dauernde Aufgabe der gesamten Gesellschaft. Sie umfasst nicht nur die schulische politische Bildung (Politikunterricht), sondern erstreckt sich auch auf die Bereiche außerschulische politische Jugendbildung und die politische Erwachsenenbildung. Die Beiträge dieses Buchs gehen der Frage nach, welche Konsequenzen sich hieraus für die Theorie und Reflexion sowie die Forschung und Praxis politisc…

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Bestellnummer: 40244
EAN: 9783734402449
ISBN: 978-3-7344-0244-9
Reihe: Schriftenreihe der GPJE
Erscheinungsjahr: 2014
Auflage: 1. Auflage 2014
Seitenzahl: 224
Produktinformationen

.Demokratie, so Oskar Negt, ist die einzige Staatsform, die gelernt werden muss.

Und dieses Lernen endet keineswegs mit dem Abschluss der Schule.
Politische Bildung in der Demokratie ist und bleibt eine dauernde Aufgabe der gesamten Gesellschaft. Sie umfasst nicht nur die schulische politische Bildung (Politikunterricht), sondern erstreckt sich auch auf die Bereiche außerschulische politische Jugendbildung und die politische Erwachsenenbildung.

Die Beiträge dieses Buchs gehen der Frage nach, welche Konsequenzen sich hieraus für die Theorie und Reflexion sowie die Forschung und Praxis politischer Bildung ergeben und wie politische Bildung als ein lebenslanger Lernprozess zu gestalten wäre.

Inhaltsübersicht

Dirk Lange, Tonio Oeftering
Politische Bildung als lebenslanges Lernen – Einführung

Theorie und Reflexion

Oskar Negt
Politische Bildung und Europäische Integration – Ein lebenslanger Lernprozess für alle Europäer

Klaus-Peter Hufer
Von der Erwachsenenbildung zum lebenslangen Lernen – Bildungspolitik mit Begriffen

Alexander Gantschow
„Philosopher Citizen“ – zum politikdidaktischen Leitbild eines lebenslang Lernenden

Andreas Eis, David Salomon
Partizipationskulturen und gesellschaftliche Lernprozesse in der „Postdemokratie“

Sabine Manzel
Was wissen wir wirklich über politische Bildung in der Schule?
Eine kritische Würdigung zum Stand der Disziplin

Benedikt Widmaier
Non-formale Politische Bildung.
Eine evidenzbasierte Profession?

Forschung und Praxis

Harald Gropengießer
Lernen fürs Leben mit verkörperten Vorstellungen

Thomas Goll, Eva-Maria Schauenberg
Politische Bildung von der Wiege an?

Bernd Overwien
Globales Lernen in der Primarstufe

Thomas Goll
Die Entwicklung des politischen Wissens bei Schülern/innen in den Schulformen der Sekundarstufe I (POWIS II)

Georg Weißeno, Eva Weschenfelder, Monika Oberle
Wissen, Fachinteresse und Kausalattribution im Berufsverlauf von Politiklehrer/-innen

Eva Weschenfelder
Professionelles Wissen und Überzeugungen bei Politiklehrkräften

Monika Oberle, Johanna Forstmann
Professionalisierung von Fachlehrer/innen im Bereich der politischen EU-Bildung

Christian Boeser-Schnebel, Karin B. Schnebel
Argumentationstraining gegen Stammtischparolen zum Thema Politik

Sabine Achour
Politische Bildung als lebenslanges Lernen im Kontext von Migration, Integration und Islam

Aktuelle Projektedes wissenschaftlichen Nachwuchses

Joachim Bicheler
Fachliche Konzepte zur Förderung politischer Handlungskompetenz und alltagsdidaktische Vorstellungen von Politiklehrer/-innen

Sarah Jane Brunkhorst, Ulrike-Marie Krause
Menschenrechtsbildung im Schulunterricht – eine Interventionsstudie

Bernt Gebauer
Hochschuldidaktische Projektbeschreibung: Die kompetenzorientierte, E-Portfoliogestützte Ausbildung von Lehramtsstudierenden im Fach
Politik &Wirtschaft an der Technischen Universität Darmstadt

Michael Görtler
Politische Bildung und Zeit

Inken Heldt
„Nicht gerade mega-wichtig“ – Menschenrechte aus Schüler/-innenperspektive

Oliver Krebs
Markt oder Staat – wer soll es richten?

Alexandra Lechner-Amante
Politische Zeichen deuten lernen – Aufgabe des Politikunterrichts

Falk Scheidig
Zum Verhältnis wissenschaftlicher Theorie und pädagogischer Praxis

Christophe Straub
Schulbuchanalyse im Vergleich

Marie Winckler
Politische Selbstbilder und politische Bildung

Autorinnen und Autoren

Autor*innen

Dr. Sabine Achour
Otto-Suhr-Institut für Politikwissenschaft, Freie Universität Berlin, Ihnestraße 22, 14195 Berlin

Joachim Bicheler, M.A.
Politikwissenschaft und ihre Didaktik, Pädagogische Hochschule Weingarten, Leibnizstraße 3, 88250 Weingarten
http://www.ph-weingarten.de/politik

Dr. Christian Boeser-Schnebel
Lehrstuhl für Pädagogik mit Schwerpunkt Erwachsenen- und Weiterbildung, Universitätsstraße 10, 86159 Augsburg
www.politische-bildung-bayern.net

Dipl.-Psych. Sarah Jane Brunkhorst
Ammerländer Heerstraße 114-118, 26129 Oldenburg

Jun.-Prof. Dr. Andreas Eis
Didaktik des politischen Unterrichts und der Politischen Bildung,
Carl von Ossietzky Universität Oldenburg, Ammerländer Heerstraße 114-118, 26129 Oldenburg

Dr. Alexander Gantschow
Köhlerkoppel 4, 24109 Melsdorf

Dr. Bernt Gebauer
Institut für Politikwissenschaft, Technische Universität Darmstadt, 64283 Darmstadt
www.politikwissenschaft.tu-darmstadt.de

Michael Görtler
In den Weingärten 25, 97483 Eltmann

Univ.-Prof. Dr. Thomas Goll
Professur für Sozialwissenschaften und ihre Fachdidaktik, Technische Universität Dortmund, Fakultät Erziehungswissenschaft und Soziologie/Institut für Soziologie, Emil-Figge-Straße 50, 44227 Dortmund
http://www.fk12.tu-dortmund.de/cms/ISO/de/lehramtsstudium/didaktik_der_sozialwissenschaften/index.html

Prof. Dr. Harald Gropengießer
Leibniz Universität Hannover, Institut für Didaktik der Naturwissenschaften (IDN), Am Kleinen Felde 30, 30167 Hannover
http://www.idn.uni-hannover.de

Inken Heldt
Leibniz Universität Hannover, AGORA Politische Bildung, Schneiderberg 50, 30167 Hannover

Prof. Dr. Klaus-Peter Hufer
Peterstraße 30, 47906 Kempen

Oliver Krebs
Lehrer im Hochschuldienst, Universität Bielefeld, Didaktik der Sozialwissenschaften, Universitätsstraße 25, 33615 Bielefeld

Prof. Dr. Dirk Lange
Leibniz Universität Hannover, Institut für Politische Wissenschaft, Arbeitsbereich Didaktik der Politischen Bildung, Schneiderberg 50, 30167 Hannover
http://www.ipw.uni-hannover.de/lange.html

Alexandra Lechner-Amante
WMS/BRG23, Anton-Krieger-Gasse 25, A-1230 Wien

Univ.-Prof. Dr. Sabine Manzel
Universität Duisburg-Essen, Institut für Politikwissenschaft, Universitätsstraße 12, 45112 Essen
www.uni-due.de/politik/lehrstuhl-fd/

Prof. em. Dr. Oskar Negt
Leibnizuniversität Hannover, Insitut für Soziologie, Schneiderberg 50, 30167 Hannover

Prof. Dr. Monika Oberle
Juniorprofessur Politikwissenschaft/Didaktik der Politik, Georg-August-Universität Göttingen, Platz der Göttinger Sieben 3, 37073 Göttingen
http://www.uni-goettingen.de/de/265134.html

Prof. i. K. Dr. Tonio Oeftering
Katholische Universität Eichstätt-Ingolstadt, Universitätsallee 1, 85072 Eichstätt
http://www.ku.de/ggf/politikwissenschaft/politikwissenschaft3/lehrstuhlangehoerige/vertr-prof-dr-tonio-oeftering/

Prof. Dr. Bernd Overwien
Universität Kassel, Nora-Platiel-Straße 1, 34127 Kassel
www.overwien.eu

Dr. David Salomon
Politikwissenschaft – Politische BildungUniversität Siegen, Adolf-Reichwein-Straße 25, 7068 Siegen

Dr. Eva-Maria Schauenberg
Technische Universität Dortmund, Fk 12/Institut für Soziologie, Emil-Figge-Straße 50, R.2515, 44227 Dortmund

Falk Scheidig
Lehrstuhl für Pädagogik mit Schwerpunkt Erwachsenen- und Weiterbildung, Universität Augsburg, Universitätsstraße 10, 86159 Augsburg
http://www.philso.uni-augsburg.de/de/lehrstuehle/paedagogik/paed4/lehrstuhlteam/scheidig/

Dr. Karin Schnebel
Geschwister-Scholl-Institut für Politische Wissenschaft, LE Dr. Markus Gloe, Didaktik der Sozialkunde, Oettingerstraße 67, 80538 München
www.politische-bildung-bayern.net

Christophe Straub
Institut für Erziehungswissenschaft, AG, Schulforschung/Schulpädagogik, Johannes Gutenberg-Universität Mainz, Jakob-Welder-Weg 12, 55128 Mainz
http://www.uni-mainz.de/FB/Paedagogik/AG_Schulpaedagogik/1186.php

Prof. Dr. Georg Weißeno
Pädagogische Hochschule Karlsruhe, Bismarckstraße 10, 76133 Karlsruhe

Dr. Eva-Maria Weschenfelder
Institut für PolitikwissenschaftPädagogische Hochschule Karlsruhe, Bismarckstraße 10, 76133 Karlsruhe

Benedikt Widmaier,
Direktor Haus am Maiberg, Akademie für politische und soziale Bildung der Diözese Mainz, Ernst-Ludwig-Straße 19, 64646 Heppenheim
www.haus-am-maiberg.de

Marie Winckler
Philipps-Universität Marburg, Institut für Politikwissenschaft, Wilhelm-Röpke-Straße 6 G, 35032 Marburg

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Politische Bildung als lebenslanges Lernen
.Demokratie, so Oskar Negt, ist die einzige Staatsform, die gelernt werden muss. Und dieses Lernen endet keineswegs mit dem Abschluss der Schule. Politische Bildung in der Demokratie ist und bleibt eine dauernde Aufgabe der gesamten Gesellschaft. Sie umfasst nicht nur die schulische politische Bildung (Politikunterricht), sondern erstreckt sich auch auf die Bereiche außerschulische politische Jugendbildung und die politische Erwachsenenbildung. Die Beiträge dieses Buchs gehen der Frage nach, welche Konsequenzen sich hieraus für die Theorie und Reflexion sowie die Forschung und Praxis politischer Bildung ergeben und wie politische Bildung als ein lebenslanger Lernprozess zu gestalten wäre.
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Kompetenzen in der politischen Bildung
Der Band bilanziert die bisherige wissenschaftliche Fachdiskussion zur Kompetenzorientierung in der politischen Bildung. Dabei werden die Beziehungen zu Nachbardisziplinen wie Geschichte und Geografie ebenso behandelt wie Fragen nach dem Verhältnis von fachlichem und überfachlichem Lernen so wie der Stellung des Wissens in der kompetenzorientierten politischen Bildung. Die Bilanz basiert auf Beiträgen von Fachvertretern aus Deutschland, Österreich und der Schweiz.
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Diversity Studies und politische Bildung
„Diversity“ als theoretisches und praktisches Konzept wird in der Wissenschaft, in Unternehmungen, in der Verwaltung, im Non-Profit Bereich und in Nicht-Regierungs-Organisationen unter dem Gesichtspunkt diskutiert, was Vielfalt in den heutigen Gesellschaften bedeutet und wie Unterschiede in der Gesellschaft als Bereicherung erfahren werden können. Während in den Sozialwissenschaften das „Diversity Konzept“ und „Diversity Studies“ Konjunktur haben, scheint in der Politikdidaktik und in der politischen Bildung die Relevanz des Konzeptes noch nicht ausgelotet. Diese Schrift will dazu einen Beitrag leisten.Im Zentrum des Bandes stehen die Beiträge der achten Jahrestagung der GPJE vom 5. - 6. Mai 2007 in Loccum. Sie gehen im Wesentlichen der Frage nach, welche Impulse und Anregungen und neue Herausforderungen sich für Politikdidaktik und politische Bildung aus der Diskussion des Diversity Konzepts in der Rechtswissenschaft, der Erziehungswissenschaft, der Politikwissenschaft und der Soziologie ergeben.
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13,99 € - 16,80 €
Wirkungsforschung zur politischen Bildung im europäischen Vergleich
Die Politikdidaktik hat sich in den letzten Jahren zunehmend als Grundlagenwissenschaft profiliert. Vor allem die Diskussion um Bildungsstandards, Kompetenzmodelle und Qualitätskontrolle in der Folge von PISA, DESI und anderen internationalen Vergleichsstudien erwiesen sich für die Politikdidaktik als Impulsgeber auf dem Weg zu einer stärker empirisch arbeitenden Wissenschaftsdisziplin. Die letzten Jahrestagungen der GPJE beschäftigten sich dann auch vor allem mit Fragen, die sich aus diesem Zusammenhang ergaben. Der Diskussionsprozess nahm auf der Tagung 2003 seinen Ausgang in einer grundlegenden Kontroverse zu Chancen und Gefahren von Outputorientierung und Bildungsstandards, die dann noch im gleichen Jahr die Entwicklung von nationalen Bildungsstandards zur politischen Bildung durch die GPJE zur Folge hatte. Die Diskussion fand ihre Fortsetzung in Überlegungen zu Möglichkeiten und Grenzen empirischer fachdidaktischer und außerschulischer Evaluationsforschung (2004) und führte schließlich 2005 zu der grundlegenden Frage, was fachdidaktische Forschung überhaupt heißen kann und welche Standards der Theoriebildung und der empirischen Forschung sich formulieren lassen. Auf dieser Tagung hatte die Politikdidaktik auch den wissenschaftlichen Austausch mit anderen Fachdidaktiken, der Chemie- und der Fremdsprachendidaktik gesucht, die auf dem Gebiet der empirischen Forschung auf eine längere Tradition zurückblicken können. Die im aktuellen Band vorgestellten Beiträge standen im Zentrum der letzten Jahrestagung der GPJE vom 3. bis 4. Juni 2006 in Bergisch-Gladbach. Diese Tagung setzte zum einen die Tradition der bisher geführten Diskussionen fort, zum anderen versuchte sie zusätzliche Impulse zu erhalten durch Forschungserfahrungen aus anderen europäischen Ländern. In der Wirkungsforschung zur politischen Bildung in Deutschland sind in den letzten Jahren überwiegend qualitative Methoden eingesetzt worden und mittlerweile liegen hier eine Reihe von unterschiedlichen Studien mit aufschlussreichen Ergebnissen und Befunden vor. Quantitative Forschungen in diesem Bereich finden sich jedoch eher selten, im Gegensatz zu internationalen Studien, die überwiegend quantitativ arbeiten. Vor diesem Hintergrund versucht der vorliegende Band Forschungsprojekte und Ergebnisse von Wirkungsforschung zur politischen Bildung, die vor allem quantitativ orientiert sind, zur Diskussion zu stellen. Die deutschen Beiträge reichen von empirischen Untersuchungen zu der Frage, inwieweit sich eine internetbasierte instruktional-konstruktivistische Lehr-Lernumgebung für einen domänenspezifischen Kompetenzerwerb im Politikunterricht eignet (Sabine Manzel), über eine explorative Studie zur Messung der Qualität von politischen Urteilen (Maria Eyrich-Stur) bis zu einer eher philosophisch-theoretischen Reflexion zur Wahrnehmung des Politischen und ihrer Bedeutung für die politische Bildung (Karl Heinz Breier). Zu dieser Tagung hatte die GPJE Kolleginnen und Kollegen aus den Niederlanden, der Schweiz und England eingeladen, die empirische Studien zum Thema aus ihren Ländern vorstellten. Sie beschäftigen sich unter anderem mit der Frage nach den Quellen bzw. den Ursprüngen politischen Wissens (Henk Dekker, Margret Nuus; Niederlande), den Differenzen zwischen Geschichtsunterricht und Politischer Bildung auf Basis einer Videostudie (Jan Hodel; Schweiz) sowie den Chancen des Konzepts „global education“, das in vier europäischen Ländern unter der Fragestellung untersucht wurde, was „citizenship“ für Jugendliche heute bedeutet v. a. wenn sie aus unterschiedlichen Herkunftsländern stammen (Audrey Osler; England). Gerade dieser letzte Beitrag hat auf eine Entwicklung verwiesen, mit der sich die nächste Jahrestagung der GPJE 2007 intensiver auseinandersetzen wird. Sie soll unter dem Thema stehen: „Diversity Studies und politische Bildung“.
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9,99 € - 12,80 €
Standards der Theoriebildung und empirischen Forschung in der politischen Bildung
Die Politikdidaktik steht als Wissenschaftsdisziplin vor großen Herausforderungen. Es gibt die Tradition, intelligent auf die Praxis hinzuschauen, und es gibt die Tradition empirischer Unterrichtsforschung, wenn auch in bescheidenem Umfang und mit wenig validen Ergebnissen. Aber erst das Zusammenspiel von Theorie, Praxis und Empirie kann die Identität der Disziplin konstituieren. Es reicht nicht aus, Erziehungsziele festzulegen, eine Morallehre für den demokratischen Bürger bereitzustellen und die Verwendungsmöglichkeiten von Unterrichtsmethoden zu prüfen. Vielmehr muss sich der wissenschaftliche Diskurs mehr mit dem Verhältnis von normativem und empirischem Gegenstandsbezug, d.h. von Sollens- und Seinsaussagen auseinandersetzen. Diese Gesichtspunkte sind auf der 6. Jahrestagung der GPJE vom 11. bis zum 12. Juni 2005 aufgegriffen worden. Die Tagung hat die Ergebnisse der ersten beiden Jahrestagungen zu den Theoriekonzepten der Politikdidaktik und den Tagungen zum Outcome des Politikunterrichts fortgeführt. Die Notwendigkeit metatheoretischer Klärungen unterstreicht ein Feed-back von Heinz-Elmar Tenorth in der Einleitung des 2004 von ihm herausgegebenen Bandes ‚Kerncurriculum Oberstufe II‘. Er kommt nach der Lektüre des Kerncurriculums Sozialwissenschaften zu dem Schluss, dass „der Sachverstand der Autoren und die Kommunikation mit der Gemeinschaft der Fachdidaktiker (…) jetzt noch ersetzen (muss), was an systematischer empirischer Forschung fehlt“. (S. 12) Ist der Ertrag fachdidaktischer Forschung tatsächlich so gering? Ersetzt der Austausch über politikdidaktische Doktrinen, die meist mit dem Namen des Begründers verbunden sind, die wissenschaftssystematische Herleitung von Theoriekonzepten? Der politikdidaktische Mainstream kreist von Anfang an um das Normativitätsproblem und nimmt die Legitimation der Normen aus der Analyse der soziologischen und pädagogischen Sozialisationsforschung vor. Dieses Muster führt immer wieder zu Missverständnissen, da es die Möglichkeit naturalistischer Fehlschlüsse nicht ausschließt. Die Konzeptionen politischer Bildung bestehen in der Regel in einer individuell vorgenommenen Auswahl von als relevant angesehenen Wissensbeständen. Der Profession der in der Schule Tätigen bleibt überlassen, wie sie dieses Wissen für die eigene Praxis aufbereitet. Empirische Wissensbestände über die tatsächliche Wirklichkeit des Politikunterrichts sind kaum vorhanden, da der epistemologische Diskurs dies vernachlässigt.
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9,99 € - 12,80 €
Politische Bildung als Wissenschaft
Bilanz und Perspektiven
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9,99 € - 12,00 €