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Macht Umwelt Geschichte?

geschichte für heute 1/2021

Bestellnummer: gfh1_21 (Print) / 41202 (PDF)
Autoren/Hrsg.: Bundesverband der Geschichtslehrer Deutschlands und Landesverbände (Hg.)
unter Mitarbeit von: Karl-Josef Burkard, Frank Uekötter, Uwe Walter
Erscheinungsjahr: 2021
Seitenzahl: 144
ISBN: gfh1_21 (Print) / 978-3-7344-1202-8 (PDF)
Reihe: geschichte für heute

Verfügbarkeit: Vorbestellen, erscheint Anfang Januar 2021

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Macht Umwelt Geschichte?

Über das Buch

Das Forschungsfeld „Umweltgeschichte“ hat sich seit den 1990er Jahren stark gewandelt. Ging es bis dahin hauptsächlich um Verschmutzungsprobleme als unerwünschtes Nebenprodukt der Industrialisierung, hat der Boom der Globalgeschichte auch der Umweltgeschichte neue Fragestellungen und Forschungskontroversen eröffnet. Eine Grundfrage lautet seither, ob Umweltprobleme als klassische Gemeinwohlthemen zu betrachten sind, die auf technische Mittel und politisch-administrative Maßnahmen setzen oder ob es sich um einen breiten Kampf um Gerechtigkeit handelt, den bestimmte sozial oder ethnisch definierten Gruppe als „environmentalism of the poor“ führen. Der „Environmental Justice Atlas“ umfasste im September 2020 insgesamt 3267 Fallgeschichten aus aller Welt und bildet eine ernüchternde Lektüre hinsichtlich der Wirksamkeit von Umweltbewegungen. Der Aufsatz von Frank Uekötter zeigt die Interdependenzen entgrenzter Umweltgeschichte an den Beispielen der Eukalyptusplantagen als „Bäume der Diktatoren“, den Bananenplantagen in Honduras, den Fleischbaronen von Chicago oder der Produktion des Guano-Düngers in Peru. Eine intendierte Geschichte der materiellen Lebensgrundlagen steckt erst in den Anfängen, da die Umweltgeschichte innerhalb der Wissenschaften immer noch eine prekäre Randexistenz führt.

Der Aufsatz von Uwe Walter gibt zunächst einen knappen Überblick zu antiken Sichten auf Mensch, Umwelt und Klima. Anthropogene Einflüsse spielten lokal und regional durchaus eine Rolle, aufs Große gesehen freilich nicht, schon wegen der im Vergleich mit der Moderne geringen Bevölkerungsdichte. Im Mittelpunkt stehen die Eigenart des mittelmeerischen Klimas und dessen Veränderungen über die lange Dauer der Antike. Als gesichert kann ein begünstigendes „römisches Klimaoptimum“ zwischen 200 v. Chr. und 200 n. Chr. gelten, während in der Spätantike eine Kaltzeit andere Krisenfaktoren (u. a. Epidemien, reichinterne Konflikte, Migrationen) offenbar verstärkte. Aus der historischen Rückschau ergibt sich in jedem Fall die Einsicht, dass Menschen in der Antike auf einen Klimawandel mit Anpassung und Kreativität reagierten – die Vorstellung, man könne die Veränderungen durch ein globales Regime aufhalten, erscheint aus dieser Perspektive geradezu irregeleitet und geeignet, Ressourcen in großem Umfang falsch einzusetzen.

 

Inhaltsübersicht

Macht Umwelt Geschichte?

Frank Uekötter:
Umweltgeschichte in Umbruchszeiten.
Von der Entgrenzung eines Forschungsfeldes

Uwe Walter:
Klima macht Geschichte?
Das Beispiel des antiken Mittelmeerraums

Impulse für den Geschichtsunterricht

Karl-Josef Burkard:
Wirtschaftsgeschichte im Geschichts- und Wirtschaftsunterricht

Forum

Michael Bohle:
Geschichtsunterricht auf dem Prüfstand –
Betrachtungen zur Generierung historischer Urteilsbildung

Berichte aus dem Bundesverband
und den Landesverbänden des VGD

Zahlreiche Buchbesprechungen aus Fachwissenschaft und Fachdidaktik

Leitrezensionen

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