Politische Bildung als Wissenschaft

Bilanz und Perspektiven

herausgegeben von
GPJE
unter Mitarbeit von
Klaus Ahlheim, Joachim Detjen, Benno Hafeneger, Peter Henkenborg, Klaus-Peter Hufer, Peter Massing, Wolfgang Sander, Carla Schelle, Albert Scherr, Georg Weißeno

Bestellnummer: 350
EAN: 9783879203503
ISBN: 978-3-87920-350-3
Reihe: Schriftenreihe der GPJE
Erscheinungsjahr: 2002
Auflage: 2. Auflage 2013
Seitenzahl: 128
Produktinformationen
Inhaltsübersicht

Vorwort

I. Politikdidaktik als Wissenschaft

Wolfgang Sander:
Politikdidaktik heute – wo steht die Wissenschaft vom politischen Lernen?

Georg Weißeno:
Wo steht die Politikdidaktik als Wissenschaft?

Peter Massing:
Politikdidaktik als Wissenschaft?

II. Wo steht die außerschulische politische Bildung?

Klaus-Peter Hufer:
Wo steht die Wissenschaft von der politischen Bildung? – Eine Disziplin zwischen Politikwissenschaft, Soziologie und Erwachsenenbildung

Klaus Ahlheim:
Bilanz und Perspektiven politischer Erwachsenenbildung

Albert Scherr:
Außerschulische Jugendbildung: Aspekte einer Bilanz und Hinweise auf Perspektiven

Benno Hafeneger:
Politische Jugendbildung – Subjektentwicklung, Professionsverständnis und Lernkultur

III. Empirische Forschung und normative Grundlegung in der Politikdidaktik

Carla Schelle:
Kriterien und Perspektiven qualitativer Fachunterrichtsforschung – Fachunterrichtsforschung als fallorientierte Praxisforschung?

Peter Henkenborg:
Braucht die Wissenschaft von der politischen Bildung eine normative Grundlegung? – Über normative Begründungen und Probleme der Politikdidaktik

Joachim Detjen:
Bedarf die Wissenschaft von der Politischen Bildung einer normativen Grundlegung? – Versuch einer Antwort auf die vom Radikalen Konstruktivismus ausgehenden
Herausforderungen für die Politische Bildung

Autor*innen

Prof. Dr. Klaus Ahlheim
Universität Essen, FB Erziehungswissenschaften, Psychologie, Sport, Universitätsstraße 12, 45117 Essen
http://www.uni-essen.de/fet&ww/fue/germ/fb02/ahlheim.htm

Prof. Dr. Joachim Detjen
Katholische Universität Eichstätt, FB Politikwissenschaft, Universitätsallee 1, 85071 Eichstätt
http://www.ku-eichstaett.de/GGF/PolwissIII/Lehrpersonen3.htm#Detjen

Prof. Dr. Benno Hafeneger
Universität Marburg, FB Erziehungswissenschaft, Bei St. Jost 15, 35032 Marburg
http://www.uni-marburg.de/erziehungswissenschaften/eb-ajb.htm

Prof. Dr. Peter Henkenborg
Technische Universität Dresden, Institut für Politikwissenschaft, August-Bebel-Str. 19, 01062 Dresden
http://www.tu-dresden.de/phfipo

PD Dr. Klaus-Peter Hufer
Universität Gesamthochschule Essen und Kreisvolkshochschule Viersen, Willy Brandt-Ring 40, 41747 Viersen
http://vhs-viersen.megabit.net/

Dr. Peter Massing
Freie Universität Berlin, Otto-Suhr-Institut für Politikwissenschaft, Ihnestr. 22, 14195 Berlin
http://www.polwiss.fu-berlin.de/rpb/politikdidaktik.htm

Prof. Dr. Wolfgang Sander
Justus-Liebig-Universität Gießen, Institut für Schulpädagogik und Didaktik der Sozialwissenschaften, Karl-Glöckner-Str. 21E, 35394 Gießen
http://www.uni-giessen.de/fb03/didaktik/didaktik.htm

Dr. Carla Schelle
Universität Hamburg, Fachbereich Erziehungswissenschaft, Institut für Schulpädagogik, Von Melle Park 8, 20146 Hamburg
http://www.erzwiss.uni-hamburg.de/Personal/Schelle/schelle.htm

Prof. Dr. Albert Scherr
Fachhochschule Darmstadt, Fachbereich Sozialpädagogik, Adelungstraße 51, 64283 Darmstadt
http://www.fbs.fh-darmstadt.de/HOMEPAGES/HomepageScherr.htm

Prof. Dr. Georg Weißeno
Pädagogische Hochschule Karlsruhe, Bismarckstr. 10, 76133 Karlsruhe
http://www.ph-karlsruhe.de/fak2/politik/index_politik.html

 

 

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Diversity Studies und politische Bildung
„Diversity“ als theoretisches und praktisches Konzept wird in der Wissenschaft, in Unternehmungen, in der Verwaltung, im Non-Profit Bereich und in Nicht-Regierungs-Organisationen unter dem Gesichtspunkt diskutiert, was Vielfalt in den heutigen Gesellschaften bedeutet und wie Unterschiede in der Gesellschaft als Bereicherung erfahren werden können. Während in den Sozialwissenschaften das „Diversity Konzept“ und „Diversity Studies“ Konjunktur haben, scheint in der Politikdidaktik und in der politischen Bildung die Relevanz des Konzeptes noch nicht ausgelotet. Diese Schrift will dazu einen Beitrag leisten.Im Zentrum des Bandes stehen die Beiträge der achten Jahrestagung der GPJE vom 5. - 6. Mai 2007 in Loccum. Sie gehen im Wesentlichen der Frage nach, welche Impulse und Anregungen und neue Herausforderungen sich für Politikdidaktik und politische Bildung aus der Diskussion des Diversity Konzepts in der Rechtswissenschaft, der Erziehungswissenschaft, der Politikwissenschaft und der Soziologie ergeben.
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Wirkungsforschung zur politischen Bildung im europäischen Vergleich
Die Politikdidaktik hat sich in den letzten Jahren zunehmend als Grundlagenwissenschaft profiliert. Vor allem die Diskussion um Bildungsstandards, Kompetenzmodelle und Qualitätskontrolle in der Folge von PISA, DESI und anderen internationalen Vergleichsstudien erwiesen sich für die Politikdidaktik als Impulsgeber auf dem Weg zu einer stärker empirisch arbeitenden Wissenschaftsdisziplin. Die letzten Jahrestagungen der GPJE beschäftigten sich dann auch vor allem mit Fragen, die sich aus diesem Zusammenhang ergaben. Der Diskussionsprozess nahm auf der Tagung 2003 seinen Ausgang in einer grundlegenden Kontroverse zu Chancen und Gefahren von Outputorientierung und Bildungsstandards, die dann noch im gleichen Jahr die Entwicklung von nationalen Bildungsstandards zur politischen Bildung durch die GPJE zur Folge hatte. Die Diskussion fand ihre Fortsetzung in Überlegungen zu Möglichkeiten und Grenzen empirischer fachdidaktischer und außerschulischer Evaluationsforschung (2004) und führte schließlich 2005 zu der grundlegenden Frage, was fachdidaktische Forschung überhaupt heißen kann und welche Standards der Theoriebildung und der empirischen Forschung sich formulieren lassen. Auf dieser Tagung hatte die Politikdidaktik auch den wissenschaftlichen Austausch mit anderen Fachdidaktiken, der Chemie- und der Fremdsprachendidaktik gesucht, die auf dem Gebiet der empirischen Forschung auf eine längere Tradition zurückblicken können. Die im aktuellen Band vorgestellten Beiträge standen im Zentrum der letzten Jahrestagung der GPJE vom 3. bis 4. Juni 2006 in Bergisch-Gladbach. Diese Tagung setzte zum einen die Tradition der bisher geführten Diskussionen fort, zum anderen versuchte sie zusätzliche Impulse zu erhalten durch Forschungserfahrungen aus anderen europäischen Ländern. In der Wirkungsforschung zur politischen Bildung in Deutschland sind in den letzten Jahren überwiegend qualitative Methoden eingesetzt worden und mittlerweile liegen hier eine Reihe von unterschiedlichen Studien mit aufschlussreichen Ergebnissen und Befunden vor. Quantitative Forschungen in diesem Bereich finden sich jedoch eher selten, im Gegensatz zu internationalen Studien, die überwiegend quantitativ arbeiten. Vor diesem Hintergrund versucht der vorliegende Band Forschungsprojekte und Ergebnisse von Wirkungsforschung zur politischen Bildung, die vor allem quantitativ orientiert sind, zur Diskussion zu stellen. Die deutschen Beiträge reichen von empirischen Untersuchungen zu der Frage, inwieweit sich eine internetbasierte instruktional-konstruktivistische Lehr-Lernumgebung für einen domänenspezifischen Kompetenzerwerb im Politikunterricht eignet (Sabine Manzel), über eine explorative Studie zur Messung der Qualität von politischen Urteilen (Maria Eyrich-Stur) bis zu einer eher philosophisch-theoretischen Reflexion zur Wahrnehmung des Politischen und ihrer Bedeutung für die politische Bildung (Karl Heinz Breier). Zu dieser Tagung hatte die GPJE Kolleginnen und Kollegen aus den Niederlanden, der Schweiz und England eingeladen, die empirische Studien zum Thema aus ihren Ländern vorstellten. Sie beschäftigen sich unter anderem mit der Frage nach den Quellen bzw. den Ursprüngen politischen Wissens (Henk Dekker, Margret Nuus; Niederlande), den Differenzen zwischen Geschichtsunterricht und Politischer Bildung auf Basis einer Videostudie (Jan Hodel; Schweiz) sowie den Chancen des Konzepts „global education“, das in vier europäischen Ländern unter der Fragestellung untersucht wurde, was „citizenship“ für Jugendliche heute bedeutet v. a. wenn sie aus unterschiedlichen Herkunftsländern stammen (Audrey Osler; England). Gerade dieser letzte Beitrag hat auf eine Entwicklung verwiesen, mit der sich die nächste Jahrestagung der GPJE 2007 intensiver auseinandersetzen wird. Sie soll unter dem Thema stehen: „Diversity Studies und politische Bildung“.
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9,99 € - 12,80 €
Standards der Theoriebildung und empirischen Forschung in der politischen Bildung
Die Politikdidaktik steht als Wissenschaftsdisziplin vor großen Herausforderungen. Es gibt die Tradition, intelligent auf die Praxis hinzuschauen, und es gibt die Tradition empirischer Unterrichtsforschung, wenn auch in bescheidenem Umfang und mit wenig validen Ergebnissen. Aber erst das Zusammenspiel von Theorie, Praxis und Empirie kann die Identität der Disziplin konstituieren. Es reicht nicht aus, Erziehungsziele festzulegen, eine Morallehre für den demokratischen Bürger bereitzustellen und die Verwendungsmöglichkeiten von Unterrichtsmethoden zu prüfen. Vielmehr muss sich der wissenschaftliche Diskurs mehr mit dem Verhältnis von normativem und empirischem Gegenstandsbezug, d.h. von Sollens- und Seinsaussagen auseinandersetzen. Diese Gesichtspunkte sind auf der 6. Jahrestagung der GPJE vom 11. bis zum 12. Juni 2005 aufgegriffen worden. Die Tagung hat die Ergebnisse der ersten beiden Jahrestagungen zu den Theoriekonzepten der Politikdidaktik und den Tagungen zum Outcome des Politikunterrichts fortgeführt. Die Notwendigkeit metatheoretischer Klärungen unterstreicht ein Feed-back von Heinz-Elmar Tenorth in der Einleitung des 2004 von ihm herausgegebenen Bandes ‚Kerncurriculum Oberstufe II‘. Er kommt nach der Lektüre des Kerncurriculums Sozialwissenschaften zu dem Schluss, dass „der Sachverstand der Autoren und die Kommunikation mit der Gemeinschaft der Fachdidaktiker (…) jetzt noch ersetzen (muss), was an systematischer empirischer Forschung fehlt“. (S. 12) Ist der Ertrag fachdidaktischer Forschung tatsächlich so gering? Ersetzt der Austausch über politikdidaktische Doktrinen, die meist mit dem Namen des Begründers verbunden sind, die wissenschaftssystematische Herleitung von Theoriekonzepten? Der politikdidaktische Mainstream kreist von Anfang an um das Normativitätsproblem und nimmt die Legitimation der Normen aus der Analyse der soziologischen und pädagogischen Sozialisationsforschung vor. Dieses Muster führt immer wieder zu Missverständnissen, da es die Möglichkeit naturalistischer Fehlschlüsse nicht ausschließt. Die Konzeptionen politischer Bildung bestehen in der Regel in einer individuell vorgenommenen Auswahl von als relevant angesehenen Wissensbeständen. Der Profession der in der Schule Tätigen bleibt überlassen, wie sie dieses Wissen für die eigene Praxis aufbereitet. Empirische Wissensbestände über die tatsächliche Wirklichkeit des Politikunterrichts sind kaum vorhanden, da der epistemologische Diskurs dies vernachlässigt.
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