Von Altlasten und Neuanfängen

Die ersten Jahrzehnte des Internationalen Bundes

herausgegeben von
Marion Reinhardt, Bernd Umbach
unter Mitarbeit von
Herta Däubler-Gmelin, Thiemo Fojkar, Benno Hafeneger, Petra Liebner, Petra Merkel, Kristina Meyer, Boris Palmer, Marion Reinhardt, Bernd Umbach, Jens Westemeier, Heidrun Winkler, Stefan Zowislo

In diesem Band analysieren Persönlichkeiten aus Wissenschaft und Politik mit jeweils sehr unterschiedlichen Erfahrungshintergründen Themen, die für das Selbstverständnis und die Außenwahrnehmung des Internationalen Bundes (IB) von Bedeutung sind: das Erbe des damals gerade besiegten Nationalsozialismus und die NS-Vergangenheit vieler Führungskräfte; die Bedeutung einer europäisch orientierten emanzipatorischen Pädagogik und politischen Bildung; die Rolle der Nachkriegspolitik, insbesondere die der SPD, bei der fachpolitischen Positionierung des IB im Nachkriegsdeutschland; die Begründung und…

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Bestellnummer: 40816
EAN: 9783734408168
ISBN: 978-3-7344-0816-8
Erscheinungsjahr: 2019
Seitenzahl: 240
Produktinformationen

In diesem Band analysieren Persönlichkeiten aus Wissenschaft und Politik mit jeweils sehr unterschiedlichen Erfahrungshintergründen Themen, die für das Selbstverständnis und die Außenwahrnehmung des Internationalen Bundes (IB) von Bedeutung sind:

  • das Erbe des damals gerade besiegten Nationalsozialismus und die NS-Vergangenheit vieler Führungskräfte;
  • die Bedeutung einer europäisch orientierten emanzipatorischen Pädagogik und politischen Bildung;
  • die Rolle der Nachkriegspolitik, insbesondere die der SPD, bei der fachpolitischen Positionierung des IB im Nachkriegsdeutschland;
  • die Begründung und Gestaltung der engen Partnerschaft zwischen IB und Deutschem Roten Kreuz;
  • den mit den 1970er Jahren einsetzende Reform- und Öffnungsprozess im IB;
  • den heutige Umgang des Unternehmens IB mit seinem Erbe.

Der neue Band knüpft an die Veröffentlichung der Gründungsgeschichte des Internationalen Bundes an, die 2017 erschienen und auf großes Interesse gestoßen ist. Er ergänzt damit den Blick auf die Geschichte dieses großen Trägers der Jugend-, Sozial- und Bildungsarbeit um weitere bedeutsame Facetten.

Mit Beiträgen von Herta Däubler-Gmelin, Benno Hafeneger, Petra Liebner, Kristina Meyer, Boris Palmer, Marion Reinhardt, Bernd Umbach, Jens Westemeier und Stefan Zowislo, einem Gespräch zwischen Petra Merkel, Thiemo Fojkar und Heidrun Winkler sowie zwei Texten von Carlo Schmid.

 

Dieser Band ist zusammen mit dem Vorgängerband als Paket bestellbar: http://www.wochenschau-verlag.de/geschichte-des-internationalen-bundes.html

Inhaltsübersicht

Vorwort

Pädagogik

Benno Hafeneger
Erziehung durch Arbeit und Gemeinschaft.
Zur Pädagogik des IB in den ersten Jahrzehnten

NS‑Belastungen

Herta Däubler-Gmelin
Der IB und seine Gründung – dauernde Belastung oder fortdauernde Verpflichtung?

Jens Westemeier
NS‑Täter im Management des jungen IB.
Neue Recherchen zu Biografien ehemaliger SS-Führer

Stefan Zowislo
Aus dem Nationalsozialismus in die deutsche Nachkriegsgesellschaft und in den IB –
zu den Wandlungsprozessen der ersten Akteure

Französische Alliierte

Benno Hafeneger
Demokratisierung durch europäischen Jugendaustausch.
Anmerkungen zur Jugendpolitik und Jugendarbeit in der französischen Zone

Marion Reinhardt
Kulturarbeit im IB.
Die Anfänge des Internationalen Bundes im Spiegel der Zeitschrift teinach

Institutionelle Verbindungen

Kristina Meyer
Idealismus, Pragmatismus, Versöhnung.
Die Nachkriegs-SPD, die HJ und das Jugendsozialwerk

Petra Liebner
Das Deutsche Rote Kreuz und der Internationale Bund.
Vom Werden und Wirken der Zusammenarbeit

Entwicklung des Selbstverständnisses

Boris Palmer
Ein Tübinger Blick auf die Gründungsgeschichte des IB

Bernd Umbach
Die Chancen nutzen!
Der IB im Wandel der Zeit

Petra Merkel, Thiemo Fojkar, Heidrun Winkler
„Wir müssen aufmerksam bleiben und uns unserer Vergangenheit bewusst sein“

Anhang

Carlo Schmid
Über die Toleranz (1949)

Carlo Schmid
Ansprache auf der Festveranstaltung anlässlich des 25-jährigen Jubiläums
des Internationalen Bundes am 14. November 1974

Zur Biografie von Carlo Schmid

Autor*innen

Die Herausgeberin und der Herausgeber

Marion Reinhardt
ist die Autorin des ersten Bandes zur Gründungsgeschichte des IB. Seit den 1970er Jahren arbeitete die Sozialwissenschaftlerin als Sozialarbeiterin und als Einrichtungsleiterin im IB in Mittelhessen, schließlich als Referentin und Abteilungsleiterin in der Zentrale des Trägers in Frankfurt. Neben der Geschichte des IB gilt ihr besonderes Interesse verschiedenen konzeptionellen und strategischen Fragen der Jugendhilfe, speziell der Jugendsozialarbeit.

Bernd Umbach,
Politikwissenschaftler, begann seine berufliche Laufbahn als Lehrer in der beruflichen Bildung des IB in Stuttgart, leitete die IB-Einrichtungen Asperg und Heilbronn und baute hier vor allem die beruflichen Schulen in freier Trägerschaft auf. Er ist seit zehn Jahren Geschäftsführer des IB Süd. In besonderer Weise fühlt er sich der Weiterentwicklung der Unternehmenskultur verpflichtet und wirkt aktiv an der gesellschaftspolitischen Positionierung des IB mit.

Die Autorinnen und Autoren

Prof. Dr. jur. Herta Däubler-Gmelin
war lange Jahre MdB (SPD), Bundesjustizministerin von 1998 – 2002. Sie hält Vorlesungen (Arbeitsrecht, Verfassungsrecht, Europarecht, Völkerrecht), berät international zu Verfassungs- und Menschenrechtsfragen, zu Transitional Justice und Internationalem Recht. Als Rechtsanwältin ist sie in Mediation, Tarifschlichtung und Einigungsstellen tätig. 

Dr. Benno Hafeneger,
Prof. (em.) für Erziehungswissenschaft an der Philipps-Universität Marburg; forscht zu jugendhistorischen Themen, Jugendkultur und Rechtsextremismus. Mitglied in der Redaktion von „Journal für politische Bildung“ und in der Herausgebergruppe der Buchreihe „Non-formale politische Bildung“; im Stiftungsrat des IB „Schwarz-Rot-Bunt“.

Dr. Petra Liebner,
Historikerin, leitet das Team „Historische Kommunikation und Medien“ im Generalsekretariat des Deutschen Roten Kreuzes e. V. in Berlin. Sie verantwortet verschiedene Forschungsprojekte zur Geschichte des DRK und entwickelt entsprechende Kommunikationsmaßnahmen zur Verbreitung der Ergebnisse. Sie ist Mitherausgeberin der DRK-Schriftenreihe „Beiträge zur Rotkreuzgeschichte“ sowie Mitglied der Arbeitsgemeinschaft für Angewandte Geschichte/Public History und der internationalen Arbeitsgruppe zur Geschichte der Rotkreuz- und Rothalbmondbewegung.

Dr. Kristina Meyer
ist wissenschaftliche Geschäftsführerin des Jena Center Geschichte des 20. Jahrhunderts. Sie studierte Geschichte, Politikwissenschaft und Kommunikationswissenschaft an der Ruhr-Universität Bochum. Für ihre Dissertation über „Die SPD und die NS‑Vergangenheit 1945 – 1990“ (erschienen 2015) erhielt sie den Willy-Brandt-Preis für Zeitgeschichte. Sie ist Mitglied der Kommission „Erinnerungskulturen der sozialen Demokratie“ der Hans Böckler Stiftung und des Geschichtsforums beim Parteivorstand der SPD.

Boris Palmer
ist seit 2007 Oberbürgermeister der Universitätsstadt Tübingen. Palmer studierte Mathematik und Geschichte in Tübingen und Sydney. Von 2001 bis 2007 war er Mitglied des Landtags von Baden-Württemberg. Palmers Vision ist das blaue Wachstum: Prosperität und Lebensqualität, ohne Natur und Klima zu überlasten. Im Sommer 2017 ist sein Buch „Wir können nicht allen helfen“ erschienen.

Dr. Jens Westemeier,
Historiker, ist Wissenschaftlicher Mitarbeiter am Institut für Geschichte, Theorie und Ethik der Medizin an der Universitätsklinik RWTH Aachen; hier Beauftragter für das Aufarbeitungsprojekt „Zahnärzte im Nationalsozialismus“. Seine Forschungsschwerpunkte liegen auf NS‑Organisationen, NS‑Gewaltverbrechen und ihre juristische Aufarbeitung. Publikationen u. a.: Himmlers Krieger. Joachim Peiper und die Waffen-SS in Krieg und Nachkriegszeit, Paderborn 2014, und Hans Robert Jauss. Jugend, Krieg und Internierung, Konstanz 2016.

Stefan Zowislo
absolvierte sein Examen in den Fächern Politikwissenschaft, Soziologie und Katholische Theologie an der Universität Münster und war anschließend u. a. in Gummersbach, Bochum, Bonn, Mülheim an der Ruhr, Essen, Lutherstadt Wittenberg, Berlin und Magdeburg tätig. Die Erinnerungskultur begegnete ihm dabei verschiedene Male: zum Beispiel als Geschäftsführer der Staatlichen Geschäftsstelle Luther 2017 und als Kopf der Kampagne zum 200. Geburtstag des Genossenschaftsgründers Friedrich Wilhelm Raiffeisen im Jahre 2018.

Stimmen zum Buch

„Es ist verdienstvoll, die Geschichte des Internationalen Bundes auf den Prüfstein von Wirklichkeiten zu stellen und die Geschichte und Aktualität des Jugendsozialwerks darzustellen.“

Jos Schnurer, socialnet.de

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Gründungsgeschichte des Internationalen Bundes
Themen, Akteure, Strukturen
Der Aufbau von Integrationshilfen für entwurzelte, zugewanderte Jugendliche und die Entwicklung einer international geprägten Kulturarbeit für junge Menschen – das waren die Ziele des „Internationalen Bundes für Kultur- und Sozialarbeit“ (schon damals kurz „IB“ genannt). Gegründet wurde er am 11. Januar 1949 in Tübingen, der Landeshauptstadt des damaligen Württemberg-Hohenzollern. Die drei Initiatoren dieses überkonfessionellen und nicht parteipolitisch gebundenen „Freien Trägers der Jugend-, Sozial- und Bildungsarbeit“, so der heutige Namenszusatz, waren sehr unterschiedliche Persönlichkeiten. Der französische Offizier Henri Humblot war im Auftrag der Besatzungsmacht für die demokratische Umerziehung der deutschen Jugendlichen zuständig. Carlo Schmid war Staatspräsident von Württemberg-Hohenzollern und einer der Väter des Grundgesetzes. Der dritte, Heinrich Hartmann, war bis zum Ende der NS-Zeit Hauptabteilungsleiter im Kulturamt der Reichsjugendführung der Hitlerjugend gewesen. Gründungsmitglieder des IB waren dann Vertreter aus Politik, Wissenschaft und Zivilgesellschaft im damaligen Württemberg-Hohenzollern, so beispielsweise fast das gesamte Landeskabinett. Die vorliegende Dokumentation befasst sich auf Basis umfangreichen historischen Materials mit den verschiedenen Aspekten der Gründungsgeschichte des IB und wirft damit auch ein gesellschaftspolitisch interessantes Licht auf die Übergänge von der Nazi-Diktatur zu den ersten beiden Jahrzehnten der jungen Bundesrepublik. Wie hat sich der IB in seinen Anfängen gesellschaftlich und politisch positioniert? Ist die Personalstrategie aufgegangen, ehemalige NS-Funktionäre einzubinden und ihnen so die Möglichkeit zur persönlichen Wiedergutmachung zu geben? Welche Konzepte und Programme zur Integration von Jugendlichen wurden in der Frühphase des IB entwickelt und realisiert? Wie gestaltete sich der Weg von einem regionalen zu einem bundesweiten Träger mit einem vielfältigen Angebot von Bildungs- und Sozialarbeit? Antworten auf diese Fragen liefert diese Dokumentation. Wissenschaftliche Expertisen zu zentralen Themen rund um die Gründungsgeschichte des IB ergänzen diese Veröffentlichung ebenso wie Kurzbiografien der wichtigsten Gründungspersönlichkeiten und ein Überblick über die ersten Gremien und Mandatsträger. Dieser Band ist zusammen mit dem Nachfolgeband als Paket bestellbar: http://www.wochenschau-verlag.de/geschichte-des-internationalen-bundes.html
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