Türkei

von
Yasar Aydin

Die Türkei wird in der deutschen Öffentlichkeit meist im Zusammenhang mit Demokratieabbau, Menschenrechtsverletzungen, Autoritarismus, Kurdenkonflikt und ihrer Verbindung zu türkischen Migranten in Deutschland wahrgenommen. In der Tat weisen die jüngeren Entwicklungen in der türkischen Gesellschaft nicht in Richtung liberale Demokratie, Rechtsstaatlichkeit und EU-Integration. Die autoritären Tendenzen sind jedoch nur zu verstehen, wenn neben dem Staatsaufbau des Landes auch innergesellschaftliche Entscheidungsprozesse, Konfliktlinien und Machtverhältnisse analysiert werden. Dieses Buch diskut…

... mehr

Bestellnummer: 40467
EAN: 9783734404672
ISBN: 978-3-7344-0467-2
Reihe: Analyse politischer Systeme
Erscheinungsjahr: 2017
Seitenzahl: 224
Produktinformationen

Die Türkei wird in der deutschen Öffentlichkeit meist im Zusammenhang mit Demokratieabbau, Menschenrechtsverletzungen, Autoritarismus, Kurdenkonflikt und ihrer Verbindung zu türkischen Migranten in Deutschland wahrgenommen. In der Tat weisen die jüngeren Entwicklungen in der türkischen Gesellschaft nicht in Richtung liberale Demokratie, Rechtsstaatlichkeit und EU-Integration. Die autoritären Tendenzen sind jedoch nur zu verstehen, wenn neben dem Staatsaufbau des Landes auch innergesellschaftliche Entscheidungsprozesse, Konfliktlinien und Machtverhältnisse analysiert werden. Dieses Buch diskutiert die zentralen Akteure, institutionellen Rahmenbedingungen und Funktionsweisen von Staat und Gesellschaft in der Türkei. Dabei wird auch die jüngste Verfassungsänderung per Referendum berücksichtigt, mit der die Türkei in ein Präsidialsystem umgebaut werden soll.

Inhaltsübersicht

1. Eine kurze Geschichte der modernen Türkei
    1.1 Die osmanische Modernisierung
    1.2 Von der konstitutionellen Monarchie zur Republik
    1.3 Der Übergang zum Mehrparteiensystem
    1.4 Der Beginn der rechten Hegemonie
    1.5 Auf dem Weg in die „Neue Türkei“

2. Die Verfassungstradition
    2.1 Die Verfassungen von 1921 und 1924
    2.2 Die Verfassung von 1961
    2.3 Die Verfassung von 1982
    2.4 Reformbemühungen und Debatten

3. Die Legislative
    3.1 Funktion und Struktur
    3.2 Der Gang eines Gesetzes

4. Die Exekutive : Staatsoberhaupt, Regierung und Verwaltung
    4.1 Der Staatspräsident
    4.2 Ministerrat und Ministerpräsident
    4.3 Das Militär und der Nationale Sicherheitsrat
    4.4 Die lokale Dimension der Exekutive

5. Die Judikative: Rechtssystem und Justizwesen
    5.1 Die Hohe Gerichtsbarkeit
    5.2 Das Verfassungsgericht

6. Die Parteienlandschaft und das Wahlsystem 
    6.1 Struktur und Besonderheiten der Parteienlandschaft
    6.2 Zentrale Probleme des Parteienlandschaft
    6.3 Die aktuelle Parteienlandschaft
    6.4 Wahlsystem und Wahlrecht
    6.5 Parlamentswahlen 2015: Ergebnis und Implikationen

7. Die Interessenverbände
    7.1 Gewerkschaften
    7.2 Unternehmerverbände

8. Die Sozialstruktur
    8.1 Demografische Entwicklung, Ein- und Auswanderung
    8.2 Pluralisierung der Bevölkerungsstruktur
    8.3 Kurden, Aleviten und andere Minderheiten

9. Das Verhältnis zwischen Politik und Religion
    9.1 Staat und Religion bis zur Moderne
    9.2 Ambivalenzen des türkischen Laizismus
    9.3 Wiederaufwertung des Islam und Aufstieg des Islamismus
    9.4 Aktuelle Tendenzen der Entsäkularisierung
    9.5 Präsidium für religiöse Angelegenheiten

10. Die Wirtschaft
    10.1 Von der Agrar- zur Industriegesellschaft
    10.2 Wirtschaftsentwicklung bis 1950
    10.3 Exportorientierte Wirtschaftspolitik
    10.4 Die türkische Wirtschaft heute

11. Die Stellung der Türkei in der Welt
    11.1 Türkische Außenpolitik – ein Rückblick
    11.2 Türkische Außenpolitik heute
    11.3 Beziehungen zu Einzelstaaten und EU

Autor*innen

Dr. Yasar Aydin
lehrt an der Evangelischen Hochschule in Hamburg und schreibt Kommentare zu tagespolitischen Entwicklungen in deutschen und türkischen Zeitungen. Zu seinen Forschungsgebieten gehören die Türkei, Internationale Beziehungen und Migration.

Zuletzt erschien von ihm das Buch »Transnational« statt »nicht integriert«: Abwanderung türkeistämmiger Hochqualifizierter aus Deutschland und die Studie The Germany-Turkey Migration Corridor: Refitting Policies for a Transnational Age.

Stimmen zum Buch

„[Aydin] führt den Lesenden mit geschärftem Blick und distanziert kritisch durch rund 100 Jahre türkischer Geschichte bis in die politisch und gesellschaftlich verworrene Gegenwart“

Kerim Arpad, wirbiz 7/2017

Sie könnten auch an folgenden Titeln interessiert sein

Die deutsch-türkischen Beziehungen
Von den Türkenkriegen bis zur Gegenwart
Die wechselvolle Geschichte der Beziehungen zwischen Deutschland und der Türkei reicht zurück bis in das 11. Jahrhundert. Sie ist geprägt von Rivalität, religiöser Konfrontation und gegenläufigem Machstreben einerseits und kultureller, wirtschaftlicher und politischer Kooperation andererseits. Heute sind ca. drei Millionen türkischstämmige Bürger fester Bestandteil der bundesdeutschen Gesellschaft. Das vorliegende Heft zeichnet anhand zahlreicher Materialien die gemeinsame Geschichte Deutschlands und der Türkei bzw. des Osmanischen Reiches nach. Die Spannbreite reicht dabei von den „Türkenkriegen“ über die enge Kooperation im Zeitalter des Imperialismus bis hin zur Gegenwart. Für Schülerinnen und Schüler wird so aus verschiedenen Blickwinkeln die Bandbreite der Verflechtungen beider Kulturen auf unterschiedlichsten Ebenen deutlich. Dies regt zu einem kritischen Verständnis für die Position des jeweils „Anderen“ an. ** Mit der Bestellung eines Titels zur Fortsetzung erhalten Sie diesen Titel sowie alle künftigen Titel der entsprechenden Reihe direkt nach Erscheinen zugesandt. Ein weiterer Vorteil: Sie sparen rund 20 Prozent gegenüber der Einzelbestellung. Der Fortsetzungsbezug ist jederzeit kündbar - eine kurze Mitteilung an uns genügt!
> mehr

8,00 € - 9,80 €

Die Stunde der Populisten
Wie sich unsere Politik trumpetisiert und was wir dagegen tun können
Was ist mit unseren westlichen Demokratien momentan eigentlich los? Ist der US-Präsident Donald Trump ein Vorbote für Europa? Warum schlägt die Stunde der Vereinfacher im Zuge von Flüchtlingskrise, Terrorismus und Brexit derzeit so laut und schrill? Fest steht: Die jüngsten politischen Entwicklungen machen demokratischen Multiplikatoren große Sorgen. Zu gravierend haben sich gesellschaftliche Spaltungstendenzen in die politischen Systeme eingespeist. In diesem neuen Band wird Aufklärungsarbeit betrieben und herausgearbeitet, wie den Demagogen Einhalt geboten werden kann.
> mehr

9,90 €

Analyse politischer Systeme

Großbritannien
Der Brexit hat das Vereinigte Königreich an den Rand des politischen Nervenzusammenbruchs geführt und eine veritable Krise des politischen Systems ausgelöst. Die Ursachen liegen im Beitritt zur EG sowie in der Wirtschafts- und Gesellschaftspolitik der Thatcher-Regierung. Dass das politische System diese Herausforderungen nicht mehr erfolgreich bearbeiten konnte, war Folge einer Reihe von Verfassungsreformen, die schlecht aufeinander abgestimmt waren und ohne Rücksicht auf die fragile Balance zwischen den Institutionen und Gewalten durchgesetzt wurden. In der überarbeiteten Neuauflage des Buches wird das politische System Großbritanniens vor dem Hintergrund dieser jüngsten Entwicklungen analysiert. Zur Reihe Analyse politischer Systeme Der internationale Vergleich von (politischen) Systemen gehört zum rechts- und politikwissenschaftlichen Standardprogramm in Lehre und Forschung. Er schärft den Blick und fördert das Verständnis für das eigene System. Die Bände dieser Reihe sind daher so angelegt, dass sie den direkten Vergleich von Regierungssystemen und deren zentralen Funktions- und Strukturmerkmalen ermöglichen. Die Reihe richtet sich an Studierende und politisch Interessierte. Zur leichteren Lesbarkeit werden Belege auf das Unverzichtbare beschränkt. Im Text werden in aller Regel mit einer entsprechenden Erläuterung die Fachbegriffe in der Originalsprache verwendet, um die Leser*innen in das Vokabular des politischen und rechtlichen Systems einzuführen.
> mehr

11,99 € - 14,80 €

Spanien
Nach dem Tod des Diktators Franco 1975 und einer international beachteten Transition zur Demokratie wurde Spanien Mitglied der EU. Ein Zweiparteiensystem sowie eine boomende Ökonomie galten als Stabilitätsfaktoren. Die internationale Wirtschaftskrise 2008 traf das Land hart, mit den Empörten (Indignados) entstand eine soziale Protestbewegung, aus der die linkspopulistische Partei Podemos, die liberal orientierten Ciudadanos und bei den Wahlen 2015/16 ein Mehrparteiensystem hervorgingen. In den historischen Darstellungen des Landes steht meist der als modellhaft geschilderte Übergang zur parlamentarischen Monarchie Ende des 20. Jahrhunderts im Vordergrund. Die aktuelle Einführung analysiert das politische System Spaniens vor dem Hintergrund der Krise 2008 und der komplizierten Regierungsbildung des Jahres 2016.
> mehr

9,90 € - 11,99 €

Türkei
Die Türkei wird in der deutschen Öffentlichkeit meist im Zusammenhang mit Demokratieabbau, Menschenrechtsverletzungen, Autoritarismus, Kurdenkonflikt und ihrer Verbindung zu türkischen Migranten in Deutschland wahrgenommen. In der Tat weisen die jüngeren Entwicklungen in der türkischen Gesellschaft nicht in Richtung liberale Demokratie, Rechtsstaatlichkeit und EU-Integration. Die autoritären Tendenzen sind jedoch nur zu verstehen, wenn neben dem Staatsaufbau des Landes auch innergesellschaftliche Entscheidungsprozesse, Konfliktlinien und Machtverhältnisse analysiert werden. Dieses Buch diskutiert die zentralen Akteure, institutionellen Rahmenbedingungen und Funktionsweisen von Staat und Gesellschaft in der Türkei. Dabei wird auch die jüngste Verfassungsänderung per Referendum berücksichtigt, mit der die Türkei in ein Präsidialsystem umgebaut werden soll.
> mehr

11,99 € - 14,90 €

Israel
Israel wird in der deutschen Öffentlichkeit meist ausschließlich im Zusammenhang mit dem Nahostkonflikt wahrgenommen. In der Tat sind die Entwicklungen und Dynamiken der israelischen Gesellschaft eng mit dem Konfliktverlauf verbunden, sie sind aber nicht darauf zu reduzieren. Und auch umgekehrt gilt: Der Verlauf des Konflikts mit den Palästinensern ist nur zu verstehen, wenn zugleich auch innergesellschaftliche Entscheidungsprozesse, Konfliktlinien und Machtverhältnisse wahrgenommen und analysiert werden. Dieses Buch möchte die zentralen Akteure, institutionelle Rahmenbedingungen und Funktionsweisen des politischen Systems Israels diskutieren. Dabei werden insbesondere die historischen legacies der zionistischen Staatsgründung und grundlegenden Wandlungsprozesse in institutioneller, gesellschaftlicher und ökonomischer Hinsicht der letzten Jahrzehnte berücksichtigt.
> mehr

14,80 €

USA
Im Mittelpunkt dieser ebenso aktuellen wie materialreichen Einführung stehen die Vereinigten Staaten von Amerika. Zielsetzung des Bandes ist es, dem Leser einen raschen Zugriff auf zentrale Aspekte des politischen Systems der USA zu ermöglichen. Geschichte, Verfassung, politische Institutionen und Akteure sowie der Ablauf des politischen Prozesses werden systematisch erläutert und in Beziehung zu Gesellschaft, Wirtschaft und internationaler Politik gebracht. Dabei zeigt sich, dass Politik und Gesellschaft der USA in den vergangenen Jahrzehnten einen tiefen Wandel erfahren haben, obwohl die verfassungsrechtlichen Rahmenbedingungen seit über 220 Jahren praktisch unverändert geblieben sind.
> mehr

9,80 €

Argentinien
Argentinien zählte Anfang des 20. Jahrhunderts zu den wohlhabenden Ländern der Erde. Hunderttausende von Europäern wanderten damals in einen Staat aus, der moderner zu sein schien als ihr eigenes Land. Auf die "oligarchische Republik" der Jahrhundertwende folgten politische Reformen und ein Aufstieg der Mittelschicht. Nach einem autoritären Rückfall wurde nach freien Wahlen ab 1945 der Peronismus zur wichtigsten politischen Kraft. Mit Juan Domingo Perón, seiner zweiten Frau Eva Duarte (Evita) und Ernesto Che Guevara hat Argentinien bekannte Populisten und Revolutionäre hervorgebracht. Zwischen 1976 und 1983 herrschte eine repressive Militärdiktatur. Seitdem wird das Land demokratisch regiert. Eine Finanz- und Staatskrise von 2001 scheint überwunden, seit zehn Jahren besteht ein Wirtschaftswachstum, das vor allem auf die Rohstoffnachfrage an den asiatischen Märkten zurückgeht. Argentinien zählt zur Gruppe der Zwanzig (G20), in der sich die wichtigsten Industrie- und Schwellenländer über wirtschafts- und finanzpolitische Maßnahmen abstimmen. Mit dem vorliegenden Band liegt erstmals wieder eine Einführung in das politische System vor. Der südamerikanische Staat wird dabei nach den Merkmalen westlicher Systeme analysiert, denen sich die Mehrheit der Argentinier zurechnet. Die Studie gelangt zu dem Ergebnis, dass gleichwohl spezifische Züge vorliegen (Populismus, Formen der Anomie, Klientelismus, Personalismus), die Argentinien in eine Demokratie sui generis verwandeln.
> mehr

12,80 €

Japan
Japans Demokratie ist die älteste Asiens, hat aber gerade in den letzten Jahren zahlreiche bedeutsame Veränderungen erfahren. In diesem Buch stellen zwei ausgewiesene Fachleute die aktuelle Situation des politischen Systems sowie wichtige Aspekte der japanischen Geschichte, Gesellschaft und Wirtschaft vor. Sowohl interessierten Laien als auch Fachleuten steht somit eine neue, kompakte und informative Lektüre auf aktuellem Stand zur Verfügung.
> mehr

9,90 €