"Fünf Tage sind einfach viel zu wenig."

Bildungszeit und Bildungsfreistellung in der Diskussion

herausgegeben von
Antje Pabst, Christine Zeuner
unter Mitarbeit von
Nadja Bilstein, Boris Brokmeier, Rainer Christ, Friedrun Erben, Melanie Haase, Hannah Hassinger, Lena Heidemann, Thea Klüver, Andreas Merkens, Klaus Paffrath, Katja Petersen, Iris Pfeiffer, Claudia Pohlmann, Saskia Rieger, Steffi Robak, Katja Schmidt, Sabine Schmidt-Lauff, Kerstin Schumann, Jörg Schwarz, Susanne Umbach, Birgit Waltereit, Antje Windler

Zeit für Bildung ist im Lebenslauf der Menschen ungleich verteilt. Während sie im Kinder- und Jugendalter überwiegt, wird sie im Erwachsenenalter zu einem raren Gut. Die Zuteilung oder Verteilung von bzw. die Verfügung über Bildungs- und Lernzeiten unterliegt zudem spezifischen gesellschaftlichen Aushandlungs- und Verhandlungsprozessen. Dies betrifft v. a. den Zugang zur betrieblichen Weiterbildung, der innerbetrieblichen Steuerungsprozessen unterliegt. Dagegen erhalten Erwachsene im Rahmen von Bildungsfreistellungs-, Bildungsurlaubs- und Bildungszeitgesetzen in 14 Bundesländern ein verbrieft…

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Bestellnummer: 41198
EAN: 9783734411984
ISBN: 978-3-7344-1198-4
Reihe: Non-formale politische Bildung
Erscheinungsjahr: 2021
Seitenzahl: 280
Produktinformationen

Zeit für Bildung ist im Lebenslauf der Menschen ungleich verteilt. Während sie im Kinder- und Jugendalter überwiegt, wird sie im Erwachsenenalter zu einem raren Gut. Die Zuteilung oder Verteilung von bzw. die Verfügung über Bildungs- und Lernzeiten unterliegt zudem spezifischen gesellschaftlichen Aushandlungs- und Verhandlungsprozessen. Dies betrifft v. a. den Zugang zur betrieblichen Weiterbildung, der innerbetrieblichen Steuerungsprozessen unterliegt. Dagegen erhalten Erwachsene im Rahmen von Bildungsfreistellungs-, Bildungsurlaubs- und Bildungszeitgesetzen in 14 Bundesländern ein verbrieftes Recht auf frei verfügbare Bildungszeit.

Ziel des vorliegenden Sammelbandes ist es, sich aus der Perspektive von Wissenschaft, Bildungspolitik, Bildungspraxis (Träger und Einrichtungen) und aus der Sicht von Teilnehmenden mit den besonderen Implikationen der Bildungszeitgesetze auseinanderzusetzen. Darüber hinaus wird gefragt, welche Bedeutung Zeit für Bildung in vorgeschriebenen Formen der beruflichen Weiterbildung und im Rahmen gesellschaftlicher Transformationsprozesse, wie der Digitalisierung, hat.

Inhaltsübersicht

Antje Pabst, Christine Zeuner
Befunde – Standpunkte – Problemstellungen – Impulse zu Zeit und Bildung. EIne Einführung

I. Zeit für Bildung: Wissenschaftliche Befunde

Lena Heidemann, Steffi Robak
Bildungszeit als Instrument der Weiterbildungspartizipation – Eine zeitbezogene Betrachtung

Claudia Pohlmann
Die Angebotsplanung von Bildungsurlaubsveranstaltungen aus diskursanalytischer Forschungsperspektive

Iris Pfeiffer, Saskia Rieger
Das Bildungszeitgesetz Baden-Württemberg – Zu wenig Zeit für Weiterbildung?

Sabine Schmidt-Lauff, Hannah Hassinger, Jörg Schwarz
Zeitlichkeit und Zeitmodalitäten
Ein multiperspektivischer empirischer Zugang zu Zeit im Bildungsurlaub

Thea Klüver
Was bewegt zur Bildungsfreistellung?
Handlungsleitende Interessen milieuspezifisch interpretiert

Katja Petersen, Katja Schmidt
„Erfahrung ist eine Funktion der Zeit.“ Überlegungen zur ärztlichen Weiterbildung
aus erwachsenenbildnerischer Perspektive

Susanne Umbach
Zeit(er)leben in der Digitalisierung – Von Sachzwängen und Gestaltungsräumen

II. Bildungsfreistellung: Erfahrungen aus der Praxis

Berichte aus den Ländern

Rainer Christ
Bildungsfreistellung als wichtiges Element einer zukunftsorientierten Weiterbildungspolitik
Rheinland-pfälzische Erfahrungen – Perspektiven für die Zukunft

Klaus Paffrath
Die ersten drei Jahre Bildungsfreistellung in Thüringen

Birgit Waltereit
Bildungsurlaub in Hamburg – Eine Erfolgsgeschichte?

Bildungsfreistellung aus Sicht von Trägern und Anbietern

Friedrun Erben
Bildungszeit für die Stärkung der Demokratie
Die Bedeutung der Bildungsfreistellung für die politische Bildung

Nadja Bilstein
Der Weg zum Bildungsurlaubsangebot – Ein steiniger?
Ein Bericht über Anträge, Bescheide, Programmentwicklung und
14 rechtliche Grundlagen aus der Perspektive eines Bildungsträgers

Melanie Haase, Boris Brokmeier
Denken ohne Geländer
Bildungsurlaub als wirkungsvolles Format der politischen Bildung in der Heimvolkshochschule Mariaspring

Andreas Merkens
Bildungsreisen als Lernzeit
„Reisend Lernen“ mit der Rosa-Luxemburg-Stiftung 

Antje Windler, Kerstin Schumann
Politischer Bildungsurlaub eröffnet neue Denkhorizonte
Hindernisse und Chancen – Ein Bericht aus der Praxis 

III. Bildungsfreistellung: Individuelle Erfahrungsberichte von Teilnehmenden

Sonja Brinschwitz
Zusammen ist weniger allein!
Erfahrungsbericht zu Erfahrungen mit Bildungsfreistellungen/Bildungsurlauben 

Stefan Budian
Selbstbestimmte Bildung befähigt zur Mitgestaltung der Gesellschaft

André Delor
Bildungsfreistellungen in besonderen Beschäftigungsverhältnissen:
Erfahrungen als Nutzer und Anbieter

Ehrenamtlicher ver.di-Vertrauensmann
Meine Erfahrungen mit Bildungsfreistellung

Yvonne Fegert
Bildungsfreistellung und Bildungsurlaub sind als Initialzündung für meinen beruflichen Weg
und für meine persönliche Entwicklung nicht wegzudenken 

Georg
Mit Kuba fing alles an!
Erfahrungsbericht zu meinen Bildungsurlauben

Mechthild Gerigk-Koch
Bildungsfreistellung: Erfahrungen, Einsichten, Erkenntnisse 

Traute Krösche
BILDUNGSURLAUB – War es ein Zufall oder ein Glücksfall?

Autor*innen

Nadja Bilstein
ist seit 2014 Fachbereichsleiterin der Politischen Akademie im Haus Neuland in Bielefeld und als solche für die politische Erwachsenenbildung und Bildungsurlaubsangebote zuständig. Sie studierte Germanistik und Politikwissenschaft an der Rheinischen Friedrich-Wilhelms-Universität Bonn.

Ulli Bohland,
ehrenamtlicher ver.di Betriebsgruppensprecher bei der Berufsfeuerwehr Mainz und gewerkschaftlicher Beamten*innen-Vertreter in Rheinland-Pfalz.

Sonja Brinschwitz
ist derzeit tätig im Personalmanagement der öffentlichen Verwaltung in Hamburg. Sie ist Betriebswirtin und Sozialökonomin sowie Begleiterin von Menschen in beruflichen Auf- und Umbruchsituationen.

Boris Brokmeier
ist seit 2016 Leiter der Ländlichen Heimvolkshochschule Mariaspring e. V. in Bovenden bei Göttingen. Er studierte Sozialpädagogik, Politik, Erwachsenenbildung und Betriebswirtschaft. In der Zeit von 2002 – 2015 war er Referent für politische Jugendbildung beim AdB.

Stefan Budian
ist freischaffender Künstler in Mainz und arbeitet seit 2019 an einem „Portrait“ der Visegrad-4-Staaten.

Rainer Christ,
M.A., geht Tätigkeiten in der Berufsbildungsforschung sowie in der gewerkschaftsnahen und der Evangelischen Erwachsenenbildung in Rheinland-Pfalz nach. Er wurde 1953 geboren und war zuletzt zuständig u.a. für das Bildungsfreistellungsgesetz. 1978 absolvierte er sein Magisterexamen Soziologie in Mainz. Von 2004 bis 2018 war er Referent im Ministerium für Wissenschaft, Weiterbildung und Kultur Rheinland-Pfalz.

André Delor
ist Sozialarbeiter, Ansprechpartner für Selbstvertreter*innen und Selbstvertretungsgremien im Inklusionsbüro der Lebenshilfe Schleswig-Holstein. Er wurde 1968 geboren, studierte Nordistik und arbeitete im Kino. Er hat einen Abschluss als Diakon und Sozialarbeiter und die Qualifikation „Leichte Sprache“. Nebenberuflich arbeitet er in der inklusiven Freizeitarbeit mit Menschen mit und ohne Behinderung.

Friedrun Erben,
Dr., ist Referentin für Kommunikation und Medien beim Arbeitskreis deutscher Bildungsstätten (AdB) und Redakteurin der Fachzeitschrift „Außerschulische Bildung. Zeitschrift der politischen Jugend- und Erwachsenenbildung“.

Yvonne Fegert,
Dipl.-Päd., ist stellvertretende Leitung im pädagogischen Bereich des Bildungszentrum Kirkel.

Georg
ist im öffentlichen Dienst tätig (Jg. 1964/mittlere Reife). Gegenwärtig lebt er in Hamburg.

Mechthild Gerigk-Koch,
M.A., ist seit 2012 Leiterin der Landesantidiskriminierungsstelle RLP. Sie hat einen Magister in Soziologie, Politikwissenschaft, Publizistik der Johannes Gutenberg-Universität Mainz. Von 1989 bis 2011 war sie Referatsleiterin im Stab der Integrationsbeauftragten der Landesregierung RLP.

Melanie Haase,
M.A., ist seit 08/2014 Pädagogische Mitarbeiterin in der Ländlichen Heimvolkshochschule Mariaspring mit Schwerpunkt politischer Bildung. Ihr Studium absolvierte sie im Magister Politikwissenschaft (HF), Neuere und Neueste Geschichte (NF) und Amerik. Lit.- und Kulturwissenschaft (NF) an der TU Chemnitz.

Hannah Hassinger,
M.A., ist wissenschaftliche Mitarbeiterin an der Professur für Weiterbildung und lebenslanges Lernen an der Helmut-Schmidt-Universität/Universität der Bundeswehr Hamburg. Ihre Arbeitsschwerpunkte sind Erwachsenenbildung im Kontext von Zeit, sozialer Ungleichheit und Geschlecht, Biographieforschung sowie qualitative Erwachsenen- und Weiterbildungsforschung.

Lena Heidemann,
Dr. des., ist wissenschaftliche Mitarbeiterin am Institut für Berufspädagogik und Erwachsenenbildung der Leibniz Universität Hannover. Sie promovierte zum Thema „Weiterbildungspartizipation und Bildungsurlaubsteilnahme“.

Thea Klüver,
M.A., ist wissenschaftliche Hilfskraft an der Professur für Erwachsenenbildung der Helmut-Schmidt-Universität/Universität der Bundeswehr Hamburg. Sie war studentische Hilfskraft im Forschungsprojekt „Bildungsfreistellung: Hintergründe, Entwicklungen und Perspektiven. Strukturelle und biographische Aspekte zum Lernen im Lebenslauf“. Ihren Master absolvierte sie in Erziehungswissenschaften mit dem Schwerpunkt Partizipation und Lebenslanges Lernen. Außerdem ist sie Sozialpädagogin in einem Projekt für Frauen mit Fluchterfahrung.

Traute Krösche
war Angestellte der Universität Hamburg (Jg. 1953).

Andreas Merkens
ist Referent für politische Bildung im Bereich Bundesweite Arbeit der Rosa-Luxemburg-Stiftung (RLS). Er plant und koordiniert für und mit den Landesstiftungen der RLS politische Bildungsreisen.

Antje Pabst,
Dr., ist wissenschaftliche Mitarbeiterin an der Professur für Erwachsenenbildung der Helmut-Schmidt-Universität/Universität der Bundeswehr Hamburg. Ihre Arbeitsschwerpunkte sind: subjektwissenschaftliche Forschung zu Bildungs- und Lernprozessen Erwachsener; Grundbildung/Alphabetisierung und Bildungsfreistellung/Bildungsurlaub sowie Beruf/Beruflichkeit.

Klaus Paffrath,
Dr., ist seit 1993 in einer obersten Landesbehörde in Thüringen als Referatsleiter tätig (Jg. 1961). Er studierte Rechtswissenschaften und wurde an der Deutschen Universität für Verwaltungswissenschaften Speyer promoviert.

Katja Petersen,
Dr., ist wissenschaftliche Mitarbeiterin an der Professur für Erwachsenenbildung an der Helmut-Schmidt-Universität/Universität der Bundeswehr Hamburg. Ihre Forschungsschwerpunkte sind Bildungstheorie, Qualitative Biographie- und Bildungsforschung, Lernen und Lehren in der beruflichen Weiterbildung, Postgraduate Medical Education sowie historische Erwachsenenbildungsforschung.

Iris Pfeiffer,
Dr., ist Geschäftsführerin und Leiterin des Forschungsinstituts Betriebliche Bildung (f-bb).

Claudia Pohlmann,
Dr., ist wissenschaftliche Mitarbeiterin an der Professur für Weiterbildung der Justus-Liebig-Universität in Gießen.

Saskia Rieger,
M.Sc., ist seit 2015 am Forschungsinstitut Betriebliche Bildung (f-bb) als wissenschaftliche Mitarbeiterin in Forschungs- und Evaluationsprojekten tätig.

Steffi Robak,
Prof. Dr., ist Professorin für Bildung im Erwachsenenalter am Institut für Berufspädagogik und Erwachsenenbildung der Leibniz Universität Hannover.

Katja Schmidt,
Dr., ist wissenschaftliche Mitarbeiterin an der Professur für Erwachsenenbildung an der Helmut-Schmidt-Universität/Universität der Bundeswehr Hamburg. Ihre Forschungsschwerpunkte sind Bildungstheorie, Qualitative Biographie- und Bildungsforschung, Lernen und Lehren in der beruflichen Weiterbildung, Postgraduate Medical Education sowie historische Erwachsenenbildungsforschung.

Sabine Schmidt-Lauff,
Prof. Dr., ist Professorin für Weiterbildung und lebenslanges Lernen an der Helmut-Schmidt-Universität/Universität der Bundeswehr Hamburg. Ihre Forschungs- und Arbeitsschwerpunkte liegen in Professionalisierung, Professionalität und Professionelles Sein in der Erwachsenenbildung sowie in international-vergleichender Forschung zum lebensbegleitenden Lernen, beruflicher und betrieblicher Weiterbildung und Lernen im Erwachsenenalter. Ein besonderer Fokus ihrer Forschungen und Publikationen liegt auf Fragen temporaler und zeitbezogener Herausforderungen für Lernen im Erwachsenenalter und der Lebensspanne in der Moderne.

Kerstin Schumann,
Dipl.-Päd., ist als Abteilungsleitung für Politische Bildung sowie als Qualitätsmanagementbeauftragte für den Weiterbildungsträger und Verein Arbeit und Leben Hamburg tätig. Ihr Studium der Erziehungswissenschaften absolvierte sie an der Hamburger Universität.

Jörg Schwarz,
Dr., ist wissenschaftlicher Mitarbeiter an der Professur für Weiterbildung und lebenslanges Lernen an der Helmut-Schmidt-Universität/Universität der Bundeswehr Hamburg. Seine Arbeitsschwerpunkte liegen in der Beschäftigung mit Profession, Professionalität und Professionalisierung in der Erwachsenenbildung, im Bereich der Organisation von Bildung, des organisationalen Lernens und der Organisationspädagogik sowie schließlich in der Auseinandersetzung mit Laufbahn, Karriere und fachlich-beruflicher Sozialisation. Diese Themengebiete werden aus einer nicht nur erziehungswissenschaftlichen, sondern auch bildungssoziologisch akzentuierten Perspektive bearbeitet, die auch das Verhältnis von (Erwachsenen-)Bildung und Gesellschaft, die Reproduktion und Transformation gesellschaftlicher Ordnungen und die Bedeutung sozialer Ungleichheit in den Blick nimmt.

Susanne Umbach,
Dr., ist wissenschaftliche Mitarbeiterin an der Helmut-Schmidt-Universität/Universität der Bundeswehr Hamburg. Ihre Arbeitsschwerpunkte liegen in betrieblicher Weiterbildung und Kompetenzentwicklung unter Bedingungen der Digitalisierung sowie in ästhetischen Zugängen in der Erwachsenenbildungsforschung.

Birgit Waltereit
ist Referatsleiterin im Geschäftsbereich Außerschulische Berufsbildung und Weiterbildung im Hamburger Institut für Berufliche Bildung (HIBB) für den Bereich Bildungsurlaub. Dort beschäftigt sie sich mit Anerkennungen, Trägerberatungen und Grundsatzangelegenheiten. Sie wurde im Jahre 1963 geboren.

Antje Windler,
M.A., ist Geschäftsführerin und Studienleitung des Vereins Die Neue Gesellschaft e.V. und führt zudem Veranstaltungen durch. Ihre Themenschwerpunkte sind Gleichberechtigung, Rassismus, das politische System der BRD und der USA. Zudem leitet sie viele der Bildungsreisen ins Ausland. Ihr Studium der Politikwissenschaft und Soziologie absolvierte sie an der Georg-August-Universität Göttingen.

Christine Zeuner,
Prof. Dr. phil., ist Professorin für Erwachsenenbildung an der Helmut-Schmidt-Universität/Universität der Bundeswehr Hamburg. Ihre Arbeits- und Forschungsschwerpunkte liegen in politischer Erwachsenenbildung, international-vergleichender Erwachsenenbildung, historischer Erwachsenenbildungsforschung, Forschung zur Numeralität und Literalität sowie in der Forschung zur Bildungsfreistellung.

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Politische Bildung nach Auschwitz
Erinnerungsarbeit und Erinnerungskultur heute
Stichworte wie „Vergangenheitsbewältigung“ oder „Erinnerungskultur“ waren nicht nur konstitutiv, sondern lange Zeit auch prägend für das Selbstverständnis der Politischen Bildung in Deutschland nach 1945. Gerade im Zusammenhang mit den sich häufenden Erinnerungsjahren stellt sich deshalb die Frage, in wie weit Adornos berühmte Formel einer „Erziehung nach Auschwitz“ und seine pädagogische Prämisse und Forderung, „dass Auschwitz nicht noch einmal sei“, heute noch von zentraler Bedeutung für Politische Bildung ist oder sein sollte. Diese Frage ist nicht zu trennen von aktuellen Forderungen, eine historisch-politische Bildung zu entwickeln, die auch den nachfolgenden Generationen und jungen Migranten/innen gerecht werden kann. Weitere aktuelle Herausforderungen für eine zeitgemäße „Politische Bildung nach Auschwitz“ sind der wachsende Rechtsextremismus und die Frage nach einer Europäisierung von Erinnerung. Siebzig Jahre nach der Befreiung des KZ Auschwitz knüpft die non-formale Politische Bildung mit der Beteiligung an diesen Debatten an ihre normativ aufklärerischen Traditionen an. Der Band liefert einen wichtigen Beitrag zum Diskurs über Ziele, Aufgaben und Selbstverständnis der Politischen Bildung, der über die oft selbst gesetzten, engen Grenzen von schulischer Politikdidaktik und außerschulischer Politischer Bildung hinaus reicht und Erinnerungspädagogik als gemeinsame Aufgabe in den Blick nimmt. Mit freundlicher Unterstützung der Stiftung „Erinnerung, Verantwortung und Zukunft“
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15,99 € - 19,80 €

Im Schatten des Wandels
20 Jahre politische Bildung im Austausch mit Ägypten
Als Anfang 2011 in ganz Ägypten Aufbruchsstimmung herrschte, waren viele in der westlichen Welt überrascht: Gut ausgebildete junge Menschen forderten soziale und politische Beteiligung; zivilgesellschaftliche Einrichtungen arbeiteten mit nicht-offiziellem Status; neue demokratische Ideen nahmen Form an. Nur wenige Fachleute hatten die Entstehung einer kritischen Gegenöffentlichkeit in arabischen Ländern – auch in Ägypten – bereits im Gefolge von 9-11 bemerkt. Beteiligte an Austauschprogrammen mit Ägypten lernten über Jahrzehnte die Entwicklung nicht-staatlicher Einrichtungen im Schatten des Mubarak-Regimes kennen. Sie erlebten, wie die junge Generation in Ägypten heranwuchs, die im Jahr 2011 den politischen Wandel einleitete. Dieses Buch fasst die Erfahrungen von 20 Jahren Austauscharbeit mit Ägypten vor dem Hintergrund der aktuellen Situation in der arabischen Welt zusammen. Anhand der durchgeführten Projekte beschreibt es die Inhalte, Lernprozesse und Wirkungsgeschichte politischer Bildung in einer internationalen (und interkulturellen) Konstellation. Gleichzeitig werden die Erfahrungen dieser Zusammenarbeit zu den Analysen (der Fachliteratur und zum Diskurs) in den Referenzwissenschaften in Beziehung gesetzt. Die einzelnen Kapitel befassen sich mit den Themenschwerpunkten politische Rahmenbedingungen und Förderung, dem sensiblen Überschneidungsfeld von Religion und Politik, mit Demokratiebegriff und demokratischer Entwicklung, mit Strukturen und Gestaltung der Zivilgesellschaft, den Erfahrungen in multilateralen Projekten, der Kurz- und Langzeitwirkung politischer Bildung und den Perspektiven der Zusammenarbeit mit arabischen Ländern. Die Publikation richtet sich an Fachkräfte, Trainer/innen und Fördergeber, die das Aktions- und Wirkungsspektrum politischer Bildung im internationalen Kontext reflektieren möchten. Gleichzeitig bietet es wertvolle praktische Anregungen für die Arbeit mit Gruppen aus Europa und der arabischen Welt.
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31,99 € - 39,80 €

Erwachsene - lernfähig aber unbelehrbar?
Was der Konstruktivismus für die politische Bildung leistet
Der Autor beschreibt eine Vielzahl an Varianten des Konstruktivismus, erklärt lernpsychologische Grundlagen, vermittelt neurowissenschaftliche Erkenntnisse, zieht daraus schließlich didaktische und methodische Folgerungen für die politische Erwachsenenbildung und stellt entsprechende Beispiele vor. Dieses Buch ist mehr als eine erkenntnisreiche, spannende Einführung in die Debatten des Konstruktivismus. Die Leserinnen und Leser erhalten Anregungen und Zugänge, wie Konstruktivismus für die Erwachsenenbildung fruchtbar gemacht werden kann.
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15,99 € - 19,80 €

Wohin geht die Reise?
Diskurse um die Zukunft der non-formalen politischen Bildung
Neben der beruflichen und der allgemeinen Bildung wird die po­­­­li­­­­­­tische Bildung in Deutschland traditionell als dritte Säule der Weiterbildung ­betrachtet. Die hier vorliegende Auswahl liefert exemplarische Einblicke in ­das Feld der politischen Jugend- und Er­­­­­wach­­­­­­­senenbildung. Gleichzeitig wird damit das umfangreichere Projekt ­einer eigenen Schriftenreihe mit dem Titel non-formale politische bil­­­dung eröffnet, mit der die Öffentlichkeit und die Fach­öffentlichkeit ­in Zukunft einen besseren Gesamtüberblick über das weite Feld der Theorie und Praxis außerschulischer politischer Bildung bekommen soll.
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15,99 € - 19,80 €

Wie politische Bildung wirkt
Wirkungsstudie zur biographischen Nachhaltigkeit politischer Jugendbildung
Mit der Wirkungsstudie wird erstmals empirisch belegt, wie sich politische Jugendbildung längerfristig auswirkt und in politischen Haltungen sowie politischen Aktivitäten von Teilnehmenden niederschlägt. Dazu haben die Forscher junge Erwachsene biographisch-narrativ interviewt, die etwa fünf Jahre zuvor an Veranstaltungen und Projekten der politischen Jugendbildung teilgenommen haben. Die Analyse der Interviews und Gruppendiskussionen macht deutlich, wie sich diese Bildungserfahrungen – vor dem Hintergrund der jeweiligen Biographie – mit vorhandenen Kenntnissen und Einstellungen verknüpfen und wie sich die jungen Erwachsenen im politischen Raum verorten. Anders als im gegenwartsorientierten und emotional turbulenten Jugendalter sind junge Erwachsene erstmals in der Lage, ihre Entwicklungen und Bildungseffekte zu reflektieren und zu bilanzieren. Erstmals liegt eine träger- und veranstaltungsübergreifende bundesweite Studie vor, die Aussagen darüber erlaubt, wie Jugendliche die Anregungen und Impulse aus Veranstaltungen politischer Bildung in ihrem weiteren Lebenslauf nutzen konnten.
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19,99 € - 24,80 €

Soziales Engagement politisch denken
Chancen für Politische Bildung
Engagement und Partizipation genießen heute in der Gesellschaft einen hohen Stellenwert. Vor diesem Hintergrund ist das in der politischen Bildung traditionsreiche Bildungsziel „Partizipation“ für die eigene Profession zu überprüfen und zu präzisieren: Wie können Theorie und Praxis einer handlungsorientierten politischen Bildung zeitgemäß weiter entwickelt werden und wie kann politische Bildung auf neue gesellschaftliche Herausforderungen und Trends reagieren. Mit den hier dargestellten Ergebnissen eines Projekts an der Schnittstelle von sozialem Engagement und politischer Bildung wird deutlich, dass soziale Erfahrungen sehr gut geeignet sind, die Frage nach dem Politischen im engeren Sinne zu stellen und damit einer Kernaufgabe der politischen Bildung nachzukommen.Der Band beschreibt entsprechende Kooperationen zwischen Schule und außerschulischer politischer Bildung und liefert darüber hinaus Anregungen aus der Wissenschaft.
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19,99 € - 24,80 €

Was heißt heute Kritische Politische Bildung?
Dass „Kritik“ ein Wesensmerkmal der Politischen Bildung ist, ist unter den hier versammelten Autorinnen und Autoren unbestritten. Im Detail und vor dem Hintergrund unterschiedlicher Bezugspunkte, wie etwa Geschichte, Theorie oder Praxis der Politischen Bildung, sind die Positionen dann aber doch sehr kontrovers. So bietet der Band einen vielseitigen Beitrag zu einer aktuellen Debatte über das Selbstverständnis der Politischen Bildung.
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19,99 € - 24,80 €