Soziale Milieus

Lebenswelten in Deutschland

herausgegeben von
Rolf Frankenberger, Siegfried Frech
unter Mitarbeit von
Daniel Buhr, Oliver Eberl, Rolf Frankenberger, Siegfried Frech, Nina-Sophie Fritsch, Oscar W. Gabriel, Rainer Geißler, Thomas Gensicke, Stefan Hradil, Sylvia Kämpfer, Silke Mardorf, Michael Mutz, Judith Niehues, Clarissa Rudolph, David Salomon, Jörg Ueltzhöffer, Haci-Halil Uslucan, Roland Verwiebe, Udo Zolleis

Mit dem Begriff „Soziale Milieus“ lassen sich soziale Parameter einer Gesellschaft transparent machen. In diesem Band geht es zum einen um die Frage, wie die Sozialwissenschaften auf gesellschaftliche Realitäten zugreifen. Zum anderen darum, wie sozialwissenschaftliche Erkenntnisse genutzt werden (können), um politische Entscheidungen vorzubereiten und zu steuern. Soziale Milieus werden auf dem Wege der Sozialstrukturanalyse ermittelt. Dabei werden Wertorientierungen (Einstellungen, Interessen, Werturteile), Lebensstile (Verhaltensroutinen, Rituale, ästhetische Vorlieben) und soziale Lagen in…

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Bestellnummer: 40502
EAN: 9783734405020
ISBN: 978-3-7344-0502-0
Reihe: Basisthemen Politik
Erscheinungsjahr: 2017
Auflage: 1. Auflage 2017
Seitenzahl: 320
Produktinformationen

Mit dem Begriff „Soziale Milieus“ lassen sich soziale Parameter einer Gesellschaft transparent machen. In diesem Band geht es zum einen um die Frage, wie die Sozialwissenschaften auf gesellschaftliche Realitäten zugreifen. Zum anderen darum, wie sozialwissenschaftliche Erkenntnisse genutzt werden (können), um politische Entscheidungen vorzubereiten und zu steuern.

Soziale Milieus werden auf dem Wege der Sozialstrukturanalyse ermittelt. Dabei werden Wertorientierungen (Einstellungen, Interessen, Werturteile), Lebensstile (Verhaltensroutinen, Rituale, ästhetische Vorlieben) und soziale Lagen in den Blick genommen. Die Sozialstrukturanalyse umfasst die gesamte Bandbreite von der Demographie über die traditionelle Klassen-, Schichten- und Mobilitätsforschung.

Der Band bietet einen Überblick über Theorien und Ansätze der Sozialstrukturanalyse, thematisiert aber auch die aktuelle Kontroverse um die Auflösung der Mittelschicht und setzt sich mit den Lebenswelten gesellschaftlicher Teilgruppen auseinander. Die politischen Implikationen, Auswirkungen und Folgen der Sozialstrukturforschung werden abschließend in den Blick genommen.

Inhaltsübersicht

Rolf Frankenberger, Siegfried Frech
Einführung: Soziale Milieus – Politische und soziale Lebenswelten in Deutschland

Sozialstrukturanalyse: Theorien und Ansätze

Rainer Geißler
Sozialstrukturanalyse – von Klassen und Schichten zu sozialen Milieus

Jörg Ueltzhöffer
Soziale Milieus in Europa: Eine soziokulturelle Landkarte

Stefan Hradil
Wie viel soziale Ungleichheit verträgt eine Gesellschaft?

Sylvia Kämpfer, Michael Mutz
Zufriedenheit und Wohlbefinden in der Konsum- und Erlebnisgesellschaft : ein Forschungsüberblick

Die Kontroverse um die Auflösung der Mittelschicht

Nina-Sophie Fritsch, Roland Verwiebe
Das Schrumpfen der Mittelschicht
– Schichtdynamik und Sozialstruktur Deutschlands im europäischen Vergleich

Judith Niehues
Verunsicherte Milieus – eine Mittelschicht in Abstiegsangst?

Lebenswelten gesellschaftlicher Teilgruppen

Rolf Frankenberger, Daniel Buhr
Heterogenität als Normalzustand?
Politische Lebenswelten in Baden‑Württemberg

Clarissa Rudolph
Soziale Ungleichheiten im Geschlechterverhältnis

Haci-Halil Uslucan
Die Lebenswelten von (türkeistämmigen) Zuwanderern:
Von sinnvollen und negativen Kontakten zu Einheimischen

Thomas Gensicke
Jugend: Partizipation und Engagement im Wandel

Politische Implikationen, Auswirkungen und Folgen

Silke Mardorf
Gebot oder Tabu?
Der Milieuansatz in der kommunalen Sozialberichterstattung

Oscar W. Gabriel
Die Erosion sozialer Milieus und der Wandel des Wählerverhaltens

Udo Zolleis
Politikberatung angesichts schwindender Stammwähler

Oliver Eberl/David Salomon
Befindet sich die repräsentative Demokratie in einer Krise?

Rolf Frankenberger
Überwachen, Analysieren, Regieren – Das Problem der Bevölkerung

Abstracts
Autorinnen und Autoren

Autor*innen

Daniel Buhr
Prof. Dr. Daniel Buhr ist Professor für Policy Analyse und Politische Wirtschaftslehre am Institut für Politikwissenschaft der Eberhard Karls Universität Tübingen. Er forscht und lehrt an der Schnittstelle von Politik und Wirtschaft. Zu seinen Schwerpunkten zählen dabei die vergleichende Wohlfahrtsstaats- und Kapitalismusforschung, mit besonderem Fokus auf Wirtschafts- und Innovationspolitik sowie Sozial-, Gesundheits- und Pflegepolitik.

Oliver Eberl
Dr. Oliver Eberl vertritt eine Professur im Arbeitsbereich Politische Theorie an der Goethe-Universität Frankfurt/M. Er ist wissenschaftlicher Mitarbeiter im Forschungsprojekt "bEUcitizien". Er studierte Politikwissenschaft und Philosophie in Frankfurt/M. Seine Forschungsschwerpunkte sind Demokratietheorie, Gesellschaftstheorie, die politische Philosophie der Aufklärung und politische Semantik.

Rolf Frankenberger
Dr. Rolf Frankenberger ist Akademischer Rat am Institut für Politikwissenschaft der Eberhard Karls Universität Tübingen. Zu seinen Forschungsschwerpunkten gehören autoritäre politische Systeme, Transformationsforschung, Demokratie und Partizipation sowie Milieus und Lebenswelten.

Siegfried Frech
Prof. Siegfried Frech ist Publikationsreferent bei der Landeszentrale für politische Bildung Baden-Württemberg und verantwortet die Zeitschrift „Bürger & Staat“ und die Didaktische Reihe. Er hat eine Honorarprofessur (Didaktik politischer Bildung) am Institut für Politikwissenschaft der Eberhard Karls Universität Tübingen.

Nina-Sophie Fritsch
Mag. Dr. Nina-Sophie Fritsch ist Universitätsassistentin am Institut für Soziologie der Universität Wien. Ihre Forschungsschwerpunkte sind: Gender, Ungleichheit, Arbeitsmarkt.

Oscar W. Gabriel
Prof. Dr. Oscar W. Gabriel war von 1992 bis 2012 Inhaber des Lehrstuhls für Politische Systeme und Politische Soziologie an der Universität Stuttgart. Er leitet derzeit ein DFG-Projekt über die Bedeutung emotionaler Botschaften für die politische Urteilsbildung an der Universität Trier und ein Projekt des Bundesministeriums für Bildung und Forschung (BMBF) über die Einstellungen der Bundesbürgerinnen und Bundesbürger zur Energiewende am Deutschen Forschungsinstitut für Öffentliche Verwaltung Speyer.

Rainer Geißler
Prof. Dr. Rainer Geißler hat Geschichte, Romanistik, Philosophie, später auch Soziologie an den Universitäten Kiel, Freiburg i. Br., Pau (Frankreich) sowie Basel studiert. 1967 legte er das Staatsexamen für das Lehramt an Gymnasien in den Fächern Geschichte und Französisch sowie Sozialwissenschaften (1969) an der Universität Kiel ab. Von 1968 bis 1975 war er Wissenschaftlicher Assistent am Soziologischen Seminar der Universität Basel und Berater bei der PROGNOS AG in Basel. 1975 bis 1981 hatte er eine Professur für Soziologie an der Universität der Bundeswehr Hamburg inne. Seit 1981 ist Rainer Geißler Professor für Soziologie an der Universität Siegen.

Thomas Gensicke
Dr. Thomas Gensicke, Jahrgang 1962, studierte Philosophie in Leipzig und war von 1991 bis 2000 Forschungsreferent am Forschungsinstitut für Öffentliche Verwaltung bei der Deutschen Hochschule für Verwaltungswissenschaften Speyer. Dort promovierte er mit einer sozialwissenschaftlichen Arbeit im Fach Staatswissenschaften bei Helmut Klages. Er hatte verschiedene Lehraufträge an der Universität Koblenz-Landau und an der PH Karlsruhe. 2001 bis 2015 arbeitete er als Projektleiter bei TNS Infratest Sozialforschung. Inzwischen ist er als selbstständiger Berater im Bereich Sozialwissenschaften tätig. Schwerpunkte seiner Arbeit sind Werte- und Kulturforschung, Jugendforschung, Forschung über öffentliche Beteiligung und Ehrenamt (Zivilgesellschaft) sowie über die Besonderheiten der neuen Bundesländer. Er war als Co-Autor an den Shell-Jugendstudien 2002, 2006, 2010 und 2015 beteiligt.

Stefan Hradil
Prof. Dr. Stefan Hradil, geboren 1946, studierte Soziologie, Politologie und Slawische Philologie an der Universität München, wo er noch bis 1989 als wissenschaftlicher Mitarbeiter tätig war. Anschließend übernahm er bis 1990 die Professur für soziologische Strukturanalyse an der Universität Bamberg. Zwischen 1991 und 201700048_Soziale-Milieus. 2011 war er Professor für Soziologie an der Universität Mainz. 1994 wurde er zum Ehrendoktor der Universität für Wirtschaftswissenschaften Budapest ernannt, von 1995 bis 1998 war er Vorsitzender der Deutschen Gesellschaft für Soziologie. Seit 2006 ist er Mitglied, seit 2012 Vizepräsident der Akademie der Wissenschaften und der Literatur, Mainz. Seine Arbeitsschwerpunkte sind die Sozialstrukturanalyse, soziale Ungleichheit, soziale Milieus und Lebensstile sowie sozialer Wandel.

Sylvia Kämpfer
Dr. Sylvia Kämpfer ist wissenschaftliche Mitarbeiterin am Institut für Soziologie sowie am Sonderforschungsbereich „Affective Societies“ an der Freien Universität Berlin. Ihre Forschungsschwerpunkte sind Zufriedenheitsforschung, Migrations- und Emotionssoziologie.

Silke Mardorf
Dr. Silke Mardorf ist seit 2008 Sozialplanerin bei der Landeshauptstadt Hannover. Sie studierte von 1993 bis 1999 Ökotrophologie an der Justus-Liebig-Universität Gießen. Als wissenschaftliche Mitarbeiterin erstellte sie den kommunalen Armutsbericht für die Stadt Gießen (2002). Am Lehrstuhl für Wirtschaftslehre des Privathaushalts und Familienwissenschaft (Prof. Dr. Uta Meier-Gräwe) promovierte sie 2006 über Methoden und Konzepte kommunaler Armuts- und Sozialberichterstattung. Bis 2008 war sie wissenschaftliche Mitarbeiterin beim Statistischen Bundesamt in der Gesundheitsberichterstattung des Bundes und Lehrbeauftragte an den Hochschulen Erfurt, Coburg und Hannover. Sie ist Mitglied im Verein für Sozialplanung.

Michael Mutz
Prof. Dr. Michael Mutz lehrt am Institut für Sportwissenschaften der Justus-Liebig-Universität Gießen. Zu seinen Forschungsschwerpunkten gehören u. a. die Themen Sport, Lebenszufriedenheit und psychosoziale Gesundheit.

Judith Niehues
Dr. Judith Niehues studierte von 2002 bis 2007 Volkswirtschaftslehre an der Universität zu Köln und der San Diego State University in den USA. Daran folgte ein Promotionsstudium im Graduiertenkolleg SOCLIFE an der Universität zu Köln und im Institut zur Zukunft der Arbeit (IZA in Bonn) eine Tätigkeit als wissenschaftliche Hilfskraft. Seit 2011 ist Judith Niehues im Institut der deutschen Wirtschaft Köln Senior Economist im Kompetenzfeld „Öffentliche Finanzen, Soziale Sicherung, Verteilung“ und seit 2015 Leiterin der Forschungsgruppe Mikrodaten.

Clarissa Rudolph
Prof. Dr. Clarissa Rudolph ist seit 2011 Professorin für Politikwissenschaft und Soziologie an der Ostbayerischen Technischen Hochschule Regensburg. In den Jahren 2002 bis 2011 führte sie diverse Forschungsprojekte zum Bereich Arbeit und Geschlecht und zur Frauen- und Gleichstellungspolitik durch. Ihre aktuellen Lehr- und Forschungsschwerpunkte sind: Arbeitsmarkt- und Sozialpolitik, Gender und Care, soziale Ungleichheiten, Gleichstellungspolitik, Rechtsextremismus, Bildungspolitik.

David Salomon
Prof. Dr. David Salomon ist Politikwissenschaftler. Er arbeitete an den Universitäten Marburg, Darmstadt, Frankfurt und Siegen. Seit dem Wintersemester 2015/16 ist er Gastwissenschaftler am Institut für Sozialforschung der Stiftung Universität Hildesheim. Seine Forschungsschwerpunkte sind Politische Bildung, Demokratietheorien, Politische Theorie und Politische Ästhetik.

Jörg Ueltzhöffer
Jörg Ueltzhöffer ist Geschäftsführender Gesellschafter des SIGMA-Instituts. Nach dem Studium von Politikwissenschaft, Geschichte, Germanistik und Staatsrecht war er Assistent Klaus von Beymes. Danach folgten Lehr- und Forschungstätigkeiten an den Universitäten Tübingen, Heidelberg und Stanford. 1980-1988 war er Mitglied des Landtags von Baden-Württemberg. 1980 entwickelte Jörg Ueltzhöffer gemeinsam mit Bodo Flaig das „Modell der Sozialen Milieus“. 1990 erfolgte zusammen mit Carsten Ascheberg die Gründung des SIGMA-Instituts und 1998 der SIGMA-Gesellschaft für Internationale Marktforschung und Beratung. SIGMA hat die Milieuforschung über Deutschland hinaus in den wichtigsten globalen Märkten etabliert. Heute nutzen zahlreiche international operierende Hersteller SIGMA-Milieumodelle auf allen Kontinenten.

Haci-Halil Uslucan
Prof. Dr. Haci-Halil Uslucan studierte Psychologie, Philosophie und Literaturwissenschaft an der Freien Universität Berlin und absolvierte den Aufbaustudiengang „Semiotik“ an der Technischen Universität Berlin. 2006 erfolgte die Habilitation im Fach Psychologie. Es folgten mehrere Vertretungsprofessuren für Pädagogische Psychologie sowie für Motivationspsychologie an der Universität Potsdam und an der Helmut-Schmidt-Universität in Hamburg sowie eine Gastprofessur an der Wiener Universität. Seit August 2010 ist Haci-Halil Uslucan wissenschaftlicher Direktor des Zentrums für Türkeistudien und Integrationsforschung sowie Professor  für Moderne Türkeistudien und Integrationsforschung an der Universität Duisburg-Essen. Seine Forschungsschwerpunkte sind: intellektuelle Entwicklung im Kindesalter, Jugendgewalt und Jugendentwicklung im kulturellen und interkulturellen Kontext, interkulturelle Familien- und Erziehungsforschung, Islam und Integration, Gesundheit und Migration.

Roland Verwiebe
Prof. Dr. Roland Verwiebe ist Universitätsprofessor für Sozialstrukturforschung und quantitative Methoden sowie stellvertretender Vorstand des Instituts für Soziologie der Universität Wien. Seine Forschungsschwerpunkte sind: Ungleichheit, Arbeitsmarkt, Migration, Europäisierung.

Udo Zolleis
Prof. Dr. Udo Zolleis hat Politikwissenschaft, Geschichte und Germanistik in München, Perugia und London studiert. Er promovierte an der Universität Tübingen. Seit 2011 ist er dort Honorarprofessor für Politikwissenschaft. Nach verschiedenen Tätigkeiten im Bereich der politischen Grundsatzarbeit und des politischen Managements (u. a. im Staatsministerium Baden-Württemberg und für die CSU-Fraktion im Bayerischen Landtag) arbeitet er derzeit im Kabinett des Vorsitzenden der EVP-Fraktion im Europäischen Parlament.

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