Zu "Verband der Geschichtslehrer Deutschlands - VGD" wurden 23 Titel gefunden

Erinnern und Gedenken
Die Weltöffentlichkeit horchte auf, als in den letzten Wochen und Monaten Nachrichten bekannt wurden, dass die Terroristen des so selbst genannten „Islamischen Staates“ systematisch antike Kulturstätten in ihrem Einflussbereich zerstören.Worum geht es den Kulturbarbaren des IS? Auf der einen Seite darum, durch den Verkauf von Raubgütern die Fortführung des Krieges zu finanzieren, auf der anderen Seite aber auch darum, durch die Zerstörung dessen, was nicht verkauft werden kann, die Erinnerung an die vielfältige altorientalische Vor- und Frühgeschichte mit ihren zahlreichen Gottheiten, die nicht in das Weltbild der Terroristen passen, gewaltsam auszulöschen und damit der Vergessenheit anheimzugeben. Neu sind solche gezielten Zerstörungen indes nicht, die Vergangenheit ist voll mit Beispielen von Fällen, in denen Erinnerungen an vorangegangene Kulturen zerstört wurden. Unter dem Terminus damnatio memoriae sind solche Versuche, die Erinnerung an den Gegner aus dem kollektiven Gedächtnis auszulöschen, bekannt, die Bücherverbrennungen im Mai 1933 wären ein Beispiel aus der deutschen Geschichte dafür. Aleida Assmann prägte die Bezeichnung des strafenden Vergessens dafür. Die Beiträge dieser Ausgabe von geschichte für heute nehmen verschiedene Beispiele in den Blick, unter welchen Bedingungen Erinnerungen erhalten, überformt oder ausgelöscht werden, und dringen damit nicht nur zu einem zentralen Thema der Geschichte vor, sondern hinterfragen auch kritisch die Funktionen des Unterrichtsfaches Geschichte bei der Herausbildung und Tradierung von Mythen selbst. Das aktuelle Zerstörungswerk des „IS“ mag ein – wenn auch trauriger – Anlass sein, diese Frage wieder stärker ins Bewusstsein zu rücken.
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Ein verdrängter Genozid im 20. Jahrhundert?
gfh 3/2013
Mit dem Themenschwerpunkt in dieser Ausgabe von soll nun selbstverständlich weder die Türkei retrospektiv auf die Anklagebank gesetzt noch der Armeniergenozid zu einem paradigmatischen Geschehen erklärt werden, einem Geschehen, das gleichsam stellvertretend für alle Genozide des 20. Jahrhunderts stehen könne und daher mindestens ebenso viel Beachtung fi nden müsse wie die quantitativ „größeren“ Verbrechen dieser Art in der Sowjetunion unter Stalin, im nationalsozialistischen Deutschland oder in Kambodscha unter Pol Pot. Aber während zumindest die beiden erstgenannten als gut erforscht und in der Geschichtskultur zumindest partiell verankert gelten können und zudem die eskalierende Dynamisierung der Gewalt in der Überschneidungszone der beiden Machtsysteme, den „Bloodlands“, jüngst noch mit schmerzhafter Deutlichkeit vor Augen geführt wurde3, herrscht über den Armeniergenozid vielfach Unwissen oder – fast noch problematischer – eine bloß ungefähre Ahnung. Abhilfe zu schaffen hat der niedersächsische Geschichtslehrerverband in Kooperation mit anderen Einrichtungen in der viel beachteten Fachtagung „Völkermord als Thema im Unterricht“ (Hannover, 23./24.2.20124) unternommen; zwei Referate erscheinen hier in überarbeiteter und dokumentierter Fassung. Mihran Dabag stellt den Vorgang in den Kontext der rapiden und krisenhaften Transformierung des Osmanischen Reiches und seiner Umwandlung in einen „modernen“ – und das bedeutete in der Vorstellung der Zeit: homogenen – Nationalstaat. Martin Stupperich spiegelt in Berichten von Repräsentanten des Deutschen Reiches die Mitwisserschaft und Mitverantwortung von Entscheidungsträgern im Kaiserreich. Vor diesem Hintergrund sei die tendenziell eher beschweigende Haltung der aktuell politisch Verantwortlichen hierzulande wie auch das nahezu vollständige Ignorieren des Themas im Geschichtsunterricht mehr als problematisch. Wie die Erinnerung an den Armeniergenozid im französischen Geschichtsunterricht integriert ist, zeigt Joachim Cornelißen.
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Canossa
gfh 2/2013
Konzept der Zeitschrift Die neue Zeitschrift versteht sich als gemeinsames wissenschaftliches Forum für die Didaktiken im Bereich der gesellschaftswissenschaftlichen Fächer. Sie bürgt für wissenschaftliche Qualität durch ein double-blind Peer-Review-Verfahren. Die neue Zeitschrift befasst sich mit fachspezifischem und mit facherübergreifendem Lehren und Lernen. Sie schlägt Brücken zwischen den Didaktiken der gesellschaftswissenschaftlichen Disziplinen Geographie, Geschichte, Politik und Wirtschaft, der Erziehungswissenschaft und der Lehrerbildung. Sie thematisiert theoretische, empirische, fachgeschichtliche und handlungsbezogene Forschungen, aktuelle wissenschaftliche Herausforderungen und Kontroversen sowie anwendungsbezogene Fragestellungen in den gesellschaftswissenschaftlichen Didaktiken. Zur Homepage der Zeitschrift und den Bezugsbdedingungen im Abo hier.
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Die DDR in der deutschen Geschichte
gfh 1/2013
Abstracts: Martin Sabrow: Die DDR in der deutschen Geschichte Der Essay erörtert die Gründe für die anhaltende Konjunktur der Auseinandersetzung mit der DDR, indem er zum einen den Weg ihrer zeitgeschichtlichen Erschließung nach 1989 nachzeichnet und zum anderen die unterschiedlichen DDR-Erzählungen thematisiert, die das zeitgenössische Bild der DDR jenseits der Wissenschaft bestimmen, um schließlich nach dem Verhältnis von Zeitgeschichte und Aufarbeitung zu fragen. Martin Sabrow: The GDR in German history This essay discusses reasons for the current boom of examining the GDR by showing the path of its analysis within contemporary history after 1989 and by presenting the different GDR narratives that have modeled the current image of the GDR beyond academic discussion. Finally, it considers the interrelation of contemporary history and reappraisal. Roland Jahn: 20 Jahre Akteneinsicht in Deutschland: Was lehren uns die Stasi-Unterlagen? Die Öffnung der Stasi-Unterlagen vor 20 Jahren machte Transparenz und Aufklärung möglich, war Voraussetzung für Wiedergutmachung und gesellschaftliche Debatten. Die Nutzung der Stasi-Akten ist noch immer ein wesentlicher Pfad, auf dem die Aufarbeitung der SED-Diktatur voranschreitet. Diesen Pfad beschreiten auch viele junge Menschen, die begreifen wollen, was Diktatur in der DDR bedeutete. Neben den so wichtigen Gesprächen mit Zeitzeugen ermöglichen ihnen die Stasi-Akten einen eindrucksvollen Einblick in das Funktionieren der Diktatur. Auch international stößt der für die Stasi-Unterlagen gefundene Weg der geregelten Akten-Öffnung auf Interesse. Trotz der besonderen Bedingungen in Deutschland nach 1990 bietet er eine Orientierungshilfe für Akteure in Staaten, die heute Diktaturen überwinden. Ihnen ist dabei die Suche nach Übergangsgerechtigkeit ein elementares Anliegen. Dabei gilt national wie international, dass Aufklärung kein Verfallsdatum hat. Roland Jahn: 20 years of access to Stasi records in Germany: What lessons can be learned? The decision to open the Stasi files for public access 20 years ago granted transparency and clarification, thus providing the basis for redress and public debates. Usage of the Stasi files is still an essential path for the reappraisal of the SED dictatorship to proceed. This path has also been followed by many young people who have been trying to understand what dictatorship in the GDR actually meant. In addition to the highly important eye witness talks, gaining insight in Stasi files provided them with an impressive idea of the functioning of the dictatorship. This approach of a regulated opening of Stasi files has also met with international interest. In spite of the special circumstances in Germany after 1990, it has offered orientation for citizens in states that are in the process of overcoming dictatorships even today. To them, the search for transitional justice is an essential objective in that matter. In the course of this, it still holds true internationally, as well as nationally, that clarification does not have any expiry date. Hartmann Wunderer: Erinnerung an die Wissenschaftspropädeutik Ein wissenschaftspropädeutischer Unterricht soll die Studierfähigkeit von Schülerinnen und Schülern fördern. Dieser Anspruch an die Arbeit vor allem in der Sekundarstufe II wurde allerdings kaum genauer präzisiert, er trat in den letzten Jahren - wohl auch durch die Diskussion und Kompetenzen und Bildungsstandards - in den Hintergrund. Der Aufsatz umreißt die spezifischen Chancen des Geschichtsunterrichts für wissenschaftspropädeutisches Lernen. Da Geschichte kein Lernfach darstellt, sondern seinen Gegenstand erst selbst herstellen muss, eignet sich der Geschichtsunterricht zur Auseinandersetzung mit der Komplexität des Wirklichen, zur Methodenreflexion und zur Kritik der Erkenntnisgewinnung. Hartmut Wunderer: Reminder of academic propaedeutics Academic propaedeutics in the classroom is meant to support the students´academic skills. This general claim, especially for higher secondary education, has hardly ever been specified yet, however. Instead, the discussion on competencies and educational standards may have pushed it from the centre of attention a bit in recent years. This text presents specific possibilities of history education for academic propaedeutics. As history education is not just about learning facts by heart, but rather about establishing its own subject matter, it qualifies for an analysis of the complexity of reality, for reflections on methodology and for an examination of ways of understanding. Daniel Bernsen: Acht Thesen zum Arbeiten mit interaktiven Whiteboards im Geschichtsunterricht Ausgehend von einer Bestandsaufnahme der fachdidaktischen Diskussion werden in dem Beitrag zunächst allgemein didaktisch und darauf aufbauend fachspezifisch die Potentiale von interaktiven Whiteboards für den Geschichtsunterricht in den Blick genommen. Entgegen bisheriger Urteile in der Fachdidaktik wird dabei die Flexibilität des Einsatzes in allen Unterrichtsphasen sowie die vereinfachten Reaktionsmöglichkeiten auf Schülerbeiträge und den Unterrichtsverlauf betont. Zentral für die Unterrichtsarbeit scheint insbesondere die Erweiterung des bisherigen Tafel- und Medieneinsatzes durch die Integration, Verknüpfung und Veränderbarkeit verschiedenster Medienarten in den digitalen Wandtafeln. Trotz der didaktischen Chancen der Medienintegration und der Verknüpfung mit digitalen Geräten der Schüler gibt es auch Probleme. Diese sieht der Autor vor allem in den hohen Anschaffungs- und Folgekosten, der technischen Wartung und fehlenden Ausbildung der Lehrkräfte. Daniel Bernsen: Eight theses on working with interactive whiteboards in the history classroom Based on a synopsis of the discussion on subject didactics, this text presents possibilities of interactive whiteboards in history lessons on a general didactical level, as well as specifically related to subject didactics of history education. As opposed to all recent verdicts in the area of subject didactics, the flexibility of the usage of interactive whiteboards in various stages of lessons and the facilitation of reactions to students´ contributions and the course of the lesson are stressed here. Diversification of former usages of the board and of other media through the integrating, linking and modifying of different types of media via digital whiteboards may be seen as a decisive aspect. In spite of the didactical possibilities of the integration of media and a linking with the students´ digital gadgets, the author also mentions some problematic issues, namely the high costs, the necessity for technical maintenance and a lack of teacher training in that matter. Die Bezugsbedingungen im Abo finden Sie hier.
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Zeitzeugengespräche - Erinnerungskultur
Abstracts Ralph Erbar: Zeugen der Zeit? Zeitzeugengespräche in Wissenschaft und Unterricht Der Beitrag befasst sich mit der Bedeutung von Zeitzeugen in Wissenschaft und Unterricht. Zu häufig werden Zeitzeugen immer noch als authentisches Fenster zur Vergangenheit betrachtet. Dabei liegt ihre eigentliche Bedeutung auf einem ganz anderen Feld. Der Aufsatz untersucht, auf welche Weise die Erinnerungen von Zeitzeugen im Laufe der Zeit überformt werden, und kommt zu dem Ergebnis, dass diese Erinnerungen folglich individuell konstruierte Geschichte sind. Da Zeitzeugen lebende Quellen sind, gelten für die Arbeit mit ihnen besondere Kriterien quellenkritischen Arbeitens. Ralph Erbar: Witnesses of Time? Eyewitness Talks in Academic Research and History Education This article analyses the role of eyewitnesses in academic research and history education: Too often eyewitnesses are seen as authentic windows to the past. Their real relevance, however, may be seen in a totally different field. The author looks into possible ways in which memories of eyewitnesses have been modified over time, concluding that those memories rather present their individual constructions of history. As eyewitnesses embody "living sources", one should use special criteria for the source-critical analysis of their accounts. Christiane Bertram: Wirksamkeit von Zeitzeugenbefragungen im Geschichtsunterricht, ein Beitrag für die empirische Geschichtsdidaktik Die Doppelgesichtigkeit des Zeitzeugen, der gleichzeitig Quelle und Darstellung ist, macht ihn so spannend, aber auch so risikoreich für den Geschichtsunterricht. In der zur Zeit laufenden Interventionsstudie wird am Beispiel des Themas "Friedliche Revolution in der DDR" untersucht, welche Effekte die Zeitzeugenbefragung im Hinblick auf die Förderung der Re- und De-Konstruktionskompetenz wie auch auf den Erwerb von Faktenwissen und auf das Geschichtsinteresse hat. Neben einer Vorstellung des Gesamtprojekts werden im vorliegenden Beitrag die Ergebnisse aus der Vorstudie, in der das Messinstrument entwickelt wurde, berichtet. Christine Bertram: On the Efficiency of Eyewitness Interviews in History Education. A Contribution to Empirical History Didactics The two-faced character of eyewitnesses as both sources and narratives makes them exciting but also precarious guests in the history classroom. The ongoing intervention survey shows the effects of eyewitness interviews regarding students' re- and deconstruction skills, their acquisition of factual knowledge, as well as their interest in history, focusing on the example of the peaceful revolution in the GDR. This article presents the overall project, as well as the results of the pilot generating the measuring instrument. Axel Janowitz: Von Einsichten und Erinnerungen. Überlegungen zum Wechselverhältnis von Einsicht in die Stasi-Akten und Erinnerungsrekonstruktion Vor 20 Jahren, im Jahr 1992, nahmen erstmals Menschen auf gesetzlich geregelter Grundlage Einsicht in Unterlagen, die die DDR-Staatssicherheit zu ihnen gesammelt hatte. Aus ihnen erfuhren sie, mit welchen Methoden die Staatssicherheit sie ausspioniert hatte, und wie die Stasi in ihr Leben eingegriffen hatte. Vor allem aber lasen die von Stasi-Maßnahmen Betroffenen, wer sie verraten, wer zu ihnen gehalten hatte. Der Moment der Akteneinsicht konnte bis dahin Erinnertes in einem vollkommen neuen Licht erscheinen lassen. Mehrere Millionen Menschen haben diesen Schritt gemacht, haben Banales oder Schockierendes gelesen. Wenn Schüler heute auch Zeitzeugen zur DDR-Geschichte befragen, haben sie die außerordentliche Chance, sich mit der persönlichen "Gegenperspektive" zur schriftlichen Stasi-Überlieferung zu beschäftigen. Zugleich aber können sie erfahren, in welcher Weise Erinnerung sich durch die Akteneinsicht verändert hat. Dieses biografisch aber auch aufarbeitungsgeschichtlich deutlich zu verortende Ereignis ermöglicht hervorragende historische, wissenschaftspropädeutische und gegenwartsbezogene Zugänge zur jüngsten Geschichte. Axel Janowitz: On Insights and Memories. Considerations on the Interrelationship of the Examination of Stasi Records and the Reconstruction of Memory Twenty years ago, in 1992, for the first time, people were given access to their GDR State Security files based on a process regulated by law. They learned how State Security had spied on them and how it had messed with their lives. Above all, victims learned who had betrayed- and who had supported them. The moment they looked into their files could show them earlier memories in a dramatically different light. Several million people have taken that step, have read banal or shocking details. Students interviewing eyewitnesses of GDR times are being given the extraordinary opportunity to analyse the personal counter perspectives to written Stasi records understanding how the witness' memory has changed by the examination of their personal file. This event which can be easily located in biographical terms but also in respect to a victim's coming to terms with their past, offers exceptional historical and scientifically propaedeutic approaches to recent history, also offering transfers to the present day.
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Migration
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Ressourcen-Konflikte
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Kulturkonflikte
Abstracts Wolfram Reiss: Das Bild der Anderen. Die Darstellung Europas und seiner Geschichte in arabischen Geschichtsbüche Es werden ägyptische Schulbücher untersucht, die Europa, auf einem niedrigeren Kulturniveau stehend, als den "Erzfeind" der arabisch-muslimischen Kultur ansehen, gegen dessen imperialistisches Streben der islamische Orient sich wehren muss. Einen Schwerpunkt der Darstellung bildet hier die Abwehr der Kreuzzüge, auf die fast nahtlos der europäische Imperialismus folgt. Auffällig ist, dass diese polemisch-apologetische Darstellung in anderen arabischen Ländern (untersucht werden Palästina, Syrien, Libanon, Jordanien, Algerien) nicht in gleicher Weise anzutreffen ist. The Image of the Other. The Depiction of Europe and its history in Arabic history textbooks The author's analysis of Egyptian history textbooks shows that they present Europe as culturally inferior, as the Arabo-Muslim culture's "arch-enemy", against whose imperialist ambitions the Islamic East must defend itself. The aspect of fighting off the crusades marks a focus. It is followed, almost without transition, by the topic of European Imperialism. The fact that this polemic-apologetic approach cannot be found in other Arab states in the same way (text books from Palestine, Syria, Lebanon, Jordan and Algeria have been analyzed) is striking. Gisbert Gemein: Alles "Heilige Kriege"? Heiliger Krieg im alten Israel, Kreuzzugsgedanken in Mittelalter und Gegenwart, Wandel des Dschih Der Aufsatz unterscheidet in seinem ersten Teil die religiös begründeten Kriege (etwa der Exodusgeschichte) von den Makkabäer-Kriegen oder dem Bar-Kochba-Aufstand, bei denen es um das Überleben einer monotheistischen Kultur ging. Dort ausgeprägte Momente (z.B. Märtyrertum) werden später vom Christentum und Islam übernommen. Der zweite Teil behandelt die Wandlung des Kreuzzugsgedanken im Mittelalter sowie sein Verständnis seit dem 18. Jahrhundert, wobei auch auf die Instrumentalisierung des Kreuzzugsbegriff durch die heutige islamische Propaganda eingegangen wird. Beim Dschihad wird zwischen dem Großen und Kleinen unterschieden. Bei seinen jeweiligen historischen Ausformungen wird auf die jüngste Entwicklung zum modernen Dschihadismus (Terrorismus) besonders eingegangen. Nothing but "Holy Wars"? Holy War in ancient Israel, the concept of crusade in medieval and present times, transition of jihad In its first part this essay contrasts religiously motivated wars (as in the Exodus narrative) with the Wars of the Maccabees or the Bar Kokhba Rising supporting the survival of a monotheistic culture. Specific aspects coined in that revolt, such as the idea of martyrdom, were adopted by Christianity and Islam. The second part of this essay covers the transition of the concept of crusade in the course of the Middle Ages, as well as its manifestations since the 18th century including its instrumentalization by modern Islamic propaganda. The author distinguishes between the notions of great and small jihad. Concerning its respective manifestations, the essay focuses on the latest development towards a modern jihadism (terrorism). Kulturgrenzen. Interview mit Dr. Auma Obama Guido Knopp befragt Auma Obama zu kulturellen Grenzen, aber auch Grenzen der eigenen Identität, nach ihren Erfahrungen in Deutschland (Gleichberechtigung der Frau, Mauerfall), aber auch zu ihrem Bruder, dem amerikanischen Präsidenten. Guido Knopp interviews Dr. Auma Obama about the topics of cultural borders, the limitations of one's own identity, Obama's experiences in Germany concerning women’s emancipation and the Fall of the Wall, as well as her brother, the American President. Michael Epkenhans: Das Bild des Ersten Weltkrieges von Hans Herzfeld bis heute Der Aufsatz beschreibt den Wandel des Bildes vom 1. Weltkrieg, geht dabei auch auf die Kriegsschuldfrage aus heutiger Sicht ein, behandelt aber vorrangig den Krieg in seinem globalhistorischen Kontext (u.a. Eintritt der USA, Krieg im Nahen Osten, Auswirkungen auf die Kolonien), ohne seine mentalitätsgeschichtlichen Aspekte, den Kampf der Ideologien, den Wandel in der Kriegsführung und seine Auswirkungen auszuklammern. Zum Schluss geht er auch auf die Frage der Frauenbeschäftigung ein. The image of the First World War. From Hans Herzfeld to the present This essay describes the transition of the image of World War I, covering the war-guilt question from a modern perspective but focusing on the war in its global context (US entry into the war, war in the Middle East, consequences for the colonies) without neglecting its aspects of mentality, the clash of ideologies and its consequences. It closes with a consideration of female labour.
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Lernpotentiale der Regionalgeschichte
Bernd Schönemann: Lernpotentiale der Regionalgeschichte Der Beitrag befasst sich mit regionalgeschichtlich akzentuiertem historischem Lernen in der Schule. Er ordnet diese Fragestellung in den geschichtsdidaktischen Kontext der Inhaltsauswahl ein, stellt definitorische Überlegungen zum Begriff der Regionalgeschichte an, liefert eine Analyse ihres spezifischen Lernpotentials und erörtert abschließend Perspektiven ihrer künftigen Entwicklung als Unterrichtsthema. This essay deals with regionally-based learning of history inside the classroom. It categorizes this topic within the didactic context of the selection of topics, reflects on the definition of regional history and analyses its specific learning potential for the history classroom. Finally, it discusses perspectives for the future development of regional history as a topic at school. Bernd Mütter: Landesgeschichte im Unterricht und auf Exkursionen Der Beitrag befasst sich mit dem Verhältnis von Landesgeschichte und historischer Exkursion. Beide sind heute vernachlässigte Randthemen der Hochschuldisziplin Geschichtsdidaktik, anders als in der Unterrichtspraxis. Nach grundsätzlichen Überlegungen werden zwei komparatistische Konzepte vorgestellt mit Beispielen aus dem östlichen Westfalen und dem nördlichen Weser-Ems-Raum. Schließlich werden die Chancen und Perspektiven einer exkursionsgestützten Behandlung von Landesgeschichte im Unterricht erörtert. Local History in the History Classroom and as a topic of excursions This text deals with the relation of local history and historical excursions. Both topics have become somewhat neglected marginal topics in the field of History Didactics, yet not in the practical experience in History classrooms. Having outlined some fundamental considerations about this matter, the author presents two comparative concepts using examples of the areas in the eastern part of Westphalia and the northern part of the area near the Weser and Ems rivers. A discussion of the chances and perspectives of an excursion-based inclusion of local history in History lessons concludes this text. Bernward Fahlbusch: Der Stadtgrundriss - eine Schlüsselquelle Obwohl die "Stadt", vor allem als (spät)mittelalterliche Siedlungsform, in allen Lehrplänen vorgesehen ist, findet die "Schlüsselquelle" zum Phänomen Stadt, der Stadtgrundriss, kaum hinreichende Berücksichtigung im Unterricht. Der (möglichst parzellengenaue) Stadtgrundriss zeigt in seinen Wachstumsphasen nicht nur die räumliche Entwicklung von den Anfängen bis zur Gegenwart, sondern verweist dadurch und durch die geschichtliche Funktionalität einzelner Örtlichkeiten (ggf. einschließlich ihrer baulichen Überreste) auch auf die weiteren Bereiche städtischen Lebens, die der moderne kombinierte Stadtbegriff vorgibt: Herrschaft und Verfassung, Wirtschaft, Einwohnerschaft, Kultur. Trotz der unterrichtlichen Einsatzmöglichkeiten (Stadtexkursion; Stichworte: Handlungsorientiertheit, entdeckendes Lernen, Lebens- und Gegenwartsbezug, fächerverbindendes Lernen, Längsschnitt, Regionalgeschichte) beachtet die didaktische Literatur diese Sonderform der Karte (Grundrissplan, bes. Urkataster) allenfalls als randständige Erwähnung. Am Beispiel Duderstadt (Nds.) werden die Ausführungen konkretisiert. Imanuel Geiss: Krieg - eine realhistorische Universalie Der Aufsatz gibt eine Typologie des universalgeschichtlichen Phänomens Krieg. Dieser wird in die wichtigsten Kontexte eingeordnet: Staat, Macht, Imperium. Ein phänomenologischer Überblick stellt den Ersten Weltkrieg und den Heiligen Krieg heraus. Weitere Themen sind Kriegsfolgen, Krieg und Sklaverei und asymmetrische Kriege. The paper focusses on a typology of war in the context of world history. Complementary to war are state, power, and empire. In a short phenomenological synopsis emphasis is given to World War I and Holy Wars as well as to the follow-up cost of wars, war and slavery, and, finalley, asymmetrical wars. Daniel Eisenmenger: eTwinning - eine Chance für den Geschichtsunterricht Geschichte ist immer von unterschiedlichen regionalen und/oder nationalen Perspektiven und Interessen geprägt. Speziell für den europäischen Vergleich und den Aspekt der Multiperspektivität bietet eTwinning zahlreiche Einsatzmöglichkeiten. eTwinning ist eine Internetplattform für europäische Schul- oder Klassenprojekte. Europaweit nehmen mittlerweile fast 82 000 Lehrer an eTwinning teil. Neben einer Partnersuchfunktion für neue Projekte bietet der Twinspace einen gesicherten Raum für die Projektarbeit mit Kommunikationsmöglichkeiten wie Chat oder Forum, um historische und politische Themen aus den verschiedenen Perspektiven zu diskutieren. Zudem lassen sich Dateien auszutauschen und Arbeitsergebnisse öffentlich im Internet zu präsentieren. eTwinning in history teaching Teaching of history comprises always different regional and/or national perspectives and interests. To introduce comparisons and multiperspectiveness on a European level eTwinning is a very helpful and mighty tool. eTwinning is an internet platform for European school and class projects. Europewide there are almost 82 000 participating teachers. In addition to a the "Looking for a partner"-function to start new projects eTwinning offers a wide range of tools like a chat or a forum in its secure virtual classroom called "twinpace". These tools allow your students to discuss and exchange about historical and political topics from different perspectives. Moreover there is a data exchange base and the possibility to present the result of your work publicly in the internet.
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Vertreibung und Erinnerung - Migrationsaspekte; Terror und Terrorismus
Margarete Dörr: Wahrheit und Versöhnung Die Festrede zum 50jährigen Jubiläum des Frauenverbandes der Vertriebenen,ist ein "dokument humaine" der Rednerin Margarete Dörr,als Historikerin und speziell Geschichtsdidakterin hochgeachtet. Unter dem Leitwort "Wahrheit und Versöhnung" schildert sie zunächst das Schicksal ihrer Eltern (Vater Baltendeutscher, Mutter Wolgadeutsche) mit ihren leidvollen Erfahrungen der sowjetischen Geschichte, dann ihr eigenes mit der Vertreibung aus dem Baltikum 1939 nach dem Hitler-Stalin-Pakt in die neue Heimat Württemberg. Im Hauptteil der Rede steht die polnisch-deutsche Geschichte , die Gewalttaten der deutschen Besatzer und die Vertreibung der Deutschen nach 1945. Sie benennt und begründet fünf Ebenen, die bei einer klärenden Erinnerung dieser Vorgänge bewusst gemacht werden müssen, bis eine echte Versöhnung , die sie an mehreren Beispielen vergegenwärtigt, gelingen kann. Truth and Reconciliation Margarete Dörr’s speech celebrating the 50th anniversary of the Womens’ Federation of Expellees represents a document humaine. Focusing on the motto "Truth and Reconciliation", Dörr, venerated for her merits as a historian and an educationalist in the field of History teaching, describes her parents’ fate (Baltic-German and Volga-German) and their painful experiences with Soviet history, then proceeds with her own: Expulsion from the Baltic states in 1939 after the Nazi-Soviet Pact and arrival in her new home Württemberg. The main part of her speech focuses on Polish-German history, the atrocities of the German occupying forces and the expulsion of the Germans after 1945. She identifies and explains five levels of realization which are compulsory for a clarifying memory of those events, leading towards real reconciliation. This process is shown with the help of several examples. Uwe Walter: Terror und Terrorismus, historisiert. Eine Einführung Die Einleitung stellt wesentliche typologische Merkmale von Terror und Terrorismus anhand von Beispielen aus der Antike vor, bestimmt dann jedoch in einer historischen Skizze beide als spezifische Phänomene der Moderne. Terror and Terrorism, historicized. An introduction The introduction outlines some characteristic features of terror and terrorism sketching examples from ancient history. Both, nevertheless, should be determined as specific phenomena of the modern age. Michael Wagner: Die Terreur während der Französischen Revolution. Ursachen, Entstehung und Charakter einer revolutionären Reinigungsdiktatur Die Phase der terreur wird in den Kontext von Meistererzählungen der Französischen Revolution eingeordnet. Die "Explosion der innerstaatlichen Gewalt" lässt sich in drei Phasen einteilen. Neben den (Lynch-)Terror von unten trat der Terror von oben; eine Sonderform bildete der militarisierte Terror in den Bürgerkriegsgebieten, zumal in der Vendée. Kontingente und ideologische Motive paarten sich mit Verschwörungsfurcht; diese Kumulation führte zu einer sich selbst beschleunigenden Dynamik. Insgesamt gesehen war die terreur ein Instrument der 1793 etablierten Notstandsdiktatur, ein Mittel im innenpolitischen Machtkampf zwischen den Fraktionen der revolutionären politischen Klasse sowie ein integraler Bestandteil des Projekts einer ideologischen Neugründung Frankreichs. The Reign of Terror during the French Revolution. Causes, origins and character of a revolutionary purging dictatorship The reign of terror is usually put into the context of master narratives of the French Revolution. This "explosion of domestic violence" can be divided into three phases: The (lynch-) terror from the bottom of society complementing the terror from its top, accompanied by the militarized terror in the areas of civil war, especially the Vendée, representing a special type of terror. Contingents and ideological motivations met with conspiracy fears - a combination that led to self-accelerating dynamics. All in all the reign of terror was an instrument of the emergency dictatorship established in 1793, the means of a domestic power struggle between the respective revolutionary political groups, an essential part of the scheme of an ideological re-establishment of France. Jörg Baberowski: Misstrauen und Gewalt. Stalinismus als Despotie Der stalinistische Terror von oben verwandelte die Sowjetunion in ein "kollektives Irrenhaus". Der vom Diktator über das Land verhängte Ausnahmezustand zerbrach alle Sicherungsvorkehrungen, die es Menschen unter friedlichen Umständen ermöglichen, sich vor Gewalt und willkürlicher Verfolgung zu schützen. Ihre außergewöhnliche Wirkung erzielte die stalinistische Diktatur vor allem durch die systematische Erzeugung von Furcht; diese veranlasste die Akteure, Täter zu sein, um nicht Opfer zu werden. Der Aufsatz zeichnet am Beispiel des Stalinschen Hofes und seiner Filialen in der Provinz nach, welche Bedingungen einen Gewaltmenschen wie Stalin als Herrscher ermöglichten und welche Möglichkeiten sich dem Gewaltmenschen boten, den politischen Raum in einen Gewaltraum zu verwandeln. Suspicion and Violence. Stalinism as Despotism Stalinist state terror turned the Soviet Union into a "collective madhouse". The martial law the dictator had imposed on the country destroyed all safety precautions which, in peaceful times, usually protect people from violence or arbitrary persecution. The Stalinist dictatorship generated an atmosphere of fear, with exceptional consequences: It prompted people to become perpetrators in order to avoid being victims. Using Stalin’s court and its branches in the country as examples, this essay shows the conditions that brought forth a violent leader like Stalin and the possibilities for such a violent leader to turn the political scene into a violent one.
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Bilingualer Geschichtsunterricht
Abstracts Sylvia Semmet: Bilingualer Geschichtsunterricht – verkappte Englischstunde oder zeitgemäßer Geschichtsunterricht? Meinungen zu bilingualem Geschichtsunterricht gehen schon seit dessen Aufkommen weit auseinander: Während in vielen Fachkollegien die Ansicht vorherrscht, es handele sich hier eher um verkappten Sprachunterricht, spricht der Schulausschuss der KMK in seinem letzte Bericht zu "Konzepten für den bilingualen Unterricht" (4/2006) über denselben als einem "Beitrag zu qualitätvollem und zeitgemäßem Unterricht". Der Artikel wird sich daher mit der Frage beschäftigen, was nun diese spezifische Form des Geschichtsunterrichtes von „normalem“ Geschichtsunterricht unterscheidet, bzw. wo die Gemeinsamkeiten liegen, aber auch worin der Mehrwert des bilingualen Geschichtsunterrichts bestehen kann. Damit einhergehen wird eine Bestandsaufnahme des momentanen Standes der integrativen Didaktik und Methodik, des aktuellen Angebots an speziellen Lehrwerken und einige Überlegungen zu der Frage, wie die Qualität dieser Form des Geschichtsunterrichts weiterhin gesichert und noch ausgebaut werden kann. Content and Language Integrated Learning in History Lessons - Language Lessons in Disguise or Modern History Lessons? From the very start opinions about Content and Language Integrated Learning in History lessons have strongly diverged. Whereas many colleagues of the same subject seem to regard them as language lessons in disguise, the school committee of the Standing Conference of the Ministers of Education and Cultural Affairs calls them a "contribution to high-quality, modern education" in its recent report "Concepts for Content and Language Integrated Learning" (4/2006). This article is going to deal with the question in what way this specific form of History teaching and - learning differs from "normal" History lessons, which aspects both approaches have in common and what the added value of CLIL of History could be. This article is also going to offer an evaluation of the momentary situation in integrative didactics and methodology, the current situation in special text- and resource books on offer and some thoughts about the question, how quality standards of this form of teaching and learning could be maintained and even improved in the future. Tobias Schmuck: Peace for Our Time: appeasement als die bittere Kunst des Möglichen Die appeasement-Politik gilt nach wie vor in allen historisch beteiligten Ländern als genauso umstritten wie verfehlt. Der Beitrag versucht eine Reihe zu konstruieren, die den Gang der Ereignisse aus mehreren Perspektiven nachvollziehen lässt. Die Prämisse des bilingualen Unterrichts fordert insbesondere dazu auf, die vorhandenen britischen Ansichten der Zeitgenossen und der nachträglichen Betrachtung zu reflektieren. Methodisch soll sich die Auswahl der Arbeitsaufträge an klassisch britische Denkmuster wie die Spekulation oder die throw-away thesis annähern. Peace for Our Time: Appeasement - The Bitter Art of the Possible Up to this day, the policy of appeasement has been regarded as controversial and misguided at the same time in all the countries that were historically involved. This article is going to try and offer a contents unit enabling the student to approach this sequence of events from different perspectives. Based on the demands of CLIL teaching and -learning, British contemporary views and also later views are analysed. The methodological approach of this unit uses classical British thinking skills, such as speculation or throw-away-theses for the structure of its tasks. Helge Schröder: Bilingualer Geschichtsunterricht In dem Aufsatz wird rückblickend beschrieben, wie sich ein Gymnasium auf den Weg zur Bilingualität begeben und dadurch einen Entwicklungsschub erlebt hat. Dabei werden Herausforderungen, Schwierigkeiten, Widerstände und Erfolge skizziert und auch ein Vergleich zu anderen bilingualen Profilen gezogen. Ergänzend wird sich mit Geschichte als bilingualem Leitfach auseinandergesetzt. Abschließend werden die Chancen eines bilingualen Profils für die Schulentwicklung zusammengefasst. Content and Language Integrated Learning in History Lessons This article is going to describe the experiences the staff and students of a grammar school made when starting their way towards Content and Language Integrated Learning and how they experienced a boost in their development. In doing so, it is also going to give an insight into challenges, difficulties, resistance and success, as well as a comparison with other kinds of CLIL profiles. Additionally, the role of History as a major subject in CLIL teaching is going to be examined and potential chances of CLIL profiles for the development of schools are shown. Malte Bachem: Karl der Große - Heiliger und Urahn. Zur Frage nach Geschichtskultur im Mittelalter Innerhalb der Geschichtsdidaktik hat sich mit der Kategorie "Geschichtskultur" ein Ansatz zur Erforschung des kollektiven Umgangs mit Vergangenheit etabliert. Der Beitrag behandelt Wirkungsweisen und Funktionen der geschichtskulturellen Verarbeitung Karls des Großen in Institutionen des römischen Imperiums und des französischen Königtums an zwei Beispielen aus dem Hochmittelalter: der Heiligsprechung Karls des Großen unter Friedrich Barbarossa und der Entstehung des Gedankens von der "Rückkehr" des Karolingerkaisers an den französischen Königshof. Charlemagne - Saint or forebear. On the question of historical culture in the Middle Ages Among history educationalists the category "historical culture" has established itself as an approach to investigate in a society`s collective dealing with the past. This article is going to deal with the operational modes and functions of the processing of Charlemagne in institutions of the Roman Empire and the French royalty as far as historical culture is concerned. In order to do so, two examples from the High Middle Ages, namely Charlemagne`s canonization during the reign of Frederick I Barbarossa and the emergence of the idea of a return of the Carolingian emperor to the French royal court. Hans Christof Kraus: Niedergang oder Aufstieg. Anmerkungen zum deutschen Kulturoptimismus um 1900 Gegen die v.a. von F. Stern begründete, lange kanonische Auffassung von einem dominierenden Kulturpessimismus in Deutschland vor und nach 1918 zeigt eine genauere Untersuchung, dass in den Jahren vor dem Ersten Weltkrieg in vielen Bereichen ein ausgesprochener Kulturoptimismus vorherrschte, verbunden mit dem weit verbreiteten Glauben an einen sich kontinuierlich und fast unaufhaltsam vollziehenden, durch Bildung und Wissenschaft beförderten Aufstieg der Menschheit sowie an die genuinen Möglichkeiten einer künftigen allgemeinen Sicherung des Friedens in Europa und der Welt. Zu allen Zeiten gab und gibt es beide Versionen der Gegenwartsdeutung und der Zukunftserwartung. Doch den zeitgenössischen Akteuren darf die Offenheit ihrer Zukunft und die Unvorhersehbarkeit des Künftigen nicht nachträglich genommen werden. Rise or Demise - Some Comments on the German Cultural Optimism around the Year 1900 As opposed to the long and canonical concept of a dominating cultural pessimism in Germany before and after 1918, as founded by F. Stern and others, a more precise analysis shows that in the years before World War I, actually a distinct cultural optimism prevailed in many areas. This optimism, together with a common belief in a steady and unstoppable advancement of mankind, supported by education and science, as well as a belief in the congenital possibilities of a future comprehensive safeguarding of peace in Europe and in the whole world was common in those days. There have always been both versions of interpretations of the present and expectations for the future but the contemporaries must not be deprived of the unpredictability of the unknown in retrospect. Michael C. Hermann: Desinteressiert, unpolitisch, distanziert. Politische Einstellungen deutscher Jugendlicher Die politische Öffentlichkeit ist verunsichert, was die politischen Einstellungen der jungen Generation betrifft. Sie wird als politisch desinteressiert, apathisch und distanziert beschrieben. Bei näherer Betrachtung erweisen sich diese Zuschreibungen als nicht haltbar. Jugendliche sind tatsächlich für konkrete politische Sachfragen sehr wohl zu mobilisieren, lehnen aber die tradierte politische Kultur Erwachsener zunehmend ab. Auch verbreitete Vorstellungen über das Entstehen politischer Weltbilder sind widerlegt: Die Bedeutung der verschiedenen Sozialisationsphasen hat sich verschoben. In das Zentrum der Analyse rücken die Massenmedien, die entscheidenden Anteil an der Konstruktion politischer Weltbilder Jugendlicher haben. All dies erfordert nicht nur eine Offensive politischer Bildungsarbeit, sondern auch eine Modernisierung der politischen Kultur moderner Demokratien an sich. Uninterested, Apolitical, Distanced - Political Attitudes of German Youths The political public has been worried about the political attitudes of the younger generation. It is seen as politically uninterested, apathetic and distanced. Yet a closer examination shows that these attributions are not correct. Young people can actually be mobilized for specific political issues, but are more and more against the traditional political culture of adults. Another topic that has been proven wrong is the wide-spread idea of the coming into existence of political views of life. The relevance of the respective phases of socialization has changed. An analysis of the decisive role of the mass media in the construction of the political views of life of youths is going to be the centre of this article. All in all, this does not only demand an offensive in political educational work but also a modernizing of the political culture of modern democracies in general. http://www.geschichtefuerheute.de/
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Medizingeschichte
Abstracts Wolfgang Woelk: Medizingeschichte: Exotenfach oder eine hilfreiche Ergänzung zur Ausbildung historischer Kompetenzen Der erste Teil des Beitrags umreißt den Gegenstand der Medizingeschichte. Es wird dargelegt, was eine moderne und mit den Standards der Geschichtswissenschaft kongruente Medizingeschichte leisten kann. Dabei konzentrieren sich die Ausführungen auf das Konzept einer Sozialgeschichte der Medizin. Innerhalb dieses Ansatzes rückt die öffentliche Gesundheitssicherung in den Mittelpunkt. Gerade in der Diskussion über die Ausgestaltung öffentlicher Gesundheit liegen Ansatzpunkte für den Einsatz im Geschichtsunterricht, da Gesundheit und Krankheit zu den "epochalen Schlüsselproblemen" gehören. Im zweiten Teil des Beitrags wird nach einer Übersicht über die Quellenlage an erprobten Beispielen des ausgehenden 19. und 20. Jahrhunderts stichwortartig dargelegt, worin der zusätzliche Erkenntnisgewinn für den Geschichtsunterricht in der Sekundarstufe I und II liegen kann. The first part of this article gives a short outline of the social history of medicine focusing on the issue of public health care. This thematic priority has been chosen because of the manifold political and social implications those sciences dealing with public health usually portray and because the aspects of health and disease represent key problems in the subject of history. The second part of the article deals with the practical impact of medical history on the subject of history in secondary education and gives a general overview of potential sources. Frank Behne: "Man muss es … für das Höchste halten, den Kranken gesund zu machen": Medizin im Alten Ägypten und in der griechisch-römischen Antike Der Aufsatz zeigt, wie sich die Grundlagen der abendländischen Medizin im Altertum entwickelt haben. Dabei steht neben dem Alten Ägypten vor allem Griechenland mit Asklepios und Hippokrates im Mittelpunkt der Darstellung, die mit Galen, einem in Rom wirkenden Arzt griechischer Herkunft, schließt. In dem Beitrag wird herausgearbeitet, wie sich die Auffassung von Krankheit, ja überhaupt die Sichtweise auf den menschlichen Körper von einem eher religiös-magisch bestimmten zu einem empirisch-rationalen Verständnis gewandelt hat. Hier liegen schließlich die Ursprünge der abendländischen Medizin. This essay shows the way the foundations of occidental medicine were already laid in ancient times. Besides ancient Egypt, especially Greece is presented with Asclepius and Hippocrates as its main representatives. The outline closes giving an insight into Galen’s work, a native Greek who lived and worked in Rome. The author traces the changes in the attitudes towards diseases and even the human body starting, out being seen from a religious or even magic angle and then slowly developing into a more empirical, rational one. Wolfgang Hammer: Von der Folter zur Therapie. Traumatisierte Soldaten und die Militärpsychiatrie vom Ersten Weltkrieg bis zum Afghanistaneinsatz Die Militärpsychiatrie hat die Aufgabe, seelisch leidende Soldaten wieder kampffähig an die Front zurückzuschicken. In diesem Aufsatz wird dargestellt, wie in den beiden Weltkriegen den seelisch Leidenden als Simulanten hart behandelt wurden, wie sich aber nach dem Zweiten Weltkrieg, vor allem in Folge des Vietnamkrieges, eine an den Auswirkungen traumatisierender Erlebnisse (Psychotraumatologie) orientierte humanere Behandlung seelisch verletzter Soldaten entwickelte. Military psychiatrists try to support traumatized soldiers so that they may return to the front lines. This article shows the way these soldiers were treated harshly as malingerers during both world wars, yet how this treatment has slowly been revised after World War II and especially after the Vietnam War. A more human form of treatment which is based on experiences with severely traumatized soldiers (Psychotraumatology) has finally gained acceptance. Peter Lautzas: Über Grenzen Ausgehend von Ralf Dahrendorfs Lebenserinnerungen, deren Titel dem 48. Deutschen Historikertag 2010 als Motto dient, werden skizzenhaft einige Überlegungen zu Begriff und Erscheinungsformen von Grenze formuliert, wobei etwas näher auf die bei uns heute vorhandene Auffassung eingegangen wird. Sie ist gekennzeichnet durch die Vorstellung einer hermetischen Abriegelung aller Lebensbereiche an einer scharf gezogenen Linie. Der Grenzproblematik wird sodann kontrastiv das Phänomen der Globalisierung gegenübergestellt, das uns vor neue Herausforderungen auch in der Frage der Grenzziehungen stellt. Based upon Ralf Dahrendorf’s biographical memories whose title serves as a motto for the 48th German Historians’ Symposium 2010, the article outlines some thoughts about the concept and different variations of borders focusing on the current understanding of the term. It is characterized by the idea of a total lockdown of all areas of life through a sharply defined line. Further on, this problematic aspect of borders is contrasted with the phenomenon of globalization challenging us all with new facets of borders. Helge Schröder: Zwischen Anspruch und Wirklichkeit: Tafelbilder im Geschichts- und Politikunterricht Tafelbilder gehören zu den Klassikern des Geschichts- und Politikunterrichtes - aber haben sie angesichts der neuen Medien noch eine Zukunft? Um diese Frage zu klären, wird zunächst die vorliegende, überwiegend praxisorientierte, Literatur gesichtet sowie die didaktische Diskussion zusammengefasst und kritisch gewürdigt. Es folgt eine Analyse des Potentials und der Chancen durch die neuen Medien, hier vertreten durch die "Intelligenten Tafeln" mit Internetzugang. In einer Schlussbetrachtung Herausforderungen für die Geschichts- und Politikdidaktik benannt. Blackboard sketches rate among the classics of History and Civics lessons – but aren’t they facing an uncertain future with all the new media in the classroom? In order to answer this question, the author presents a critical overview of the current, mainly practice-oriented publications and the didactical discussion. He proceeds with an analysis of the potential chances when using new media, focusing on interactive whiteboards providing internet access. In his conclusion he traces challenges for History and Civics didactics.
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Globalgeschichtliche Perspektiven im Geschichtsunterricht
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Denkmal
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Gedenkjahr 2009
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20 Jahre friedliche Revolution
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Ungleichheiten
Uwe Walter: Ungleichheiten Der Essay durchmustert zunächst die Motti der vergangenen Historikertage und sucht einige Trends in der Geschichtswissenschaft aufzuzeigen. „Ungleichheiten“, das Thema der diesjährigen Versammlung in Dresden, umgreift erneut ein riesengroßes Feld, es lassen sich aber auch ideengeschichtliche Stränge seit der Antike verfolgen, Ungleichheiten zu konzeptualisieren, zu begründen oder anzuprangern. In diesem Sinne entwirft der Beitrag eine knappe Skizze. The essay starts with an examination of the mottoes of the previous historians’ symposia and tries to show certain trends in the science of history. „Disparities“, the topic of this year’s meeting in Dresden, encompasses a very wide range of aspects. There are, however, certain lines in the history of ideas approaching a conceptualization of the different forms of disparities and ways of explaining or actually denouncing the phenomenon. These lines can be traced since ancient times. On this basis the article draws a concise sketch. Hermann Hiery: Europa und die Öffnung der Welt Während die chinesischen Ansätze zu einer Erkundung und Eroberung überseeischer Räume trotz guter technischer Voraussetzungen im 15. Jahrhundert abbrachen, führten die Anstrengungen der (West-)Europäer zur bis heute wirksamen Europäisierung der Welt. Der Aufsatz durchmustert die gängigen Erklärungen kritisch und nennt sechs Faktoren: die Existenz einer europäischen (abendländischen) Identität bei gleichzeitiger Konkurrenz, die Selbstverständlichkeit von Fremderfahrungen, das planende Vorsorge erfordernde Klima, die Duldung und Belohnung von Außenseitern und Individualisten, die aus der Knappheit erwachsene Bereitschaft zur Aneignung und Integration von Neuem, das Christentum als helfende Kraft, mit Angst vor dem Unbekannten fertig zu werden. Nicht weltweit durchzusetzen vermochten die Europäer u.a. ihre spezifische Rationalität, das Denken in nationalen Kategorien sowie die Menschenrechte als universale Größe. Daher werden die Verhältnisse in vielen postkolonialen Regionen politisch und gesellschaftlich von Hybridformen geprägt. Whereas the Chinese approaches to the exploration and conquest of overseas territories came to a halt in the 15th century in spite of good technological conditions, the (Western) European efforts actually led to a Europeanization of the world which is still effective today. The essay examines current ways of explaining the phenomenon critically and names six factors: the existence of a European (occidental) identity on the one hand but, at the same time, a rivalry among the Europeans on the other hand, the casualness they showed when experiencing something totally alien to them, a climate utterly demanding prudent provision, the toleration and even rewarding of outsiders and individualists and, resulting from the omnipresent paucity in those days, a certain readiness to adopt and integrate new ideas. The author finally mentions Christianity as a factor supporting people in coping with the unknown. Yet neither were the Europeans able to achieve a worldwide acceptance of their specific rationality and their habit of thinking in national categories, nor an adoption of human rights as a universal concept. That is why the conditions in many postcolonial regions are shaped by political and social hybrid forms today. Gisbert Gemein/Hartmut Redmer: Interpretation von Geschichtskarten (Teil 1) Methodisches Lernen gehört zwar inzwischen zur Obligatorik eines jeden Unterrichtswerkes, doch wird die Interpretation von Geschichtskarten i.d.R. nur einmal eingeübt. Der vorliegende Beitrag versucht in sechs Lernschritten, verteilt über die Jahrgänge der Sek. I, eine den jeweiligen Altersstufen gemäße sich aufeinander aufbauende Lernprogression zu erreichen. Dabei folgen die Themen (Ägypten, Rom, mittelalterliche Stadt, historische Karten zum Zeitalter der Entdeckungen, Kalter Krieg, Bedrohung durch die Raketen Nordkoreas) dem üblichen Curriculum. Sie beinhalten aber auch unterschiedliche Kartenarten (statische und dynamische Karte, Kartenfolge, Stadtplan und Stadtansicht, historische Karte), die u.a. ideologiekritisch untersucht werden. Die umfangreichen Arbeitsaufträge und Fragen enthalten handlungsorientierte Aspekte. It is true that methodical learning does belong to the obligatory aspects of every textbook but the interpretation of historical maps is usually practised only once in students’ schooldays. The present article tries to achieve a learning progress through six progressive steps suitable for the respective age groups of the first stage of the secondary level. The topics (Ancient Egypt, The Roman Empire, Medieval Towns, Historical Maps in the Age of Discovery, The Cold War, The Threat of North Korea’s Missiles) follow the usual curriculum but also include various types of maps (static and dynamic maps, series of maps, town maps, top views of towns, historical maps) and their analysis, tracing and questioning potentially underlying ideologies. Elaborate tasks and questions also provide active learning approaches. http://www.geschichtefuerheute.de/
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