Werte vermitteln - Orientierung geben

Gemeinsam Lernen 4/2016

herausgegeben von
GGG - Verband für Schulen des gemeinsamen Lernens - und Debus Pädagogik Verlag
unter Mitarbeit von
Ingrid Ahlring, Kurt Edler, Jörg Friedrich, Christina Gruhne, Christa Kaletsch, Petra Lenz, Georg Lind

Angesichts der Vorgänge im Nahen Osten, der Flüchtlingswirklichkeit und der aufgeheizten Diskussion darüber in unserer Gesellschaft geht es in diesem Heft um die Jugendlichen in unseren Schulen. In den Schulen sitzen einerseits junge Menschen, die sich vom IS begeistern lassen und erheblich gefährdet sind, nach Syrien in das „große Abenteuer“ zu ziehen, andererseits solche, die mit Skepsis, Vorurteilen und Vorbehalten konfrontiert sind, weil ihre Religion zunehmend mit dem radikalen Islamismus gleichgesetzt wird. In unseren Schulen sitzen auch muslimische Kinder, die unter dramatischen Umstän…

... mehr

Bestellnummer: GL4_16
EAN: GL4_16 (Print) / 9783954140756 (PDF)
ISBN: GL4_16 (Print) / 978-3-95414-075-6 (PDF)
Erscheinungsjahr: 2016
Seitenzahl: 74
Produktinformationen

Angesichts der Vorgänge im Nahen Osten, der Flüchtlingswirklichkeit und der aufgeheizten Diskussion darüber in unserer Gesellschaft geht es in diesem Heft um die Jugendlichen in unseren Schulen. In den Schulen sitzen einerseits junge Menschen, die sich vom IS begeistern lassen und erheblich gefährdet sind, nach Syrien in das „große Abenteuer“ zu ziehen, andererseits solche, die mit Skepsis, Vorurteilen und Vorbehalten konfrontiert sind, weil ihre Religion zunehmend mit dem radikalen Islamismus gleichgesetzt wird. In unseren Schulen sitzen auch muslimische Kinder, die unter dramatischen Umständen gerade vor Krieg und IS geflohen sind und hier eine neue Heimat zu finden hoffen, sowie Kinder nicht muslimischen Glaubens, die vom Islam wenig wissen und angesichts des brisanten Themas möglicherweise vorschnell urteilen und verurteilen. Und wir haben auch mit radikaler Fremdenfeindlichkeit in Schulen zu tun. Unsere Schulen und unsere Lehrkräfte müssen damit umgehen. Sie müssen präventiv wirken, sie müssen selbst verstehen und Verständnis lehren, sie müssen eine eigene Position finden und professionelle Distanz wahren und sie müssen – gleichgültig, welches Fach sie unterrichten – vor allem Bescheid wissen über diese neuen globalen Herausforderungen.

In diesem Heft geht es um Einschätzungen, die helfen, die eigene Position zu finden und um präventive Strategien – sowohl für Lehrkräfte als auch für Schulen und deren Unterstützungssysteme. Es gibt Beispiele für den Umgang mit gefährdeten Jugendlichen und Anstöße zu einer Diskussion darüber, ob der „klassische Religionsunterricht“ an unseren Schulen wirklich noch zeitgemäß ist oder wir nicht vielmehr dringend darüber nachdenken müssen, wie das Zusammenleben, wie gemeinsames Lernen und Verstehen gefördert werden können.

Inhaltsübersicht

Thema: Werte vermitteln – Orientierung geben

KURT EDLER
Werte- und Kulturkonflikte der Einwanderungsgesellschaft.
Ein politisch-pädagogischer Blick

KURT EDLER
„Wo aber Gefahr ist … “
Überlegungen zur Dschihadismus-Prävention

CHRISTA KALETSCH
Radikale Positionen irritieren.
Anregungen zur Auseinandersetzung im heterogenen Klassenzimmer

INGRID AHLRING
Religion in der Schule neu denken

PETRA LENZ, CHRISTINA GRUHNE
Auseinandersetzung mit eigenen und fremden Wertvorstellungen.
Potenziale des Faches L-E-R in Brandenburg

JÖRG FRIEDRICH
„Wir können noch viel voneinander lernen!“
Schulische Projektarbeit zum Aufbau von Toleranz und Verständnis für das Anderssein

Beitrag

GEORG LIND
Gemeinsames Lernen braucht Moralkompetenz

Best Practice

Eine Schule schwärmt aus: Kunst durch Kunst vermittelt
Von FRAUKE ELLSSEL, MEIKE HOLSTEN, RENATE HEIMANN

Bildungspolitik

Schulen des gemeinsamen Lernens in Berlin von 1948 bis heute
Von LOTHAR SACK

GGG-Info

Rezensionen

Autor*innen

Dr. Ingrid Ahlring
war Lehrerin für Englisch und Gesellschaftslehre und von 2003-2012 Schulleiterin der Helene-Lange-Schule in Wiesbaden. Sie arbeitete für verschiedene pädagogische Zeitschriften und derzeit in der Redaktion von „Gemeinsam Lernen“ und ist Mitglied im Bundesvorstand der GGG.

Kurt Edler
war Lehrer in Hamburg und leitete von 2004-15 das Referat Gesellschaft am Landesinstitut für Lehrerbildung und Schulentwicklung. Er ist Vorsitzender der Deutschen Gesellschaft für Demokratiepädagogik und von der KMK beauftragter Länderkoordinator beim Europarats-Programm „Education for Democratic Citizenship and Human Rights“.

Jörg Friedrich
ist seit 2009 Lehrer an der Gemeinschaftsschule Nohfelden (2015 Bundessieger „Starke Schule“), dort seit 2016 Koordinator für besondere Aufgaben.

Christina Gruhne
ist Gymnasiallehrerin für L-E-R/Deutsch in Oranienburg und Fachseminarleiterin für die Ausbildung von L-E-R Lehrer-/innen am Studienseminar in Potsdam.

Christa Kaletsch
ist freie Trainerin, Beraterin und Programmentwicklerin in den Bereichen konstruktive Konfliktbearbeitung, Partizipation und Zivilcourage u. a. im hessischen Modellprojekt zu Schulmediation und dem BLK-Projekt „Demokratie lernen und leben“.

Dr. Petra Lenz
ist Akademische Mitarbeiterin am Institut für Lebensgestaltung-Ethik-Religionskunde der Universität Potsdam.

Dr. Georg Lind
war vor seiner Emeritierung apl. Professor für Pychologie und Bildungsforscher an der Universität Konstanz.

 

Sie könnten auch an folgenden Titeln interessiert sein

Soziale Arbeit und Schule
Diversität und Disparität als Herausforderung
Welchen Beitrag kann Soziale Arbeit in der Schule leisten, damit Vielfalt im Sinne der unterschiedlichen Ressourcen und Potenziale von Kindern und Jugendlichen im schulischen Alltag anerkannt und gefördert wird, schulinterne Ausgrenzung vermieden und eine gleichberechtigte Teilhabe an Bildung für alle angestrebt wird? Dieser Frage widmet sich der vorliegende Sammelband. Alle bisher erschienenen international vergleichenden Schulleistungsstudien kommen im Hinblick auf das deutsche Bildungssystem zu dem Ergebnis, dass der Bildungserfolg stark vom sozioökonomischen Hintergrund der Kinder und Jugendlichen abhängt. Es lassen sich Selektionsmechanismen im Bildungswesen identifizieren, die dazu führen, dass Kinder und Jugendliche nicht angemessen gefördert werden und Bildungskarrieren scheitern. Zugleich wird Schule durch kulturelle und soziale Heterogenität geprägt, mit der sich alle Beteiligten konfrontiert sehen. Die Auseinandersetzung mit Diversität und Disparität ist daher eine zentrale Aufgabe von Schule, die allerdings nicht allein durch die Fachkompetenz von Lehrern und Lehrerinnen zu bewältigen ist. Diese Erkenntnis hat einerseits dazu beigetragen, der Schulsozialarbeit einen gewissen Stellenwert zuzubilligen, aber andererseits noch nicht zu ihrer gesetzlichen Verankerung, soliden Finanzierung und flächendeckenden Verbreitung geführt. Zugleich sind die Aufgaben von Schulsozialarbeit zurzeit noch stark defizitorientiert und kompensatorisch definiert. In Abgrenzung davon wird hier ein ganzheitlicher, auf Ressourcen und Potenziale ausgerichteter sozialpädagogischer Ansatz und ein auf Teilhabe zielendes Bildungsverständnis vorgestellt. Wurden Themen wie Diversity und Inklusion bisher meistens allein aus Sicht der Schulpädagogik erörtert, liefert der vorliegende Band eine andere Perspektive. Hier wird die Soziale Arbeit im Kontext von Schule in den Mittelpunkt gerückt. Eine Diversity-Strategie in der Schule ermöglicht auch einen Paradigmenwechsel für Schulsozialarbeit, der in diesem Buch herausgearbeitet wird.
> mehr

31,99 € - 39,80 €
Heterogenität im Klassenzimmer
Methoden, Beispiele und Übungen zur Menschenrechtsbildung
Fühlen Sie sich als Lehrerin oder Lehrer, als Pädagogin oder Pädagoge auch wenig vorbereitet auf die „Pluralität im Klassenzimmer“? Nehmen Sie verstärkt diskriminierendes, gewaltförmiges Geschehen an Ihrer Schule wahr? Sind Sie mit antisemitischen, islamfeindlichen und antihomosexuellen Verhaltensweisen konfrontiert und tun Sie sich schwer damit, das Geschehen einzuordnen und entsprechende Handlungsoptionen zu entwickeln? In diesem Buch werden Ideen und Erfahrungen präsentiert, wie eine zeitgemäße, angemessene Auseinandersetzung mit Heterogenität im Klassenzimmer aussehen kann. Die AutorInnen haben aus ihrer Fortbildungs- und Beratungspraxis Antworten auf Fragen wie diese entwickelt: Wie thematisiere ich Demokratie und Parlamentarismus, wenn die Mehrheit der (in Deutschland geborenen) Schülerinnen und Schüler weiß, dass sie nach geltendem Recht nicht in den Genuss der politischen Freiheitsrechte in Deutschland kommen wird? Wie reagiere ich auf die vielerorts zu beobachtenden schleichenden Gewöhnungsprozesse an menschenverachtende Positionen, die insbesondere im Internet, aber auch in TV-Talkshows eingeführt werden? Wie arbeite ich zu zeitgeschichtlich relevanten Themen und wie werde ich dabei allen Teilen im pluralen Klassenzimmer gerecht? Wie kann ich Jungen und Mädchen zu kritischen (Welt)Bürgerinnen und -bürgern erziehen, wenn gleichzeitig in Debatten zum Thema Postdemokratie zu Recht ein Aushöhlen der demokratischen Verhältnisse beklagt wird? Das Buch ist eine Orientierungshilfe und zugleich eine kritische Auseinandersetzung mit klassischen Fehlannahmen und Zuschreibungsmechanismen. Autorin und Autor laden Sie dazu ein, komplexe Alltagssituationen im pädagogischen Raum zu reflektieren, zu strukturieren und entsprechend diskriminierungskritische, inklusive Handlungsoptionen für Ihren (Schul)Alltag zu entwickeln. Die theoriegeleiteten Analysen der pädagogischen Praxis sind deshalb mit zahlreichen methodischen Anregungen gespickt und bieten so erprobte Handlungsempfehlungen aus der Praxis für Ihre Praxis.
> mehr

17,99 € - 22,80 €
"WIR oder Scharia"?
Islamfeindliche Kampagnen im Rechtsextremismus. Analysen und Projekte zur Prävention
"Bildung statt Moscheen", "Sicherheit statt Islamisierung", "Heimat statt Minarette" – "WIR oder Scharia!": Parolen wie diese stehen für islamfeindliche Kampagnen, mit denen Rechtsextremisten auf den Plan treten. Von der selbsternannten "Bürgerbewegung pro NRW" über die NPD bis zu Neonazi-Gruppen und rechtsextremistischen Bands reicht die Reihe derer, die Islamfeindschaft als Vehikel entdeckt haben. Für die NPD und die "Bürgerbewegung pro NRW" ist die angebliche "Islamisierung Deutschlands" erklärtermaßen ein "Türöffner"-Thema, um Menschen in der Mitte der Gesellschaft zu erreichen. Dass dies mit Aussicht auf Erfolg geschehen könnte, zeigen Einstellungsstudien und aktuelle, allzu oft pauschalisierende Islam-Debatten. Dieser Band analysiert Leitmotive, Diskursstrategien und Erfolgsaussichten islamfeindlicher Kampagnen. Die Beiträge zeigen, an welchen Einstellungsmustern Rechtsextremisten anknüpfen möchten; sie analysieren Stereotype, Feindbilder, Verschwörungstheorien und deren Auftreten in Wahlkämpfen, Musiktexten und im Web 2.0. Wie kann politische Bildung dazu beitragen, mit Hass aufgeladenen Zerrbildern "des Islam" entgegenzuwirken und dem Rechtsextremismus vorzubeugen? Projektberichte aus der schulischen und außerschulischen Praxis erläutern Methoden und legen Erfahrungen offen. Materialientipps geben Anregungen für die pädagogische Arbeit zu den Themenfeldern Rechtsextremismus, Islam und kulturelle Vielfalt.
> mehr

19,80 €
Integration versus Salafismus
Identitätsfindung muslimischer Jugendlicher in Deutschland. Analysen • Methoden der Prävention • Praxisbeispiele
Dies ist die erste Publikation, die in einem interdisziplinären und praxisnahen Ansatz Wissenschaft, Sicherheitspolitik, Integrationspolitik, Jugend- und Bildungspolitik verzahnt und die Thematik Salafismus/Islamismus aus diesen verschiedenen Perspektiven beleuchtet. Der Band gibt Impulse, wie pädagogische Arbeit der spezifischen Suche junger Musliminnen und Muslime nach Orientierung und Identität gerecht werden und auf diese Weise Integration in die demokratische Gesellschaft gefördert werden kann. Die Suche nach Identität und Orientierung gestaltet sich für junge Menschen in einer unübersichtlichen pluralistischen Gesellschaft mitunter schwierig. Muslimische Jugendliche stehen dabei vor verschiedenen zusätzlichen Herausforderungen. Sie müssen entscheiden, wie sie mit dem häufig negativen Image des Islams in der westlichen Gesellschaft umgehen sollen, wie sie ihren Glauben leben wollen und wie bzw. wo sie sich über diesen Glauben informieren. Islamisten bieten hier mit ihrem klaren Schwarz-Weiß-Weltbild scheinbar einfache Lösungen für komplexe und differenzierte Fragen und stellen zugleich den Islam als Gegenentwurf zur westlichen Gesellschaftsordnung dar. Vor allem Salafisten, die in letzter Zeit immer wieder für Schlagzeilen gesorgt und den öffentlichen Diskurs bestimmt haben, propagieren dieses Weltbild besonders offensiv. Mit modernen Kommunikationsmitteln, wie den sozialen Netzwerken im Internet (web 2.0), erreichen sie dabei vor allem junge Menschen. Muslime sollen zum „wahren Glauben“ geführt werden, Nichtmuslime für ihre Islamsicht gewonnen werden. Die dahinterstehende extremistische Ideologie ist oft nicht auf den ersten Blick erkennbar. Zivilgesellschaftliche Angebote haben daher die Aufgabe, junge Menschen für die Demokratie zu gewinnen und sie zu motivieren, an der Gesellschaft teilzuhaben. Mit vielfältigen präventiven Maßnahmen aus dem Integrations- und Bildungsbereich können Gesellschaft und Politik verhindern, dass junge Menschen „leichte Beute“ für Extremisten werden. In diesem Band stellen zivilgesellschaftliche und staatliche Stellen Projekte und konkrete Schritte vor, um in der pädagogischen Praxis Prävention und Integration zu stärken.
> mehr

9,80 €