Neutralitätspostulate als Delegitimationsstrategie

Eine Analyse von Einflussnahmeversuchen auf die außerschulische politische Jugendbildungsarbeit

von
Jana Sämann

Die vorliegende Studie setzt sich mit dem Postulat eines vermeintlichen „Neutralitätsgebotes“ in der politischen Bildung freier Träger der Jugendarbeit und Jugendverbandsarbeit auseinander. In der Rekonstruktion aktueller Neutralitätsverhandlungen sowie in der Auswertung parlamentarischer Anfragen der AfD, welche Neutralitätspostulate formulieren, zeigt sich, dass diese Debatten weniger als bildungstheoretische Auseinandersetzungen zu werten sind. Vielmehr formulieren sie ein verkürztes, affirmatives Verständnis von Jugend(bildungs)arbeit und erweisen sich in der Konstruktion eines Linksextre…

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Bestellnummer: 41296
EAN: 9783734412967
ISBN: 978-3-7344-1296-7
Reihe: Wochenschau Academy
Erscheinungsjahr: 2021
Auflage: 1.
Seitenzahl: 160
Produktinformationen
Die vorliegende Studie setzt sich mit dem Postulat eines vermeintlichen „Neutralitätsgebotes“ in der politischen Bildung freier Träger der Jugendarbeit und Jugendverbandsarbeit auseinander. In der Rekonstruktion aktueller Neutralitätsverhandlungen sowie in der Auswertung parlamentarischer Anfragen der AfD, welche Neutralitätspostulate formulieren, zeigt sich, dass diese Debatten weniger als bildungstheoretische Auseinandersetzungen zu werten sind. Vielmehr formulieren sie ein verkürztes, affirmatives Verständnis von Jugend(bildungs)arbeit und erweisen sich in der Konstruktion eines Linksextremismus-Vorwurfes gegenüber emanzipatorischer Jugendarbeit als Versuche der Delegitimierung.
Inhaltsübersicht
1. Einleitung
1.1 Darstellung von inhaltlicher Relevanz und Aktualität der Fragestellung
1.2 Reflexion der eigenen Forschungsperspektive
1.3 Zum Begriff ‚Neue Rechte‘
1.4 Aufbau der Arbeit
1.5 Danksagung

2. Das Bildungsverständnis in der Jugendarbeit
2.1 Entwicklung des modernen Bildungsverständnisses
2.1.1 Der Erziehungsbegriff der Aufklärung
2.1.2 Der Bildungsbegriff des Neuhumanismus
2.1.3 Erziehung zur Mündigkeit in der Kritischen Theorie
2.1.4 Modernes Verständnis von Erziehung und Bildung
2.2 Bildungsbezüge der Jugendarbeit
2.2.1 Bildungsrelevanz der Jugendarbeit
2.2.2 Bildungsbegriff der Jugendarbeit
2.2.3 Politische Bildung in der Jugendarbeit
2.2.4 Rechtliche Grundlagen von politischer Bildung in der Jugendarbeit
2.3 Neutralitätskonzepte in der politischen Bildungsarbeit
2.3.1 Neutralität als Abstinenz
2.3.2 Neutralität der Lehrenden
2.3.3 Neutralität als ‚Geltenlassen von Allem‘
2.3.4 Kontroversität statt Neutralität
2.4 Zwischenfazit

3. Aspekte aktueller Beiträge im Diskurs zu Neutralitätspostulaten
3.1 Neutrale Schulen-Kampagne
3.2 Bezugspunkt Beutelsbacher Konsens
3.3 Bezugspunkt der staatlichen Neutralitätspflicht aus Art. 21 GG
3.4 Relevanz parlamentarischer Anfragen
3.5 Rechtswissenschaftliche Gutachten
3.6 Positionen jugendarbeiterischer Akteur_innen
3.6.1 Positionspapiere des Bundesjugendringes
3.6.2 Positionspapier der Arbeitsgemeinschaft für Kinder- und Jugendhilfe
3.7 Positionen bezugswissenschaftlicher Akteur_innen
3.7.1 Verfassungsrechtliche Einschätzung von Friedhelm Hufen
3.7.2 Handlungsempfehlungen der Amadeu Antonio Stiftung
3.7.3 Gutachten des Instituts für Menschenrechte
3.8 Aktuelle Forschungsergebnisse
3.8.1 Jugend- und bildungspolitische Aktivitäten der AfD in den Landesparlamenten
3.8.2 Politische Interventionen der AfD im Arbeitsfeld der Offenen Kinder- und Jugendarbeit
3.9 Zwischenfazit

4. Erkenntnisinteresse, methodologische Positionierung, Forschungsfeld und -methode
4.1 Erkenntnisinteresse und Fragestellung
4.2 Methodologische Positionierung
4.3 Bestimmung des Forschungsfeldes
4.4 Methodenwahl: Qualitative Inhaltsanalyse nach Mayring
4.5 Darstellung des Forschungsprozesses
4.5.1 Fragestellung der Analyse
4.5.2 Ablaufmodell der Analyse
4.5.3 Interpretation der Ergebnisse
4.5.4 Anwendung der inhaltsanalytischen Gütekriterien
4.6 Zwischenfazit

5. Methodisches Vorgehen der Untersuchung parlamentarischer Anfragen in dieser Arbeit
5.1 Festlegung des Materials
5.2 Analyse der Entstehungssituation und formale Charakteristika des Materials
5.3 Richtung der Analyse
5.4 Theoriegeleitete Differenzierung der Fragestellung
5.5 Bestimmung der Analysetechniken und Definition der Analyseeinheiten
5.6 Entwicklung des Kategoriensystems

6. Ergebnisdarstellung
6.1 Verständnis der Anfragestellenden von Bildung in der Jugendarbeit
6.2 Diskreditierungsversuche gegenüber den erfragten Projekten der Jugendarbeit
6.3 Informationsgewinn für die Anfragestellenden
6.4 Adressierung der Regierungsverantwortlichen
6.5 Selbstdarstellung der Anfragestellenden
6.6 Limitation des Forschungsdesigns
6.7 Weiterführende Forschungsaspekte

7. Ergebnisdiskussion
7.1 Angeblicher Eingriff in den Wettbewerb um die politische Meinungsbildung
7.2 Diskreditierung und Delegitimation über den Extremismusvorwurf
7.3 Einflussnahme auf Bildung als vorpolitischen Raum
7.4 Neutralitätspostulate als Strategie der Neuen Rechten
7.5 Politische Bildung als Beitrag zur Demokratisierung

8. Fazit und Ausblick

9. Literaturverzeichnis

Anhang
A1 Index der in die Untersuchung einbezogenen Anfragen
A2 Kategoriensystem
Autor*innen
Jana Sämann studierte Soziale Arbeit B. A. an der Hochschule Bremen sowie Erziehungs- und Bildungswissenschaften M. A. an der Carl von Ossietzky Universität Oldenburg und ist aktuell als Jugendbildungsreferentin bei einem Jugendverband sowie als Lehrbeauftragte im Studiengang Soziale Arbeit in Bremen tätig.
Kurzbeschreibung
Die vorliegende Studie setzt sich mit dem Postulat eines vermeintlichen „Neutralitätsgebotes“ in der politischen Bildung freier Träger der Jugendarbeit und Jugendverbandsarbeit auseinander. In der Rekonstruktion aktueller Neutralitätsverhandlungen sowie in der Auswertung parlamentarischer Anfragen der AfD, welche Neutralitätspostulate formulieren, zeigt sich, dass diese Debatten weniger als bildungstheoretische Auseinandersetzungen zu werten sind. Vielmehr formulieren sie ein verkürztes, affirmatives Verständnis von Jugend(bildungs)arbeit und erweisen sich in der Konstruktion eines Linksextremismus-Vorwurfes gegenüber emanzipatorischer Jugendarbeit als Versuche der Delegitimierung.

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