Historisches Denken lernen im Geschichtsunterricht

herausgegeben von
Bundesverband der Geschichtslehrer Deutschlands und Landesverbände
unter Mitarbeit von
Dieter Grupp, Birger Hass, Matthias Schwandt, Roland Wolf

Im Geschichtsunterricht ist „Weltbegegnung“ nicht unmittelbar möglich. Aus der Konstruktivität von Geschichte ergibt sich, dass historische Einsichten aus Zeugnissen und Materialien der Vergangenheit rekonstruiert werden müssen. Aus diesem Konstruktcharakter ergeben sich signifikante Strukturmerkmale, die für historisches Denken konstitutiv sind. Diese können Ausgangspunkt oder Teil der Unterrichtsplanung sein, damit Schülerinnen und Schüler induktiv historisch denken lernen können. In diesem Heft werden einige Konzepte zur Umsetzung im Geschichtsunterricht vorgestellt. Birger Hass zeigt, wie…

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Bestellnummer: 40306
EAN: 9783734403064
ISBN: 978-3-7344-0306-4
Erscheinungsjahr: 2016
Seitenzahl: 144
Produktinformationen

Im Geschichtsunterricht ist „Weltbegegnung“ nicht unmittelbar möglich. Aus der Konstruktivität von Geschichte ergibt sich, dass historische Einsichten aus Zeugnissen und Materialien der Vergangenheit rekonstruiert werden müssen. Aus diesem Konstruktcharakter ergeben sich signifikante Strukturmerkmale, die für historisches Denken konstitutiv sind. Diese können Ausgangspunkt oder Teil der Unterrichtsplanung sein, damit Schülerinnen und Schüler induktiv historisch denken lernen können.

In diesem Heft werden einige Konzepte zur Umsetzung im Geschichtsunterricht vorgestellt. Birger Hass zeigt, wie durch den exemplarischen Vollzug der Narrativität wesentliche Verfahren des historischen Denkens erfahren und eingeübt werden können. Dieter Grupp geht von dem Strukturmerkmal der Retrospektivität aus. Beide Unterrichtssequenzen sind geeignet, einen Beitrag zur reflektierten Sinnbildung und Förderung des historischen Denkens zu leisten.

Inhaltsübersicht

Historisches Denken lernen im Geschichtsunterricht

Roland Wolf: Historisches Denken lernen im Geschichtsunterricht. Eine Einführung in die Beiträge von Birger Hass und Dieter Grupp

Birger Hass: „Nur eine Erzählung?“ – Narrative Kompetenz im Schnittfeld zwischen Methoden- und Theoriediskussion 

Dieter Grupp: Retrospektivität konkret. Gegenchronologisches Unterrichten in der Sekundarstufe II – von der Deutschen Einheit zu der Doppelrevolution des 19. Jahrhunderts

Erinnern und Gedenken

Matthias Schmandt: Hildegard von Bingen – die verspätete Heilige. Von der gescheiterten Kanonisation des 13. Jahrhunderts bis zur Erhebung als Kirchenlehrerin 

Geschichte vor Ort – außerschulische Lernorte und Projekte

Alphabetisches Gesamtverzeichnis aller in gfh vorgestellten Lernorte und Projekte

Forum

Karl Bachsleitner: NS-belastete Prominenz? Die Kontroverse in Kassel

Berichte aus dem Bundesverband und den Landesverbänden

Buchbesprechungen

Leitrezensionen:
Europas verlorene Zukunft und das Ende der römischen Republik – zwei unvermeidbare Prozesse? (von  Michael Sommer)

Reichtum und Leid, im Grundriss und global. Zwei Bücher zur Geschichte der kapitalistischen Wirtschaft (von Hartmann Wunderer)

Autor*innen

Dieter Grupp
Studiendirektor, Fachberater des Regierungspräsidiums Tübingen, Mitglied der Abi­tursaufgabenkommission, Lehrer am Gymnasium Ebingen

Birger Hass
Studiendirektor, Fachleiter für Geschichte am Staatlichen Seminar für Didaktik und Lehrerbildung Tübingen, Lehrauftrag für Fachdidaktik an der Universität Tübingen, Lehrer am AEG Reutlingen

Dr. Matthias Schmandt
Museums- und Kulturamtsleiter, Historisches Museum am Strom – Hildegard von Bingen, Museumstr. 3, 55411 Bingen am Rhein

Roland Wolf
Professor, Bereichsleiter für Gesellschaftswissenschaften und Fachleiter für Geschichte am Seminar für Didaktik und Lehrerbildung Tübingen, Lehrauftrag für Fachdidaktik Geschichte an der Universität Tübingen, Lehrer am BZN Gymnasium Reutlingen.

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Erinnern und Gedenken
Die Weltöffentlichkeit horchte auf, als in den letzten Wochen und Monaten Nachrichten bekannt wurden, dass die Terroristen des so selbst genannten „Islamischen Staates“ systematisch antike Kulturstätten in ihrem Einflussbereich zerstören.Worum geht es den Kulturbarbaren des IS? Auf der einen Seite darum, durch den Verkauf von Raubgütern die Fortführung des Krieges zu finanzieren, auf der anderen Seite aber auch darum, durch die Zerstörung dessen, was nicht verkauft werden kann, die Erinnerung an die vielfältige altorientalische Vor- und Frühgeschichte mit ihren zahlreichen Gottheiten, die nicht in das Weltbild der Terroristen passen, gewaltsam auszulöschen und damit der Vergessenheit anheimzugeben. Neu sind solche gezielten Zerstörungen indes nicht, die Vergangenheit ist voll mit Beispielen von Fällen, in denen Erinnerungen an vorangegangene Kulturen zerstört wurden. Unter dem Terminus damnatio memoriae sind solche Versuche, die Erinnerung an den Gegner aus dem kollektiven Gedächtnis auszulöschen, bekannt, die Bücherverbrennungen im Mai 1933 wären ein Beispiel aus der deutschen Geschichte dafür. Aleida Assmann prägte die Bezeichnung des strafenden Vergessens dafür. Die Beiträge dieser Ausgabe von geschichte für heute nehmen verschiedene Beispiele in den Blick, unter welchen Bedingungen Erinnerungen erhalten, überformt oder ausgelöscht werden, und dringen damit nicht nur zu einem zentralen Thema der Geschichte vor, sondern hinterfragen auch kritisch die Funktionen des Unterrichtsfaches Geschichte bei der Herausbildung und Tradierung von Mythen selbst. Das aktuelle Zerstörungswerk des „IS“ mag ein – wenn auch trauriger – Anlass sein, diese Frage wieder stärker ins Bewusstsein zu rücken.
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